Trading Idee: Infineon - Long-Chance an Unterstützungszone
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Die Aktien von Infineon Technologies (ISIN: DE0006231004), des in Neubiberg bei München ansässigen Halbleiterherstellers für Fahrzeuge, Industrie und Energieversorgung, notieren am Mittwochmittag im Bereich von 55,20 Euro.
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Reizvoll macht den Trade genau diese Unterstützung, an der die Verkäufer zuletzt mehrfach den Atem verloren haben. Von seinem Verlaufshoch bei 88,83 Euro aus dem Juni ist Infineon zwar deutlich zurückgefallen, doch ausgerechnet hier ballen sich die Haltepunkte, denn der 200er-EMA verläuft bei 55,78 Euro und der 10er-EMA knapp darüber bei 56,10 Euro. Nach oben deckelt der weit enteilte 50er-EMA bei 60,30 Euro gemeinsam mit der Ichimoku-Wolke den Spielraum, weshalb das Kursziel mit 57,80 Euro bewusst am unteren Rand dieser Widerstandszone angesetzt ist. Dass der Tages-RSI mit 43,73 weder überkauft noch überverkauft dasteht, passt zum Bild einer Aktie, die nach dem Absturz erst einen Boden sucht, von dort aus aber genug Luft für eine Gegenbewegung behält.
Dass an diesem Boden mehr stecken könnte als eine charttechnische Marke, liegt am jüngsten Zahlenwerk. Anfang August meldete der Konzern für das dritte Geschäftsquartal 4,17 Milliarden Euro Umsatz und übersprang damit erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder die Schwelle von vier Milliarden, neun Prozent mehr als im Vorquartal und dreizehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Vorstand hob prompt die Umsatzprognose für das laufende Jahr auf rund 16,3 Milliarden Euro an und stellte einen bereinigten freien Barmittelzufluss von etwa 1,85 statt 1,65 Milliarden Euro in Aussicht, dem allerdings unbereinigt, nach den Abflüssen für den jüngsten Zukauf, nur rund 0,9 Milliarden gegenüberstehen. Der Haken saß bei der Profitabilität, denn die Segmentmarge blieb mit 19,1 Prozent knapp unter den erwarteten 19,6 Prozent und belegt, dass die Erträge dem Umsatz noch hinterherlaufen.
An der Börse ist diese Wende erst zum Teil angekommen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31,75 für das laufende Jahr wirkt happig, fällt bis 2028 aber auf 14,71, weil die Gewinne je Aktie aus dem Tal heraus von 1,74 über 2,81 auf 3,77 Euro klettern sollen. Gegenüber dem Kurs-Gewinn-Verhältnis des Gesamtmarkts um 16 ist das derzeit hoch, gegenüber der Halbleiterbranche um 23 dagegen eher unauffällig, und es zeigt, dass der Löwenanteil des Gewinnsprungs noch aussteht. Im Schnitt trauen die Analysten dem Titel knapp 87 Euro zu, bei einer weiten Spanne von 50 bis 124 Euro, doch ausgerechnet Morgan Stanley nahm die Empfehlung zuletzt auf Halten zurück und kappte das Ziel auf 65 Euro, während modellbasierte Faire Werte um 51 Euro sogar unter der aktuellen Notierung liegen. Die seit sechzehn Jahren verlässlich gezahlte Dividende trägt mit knapp 0,7 Prozent Rendite nur eine Nebenrolle.
Am 10. November legt Infineon seine Zahlen für das Schlussquartal vor. Erwartet werden dort rund 4,7 Milliarden Euro Umsatz, erneut etwa dreizehn Prozent über dem Vorquartal, und ein Sprung der Segmentmarge auf um die 23 Prozent nach den mageren 19,1. Genau diese Brücke muss der Kurs im Bereich zwischen 54 und 58 Euro vorwegnehmen. Nahrung bekommt die Hoffnung vom Geschäft mit Stromversorgungschips für KI-Rechenzentren, das im laufenden Jahr über 1,6 Milliarden Euro erreichen und sich damit gegenüber gut 700 Millionen mehr als verdoppeln soll, für das kommende Jahr peilt der Konzern über 2,5 Milliarden an, dazu kommen rund 500 Millionen aus der klassischen Rechenzentrumsversorgung. Zusammen mit der Neuordnung in drei Sparten seit Anfang August und dem im Juli abgeschlossenen Zukauf eines Sensorgeschäfts von ams OSRAM für 570 Millionen Euro ergibt das eine intakte Wachstumsgeschichte, auf deren Fortsetzung der Trade aber bewusst nicht setzt, denn 57,80 Euro markieren den unteren Rand des Widerstands und nicht das mittlere Analystenziel.
Gegen den Trade steht zuallererst der noch intakte Abwärtstrend, daher ist der Stopp auch eng gesetzt. Die Erholung im wichtigen Autogeschäft zieht sich, rund um den Wechsel auf die 800-Volt-Technik und den Wettbewerb bleiben Fragen offen, und die zuletzt verfehlte Marge belegt, dass die Profitabilität hinterherhinkt. Auf die heutigen Gewinne gerechnet ist die Aktie teuer, und als konjunktursensibler Halbleiterwert schwankt sie mit Weltwirtschaft und Wechselkursen. Fällt der Kurs unter die Unterstützung um 54 Euro und den Stopp bei 53,80 Euro und taucht nachhaltig unter den 200er-EMA, ist die Erholungsthese vom Tisch.
Fazit:
Wer den erwarteten nachhaltigen Abprall handeln möchte, findet im Open-End-Turbo-Long von Morgan Stanley mit der WKN MN89NE und einem Hebel von 8,68 einen möglichen Schein. Der Einstieg liegt bei 55,20 Euro, der Stopp Löss bei 53,80 Euro und das Kursziel im Underlying bei 57,80 Euro. Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt 1,80. Die Knock-out-Schwelle von 49,42 Euro liegt unter dem Stopp. Wegen des weiterhin fallenden übergeordneten Trends und des heutigen US-Zinsentscheids sollte die Position deutlich kleiner als üblich bleiben.
Risikohinweis: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Werte dar. Die besprochenen Wertpapiere sind sehr volatile und risikoreiche Anlageformen. Dies ist keine Anlageberatung, und jede Entscheidung erfolgt auf eigenes Risiko. Hinweis: Stopp-Loss-Marken und Gewinnziele dienen lediglich als Orientierung und sollten an das individuelle Risiko- und Geldmanagement sowie die tagesaktuelle Marktentwicklung angepasst werden. Gewinne sollten eigenverantwortlich realisiert werden. Das Erreichen des Kursziels basiert auf dem angegebenen Zielkurs des Basiswerts. Der Autor ist zum Zeitpunkt der Analyse nicht in Infineon-Aktien investiert.
| Infineon | |
|---|---|
| Basiswert | Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004) |
| Produktgattung | Open End Turbo (Long) |
| Emittent | Morgan Stanley |
| ISIN/WKN Hebelprodukt | DE000MN89NE1 / MN89NE |
| Laufzeit | open end |
| Kurs K.-o.-Call (Datum) | 6,10/6,13€ (16.09.2026, 13:52 Uhr) |
| Basispreis variabel | 49,42€ |
| Knock-out-Schwelle | 49,42€ |
| Hebel | 8,68 |
| Abstand zum Knock-out | 10,40% |
| Stop-Loss Call | 4,77€ |
| Ziel Call | 8,77€ (+41,45%) |
Risikohinweis: | |
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Bildquellen: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images, 360b / Shutterstock.com
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