Ölpreise im Fokus: Iran sperrt Straße von Hormus, USA bombardieren erneut

Nach neuen US-Angriffen auf Iran erklären die Revolutionsgarden die wichtigste Öl-Wasserstraße der Welt für gesperrt.
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- Irans Revolutionsgarden erklären die Straße von Hormus für gesperrt
- USA fliegen dritte Angriffswelle diese Woche mit über 140 Zielen im Iran
- Ölbörsen bleiben bis Sonntagabend geschlossen, Reaktion der Preise offen
Der Konflikt zwischen Iran und den USA spitzt sich weiter zu, und damit rückt auch der Ölpreis wieder in den Blick der Märkte. In der Nacht auf Sonntag erklärten die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) die Straße von Hormus bis auf Weiteres für gesperrt, nachdem ihre Marine zuvor Warnschüsse auf ein unter zyprischer Flagge fahrendes Containerschiff abgegeben hatte. Die USA reagierten prompt mit einer neuen Angriffswelle auf iranisches Gebiet.
Iran droht mit Blockade nach US-Ultimatum
Die IRGC-Marine erklärte, ein Schiff namens M/V GFS Galaxy habe eine nicht genehmigte Route in der Meerenge angesteuert und sei nach einem Warnschuss zum Stillstand gebracht worden. Die Straße von Hormus bleibe nun geschlossen, bis die USA ihre "Einmischung" in der Region beendeten, kein Schiff werde durchgelassen, jeder Vorwand für weitere Angriffe werde mit einer "scharfen Antwort" beantwortet, teilte die IRGC mit. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt, ein Großteil der globalen Öltransporte läuft durch die schmale Meerenge zwischen Iran und der arabischen Halbinsel.
USA reagieren mit dritter Angriffswelle
Nur Stunden nach der Ankündigung aus Teheran teilte das US-Zentralkommando (Centcom) mit, seine Streitkräfte hätten um 19:15 Uhr Ostküstenzeit die dritte Angriffswelle dieser Woche gegen Iran gestartet, nachdem die Revolutionsgarden das Schiff attackiert hätten. Insgesamt seien rund 140 militärische Ziele getroffen worden, darunter Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen, Munitionslager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsanlagen, so Centcom. Über die drei Angriffsnächte dieser Woche seien damit mehr als 300 Ziele getroffen worden, um Irans Fähigkeit zu schwächen, zivile Seeleute und Handelsschiffe anzugreifen. US-Kriegsminister Pete Hegseth schrieb dazu auf X: "Der Iran hat eine schlechte Entscheidung getroffen. Jetzt muss er dafür bezahlen." Nach Angaben iranischer Staatsmedien wurden in der Nacht auf Sonntag zudem Explosionen auf der Insel Qeshm gemeldet, während die Emirate und Katar ihre Luftabwehr aktivierten und in Bahrain erneut die Sirenen heulten.
Steigen die Ölpreise wieder?
Für den Ölmarkt kommt die Eskalation zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die maßgeblichen Rohölbörsen wie die ICE für die Sorte Brent und die NYMEX für WTI haben am Freitagabend geschlossen. Der elektronische Handel nimmt frühestens in der Nacht von Sonntag auf Montag wieder Fahrt auf, wenn in Asien der Montagshandel beginnt, bei NYMEX/WTI gegen Mitternacht mitteleuropäischer Zeit, bei ICE/Brent üblicherweise gut eine Stunde später. Bis dahin bleibt offen, wie stark die Nachrichten aus der Straße von Hormus tatsächlich auf die Notierungen durchschlagen, sobald der Handel wieder aufgenommen wird. Am Markt gilt die Meerenge seit Jahren als neuralgischer Punkt für die Ölversorgung: Ein Großteil der weltweiten Rohöltransporte muss die Engstelle passieren, weshalb frühere Zwischenfälle in der Region die Notierungen von Brent und WTI wiederholt kurzfristig anspringen ließen.
Wie geht es weiter?
Parallel zur militärischen Eskalation traf Irans Außenminister Abbas Araghtschi seinen omanischen Amtskollegen in Maskat. Oman legte dabei einen Vorschlag für zwei getrennt verwaltete Routen durch die Meerenge vor, eine südliche Route in omanischen Gewässern mit freier Durchfahrt wie vor dem Krieg, eine nördliche Route in iranischen Gewässern mit vorheriger Genehmigungspflicht durch Teheran, aber ohne Gebühren, berichtete CNN unter Berufung auf eine mit den Gesprächen vertraute Person. Der Vorschlag ist laut CNN noch nicht final vereinbart. Ob die Gespräche eine Deeskalation einleiten oder von weiteren Angriffen überholt werden, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen und bleibt der nächste Beobachtungspunkt für den Ölmarkt, sobald die Börsen wieder öffnen.
Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net
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