Goldpreis im Rückwärtsgang: Anleger setzen auf neue US-Daten

Die Eskalation im Nahen Osten hat die Hoffnungen auf eine nachhaltige Entspannung der Inflation vorerst gedämpft.
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Der Goldpreis tendierte im frühen Donnerstagshandel im Zuge anhaltender Zinssorgen etwas schwächer. Weil der eskalierende Konflikt im Nahen Osten keine Anzeichen einer Entspannung zeigt, verflog der jüngste Optimismus über eine nachlassende Inflation wieder. Auslöser waren zwei Angriffswellen der USA auf iranische Küstenverteidigungsanlagen und Raketenstellungen, nachdem Washington erneut eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt hatte. Der steigende Ölpreis verstärkte die Sorge, dass höhere Zinsen erforderlich werden könnten. In den USA stiegen sowohl die Verbraucher- als auch die Erzeugerpreise langsamer als erwartet. Ausschlaggebend dafür waren vor allem rückläufige Energiepreise. Dies untermauerte die Einschätzung, dass der Inflationsdruck vor der jüngsten Zuspitzung des Nahostkonflikts nachgelassen hatte. Diese Tendenz dürfte nach der jüngsten Eskalation zum Erliegen kommen. Am Nachmittag dürften sich die Marktakteure für die anstehende Flut wichtiger Konjunkturindikatoren stark interessieren. Neben den Einzelhandelsumsätzen und dem Konjunkturausblick der Philadelphia Fed stehen auch die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe zur Bekanntgabe an.
Am Donnerstagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (August) um 18,70 auf 4.033,10 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Aufwärtstrend gerät ins Stocken
Am gestrigen Mittwoch - dem ersten Tag nach der erneuten US-Seeblockade gegen den Iran - passierten nur noch sieben Schiffe die Straße von Hormus, nachdem es am Vortag noch 13 gewesen waren. Analysten weisen zudem darauf hin, dass der Iran signalisiert habe, seine mit ihm verbündeten Huthi-Milizen im Jemen einsetzen zu können, um die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer zu blockieren. Damit geriete neben der Straße von Hormus eine zweite der weltweit wichtigsten Energiehandelsrouten in Gefahr. Die Analysten der ING warnten, dass die erneuten Lieferausfälle auf einen Markt träfen, dessen kommerzielle Rohöllagerbestände in den USA bereits auf den niedrigsten Stand seit 2022 gefallen seien. Saisonbereinigt seien die Lagerbestände sogar so niedrig wie zuletzt im Jahr 2018.
Am Donnerstagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Future um 0,31 auf 79,29 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,45 auf 84,50 Dollar zurückfiel.
Jörg Bernhard, Redaktion finanzen.net
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