US-Schuldenlast

Goldpreis vor neuer Rally? Die US-Schulden könnten Gold weiter nach oben treiben


Goldpreis vor neuer Rally? Die US-Schulden könnten Gold weiter nach oben treiben

Während der Goldpreis vor der Fed-Entscheidung auf ein Monatstief fällt, sieht ein Fondsmanager die eigentliche Gefahr längst woanders.

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  • Experte bezeichnet Gold als den "Nordstern" unter den monetären Vermögenswerten
  • Sprott-Manager McIntyre sieht die US-Schuldenlast als eigentlichen Goldpreis-Treiber
  • Fed entscheidet am Mittwoch über eine mögliche Zinserhöhung
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Der Goldpreis fällt am Dienstag auf ein Monatstief und rutscht unter die Marke von 4.300 US-Dollar, während Anleger auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch blicken. Wer sich dabei nur auf den nächsten Zinsschritt konzentriere, verpasse das eigentliche Bild, sagt Ryan McIntyre, Präsident von Sprott Inc., im Interview mit Kitco News. In einer Welt wachsender Staatsverschuldung und schwindender fiskalischer Stabilität bleibe Gold der "Nordstern" unter den monetären Vermögenswerten. Nach seiner Einschätzung ist das Edelmetall trotz der starken Kursentwicklung der vergangenen Monate gerade bei US-Institutionellen weiterhin deutlich unterrepräsentiert.

Wenn Zinskosten schneller wachsen als die Wirtschaft

Im Zentrum von McIntyres Argumentation steht die US-Fiskallage. Entscheidend sei das Verhältnis zwischen Wirtschaftswachstum und den steigenden Zinskosten der Regierung: Sobald die Zinsausgaben das nominale Wachstum übersteigen, gerate die USA in Schwierigkeiten, weil sich die Zinslast dann nicht mehr aus eigener Kraft erwirtschaften lasse, erklärt McIntyre gegenüber Kitco. Bei einem nominalen Wachstum von aktuell rund 4 Prozent näherten sich die normalisierten Zinskosten der Regierung gefährlich nah an diese Schwelle an. Zugleich zeige der Anleihemarkt bereits erste Anzeichen dafür, dass die Politik die Kontrolle über die langfristigen Zinsen teilweise verliere. Eine fundamentale Neuausrichtung der Defizitpolitik sei nötig, dürfte das Wachstum aber zugleich belasten.

Zinsargument verliert an Gewicht, Gold wird zum Ventil

Traditionell gilt: Steigen die Zinsen, sinkt die Attraktivität von Gold, weil das Halten des zinslosen Edelmetalls dann höhere Opportunitätskosten verursacht. Genau dieses Argument verliere angesichts wachsender fiskalischer Risiken an Bedeutung, sagt McIntyre gegenüber Kitco News. Weil die USA wirtschaftlich zu groß seien, gebe es für Anleger im Grunde nur einen natürlichen Ausweg gegen diese Risiken, und das sei Gold. Ein gleichwertiges Ventil existiere nicht. McIntyre rechnet deshalb mit einer Welle neuer Investmentnachfrage und sogar mit Rekordbeständen in Gold-ETFs. Das Problem beschränke sich zudem nicht auf die Vereinigten Staaten: Fiskalische Risiken in mehreren großen Volkswirtschaften stärkten Golds Rolle als Vermögenswert ohne gegenläufige staatliche Verbindlichkeit zusätzlich.

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Goldpreis vor neuem Schub? Fed-Entscheidung als kurzfristige Randnotiz

Kurzfristig bleibt die Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch dennoch die wichtigste Hürde für den Goldpreis. Der Markt habe eine Anhebung bereits weitgehend eingepreist, doch die Entscheidung dürfte enger ausfallen als aktuell erwartet, so McIntyre, weil die Notenbank anhaltenden Inflationsdruck gegen die Folgen höherer Finanzierungskosten abwägen müsse. An der langfristigen Richtung ändere ein einzelner Zinsschritt aus seiner Sicht jedoch wenig: Hebe die Fed die Zinsen an, dürfte Gold höchstens für einen Tag nachgeben, bleibe die Anhebung dagegen aus, spreche das eher für steigende Notierungen. Für ihn zählt vor allem der langfristige Trend der Schuldenentwicklung, nicht die monatliche Zinsdebatte.

Der nächste konkrete Datenpunkt ist damit die Fed-Entscheidung am Mittwoch um 20 Uhr MESZ samt aktualisierten Wirtschaftsprognosen. Ob sich Gold danach wie von McIntyre erwartet stabilisiert oder die Reaktion stärker ausfällt als angenommen, dürfte sich in den Handelsstunden danach zeigen.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

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