Ab 2027

TSMC-Aktie gefragt: Kräftige Preiserhöhungen bei KI-Chips sollen Marge weiter stärken


TSMC-Aktie gefragt: Kräftige Preiserhöhungen bei KI-Chips sollen Marge weiter stärken

Bei TSMC rollt offenbar eine kräftige Preisrunde für die modernsten Chips an, mit Folgen für die eigene Marge und für Kunden wie Apple und NVIDIA.

Werte in diesem Artikel

  • TSMC will wohl Preise um bis zu zehn Prozent anheben
  • Bruttomarge von TSMC bereits jetzt auf Rekordniveau
  • Kunden wie Apple, NVIDIA und QUALCOMM dürften höhere Kosten zu spüren bekommen
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TSMC will seinen Kunden für die fortschrittlichsten Fertigungsprozesse künftig offenbar deutlich höhere Preise in Rechnung stellen. Laut einem Bericht von Nikkei Asia, der sich auf Insideraussagen beruft, plant der weltgrößte Auftragsfertiger von Halbleitern seine Preise für Dienstleistungen sowohl in der Fertigung fortschrittlicher als auch etablierter Chips im kommenden Jahr um bis zu 10 Prozent anzuheben, um gestiegenen Kosten für Materialien und Fertigungsanlagen zu kompensieren.

Die Basispreise sollen dabei um 5 bis 10 Prozent erhöht werden, mit dem stärksten Aufschlag bei Hochleistungsrechnern und KI-Beschleunigern. Betroffen sind jedoch auch Prozesstechnologien im Bereich von 7 Nanometern und darunter, die im jüngsten Quartal 77 Prozent des gesamten Wafer-Umsatzes von TSMC ausmachten. Zusätzlich sei auch ein weiterer Aufschlag von 10 bis 15 Prozent für Bestellungen von Chips für Hochleistungsrechner, die über die ursprünglichen Prognosen der Kunden hinausgehen, geplant. Der Schritt trifft auf eine Bruttomarge, die schon jetzt Rekordniveau erreicht hat, und rückt damit sofort die Frage in den Fokus, wie viel zusätzliche Profitabilität TSMC daraus ziehen kann und wer am Ende die Rechnung zahlt.

Woher der Preisdruck kommt

Wie der frühere Bloomberg-Kolumnist Tim Culpan in seinem Branchenbrief Culpium schon im Juni unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, habe die Konzernführung ihre Vertriebsteams intern angewiesen, Wege für höhere Preise zu finden. Als Vorbild dienen offenbar die Speicherchip-Hersteller Samsung, SK hynix und Micron, die ihre Preise bereits im ersten Quartal 2026 um 65 bis 90 Prozent anhoben und damit ihre Bruttomargen teils verdoppelten. Eine offizielle Bestätigung von TSMC selbst steht bislang aus.

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Marge schon auf Rekordniveau

Für die Marge von TSMC könnte der Schritt spürbar wirken. Laut der Culpium-Analyse könnte eine durchschnittliche Preiserhöhung von 5 Prozent die Bruttomarge im Gesamtjahr um rund 2 Prozentpunkte steigern. Und das bei einem Unternehmen, das ohnehin schon Rekorde schreibt: Im zweiten Quartal 2026 lag die Bruttomarge laut Quartalsbericht bei 67,7 Prozent, der Nettogewinn kletterte im Jahresvergleich um 77,4 Prozent auf 706,56 Milliarden Taiwan-Dollar, und der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar. Für das dritte Quartal peilt das Management trotz laufender milliardenschwerer Investitionen eine Bruttomarge von 65 bis 67 Prozent an.

Kapazitätsausbau als Kostentreiber

Woher der Kostendruck kommt, der die Preiserhöhung offiziell begründen soll, zeigt sich am Kapazitätsausbau. TSMC kündigte erst kürzlich eine weitere Investition von 100 Milliarden US-Dollar in Arizona an, womit sich die dortigen Zusagen auf insgesamt 265 Milliarden US-Dollar summieren. Parallel dazu wächst die Fertigung der modernsten 2-Nanometer- und A16-Prozesse nach Unternehmensangaben zwischen 2026 und 2028 mit einer jährlichen Rate von rund 70 Prozent. Steigende Kosten für neue Fabriken, Fachkräfte und den anspruchsvollen 2-Nanometer-Prozess treffen so auf eine Nachfrage, die nach Einschätzung von Marktbeobachtern das Angebot weiterhin übersteigt.

Kunden zahlen die Zeche

Die Rechnung dürfte am Ende bei den Kunden landen. Apple, NVIDIA, AMD und QUALCOMM zählen zu den größten Abnehmern der fortschrittlichen TSMC-Prozesse und dürften die höheren Wafer-Preise zumindest teilweise an ihre eigenen Kunden weiterreichen. Einen Vorgeschmack darauf lieferte bereits die Speicherchip-Krise: Der scheidende Apple-Chef Tim Cook bezeichnete die Preissprünge bei Arbeitsspeicher als eine "untragbare Situation" und begründete damit höhere Preise für eigene Produkte. Ob sich ein ähnliches Muster nun auch bei Prozessorchips wiederholt, dürfte sich in den kommenden Produktzyklen von Smartphones und KI-Beschleunigern zeigen.

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Bewertung der TSMC-Aktie bleibt anspruchsvoll

An der Börse zeigen sich Analysten von der Kombination aus hohen Ausgaben und Preissetzungsmacht bislang wenig beeindruckt. Die UBS hob das Kursziel für die TSMC-Aktie am Taiwaner Heimatmarkt in einer Studie von Mitte Juni von 3.000 auf 3.400 Taiwan-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung, mit Verweis auf die steigende Nachfrage durch künstliche Intelligenz. Susquehanna-Analyst Mehdi Hosseini bestätigte am 17. Juli seine positive Einschätzung für den Hinterlegungsschein und hob sein Kursziel leicht auf 600 US-Dollar an.

Am Dienstag beendete die TSMC-Aktie den Handel in Taiwan mit einem Aufschlag von 3,88 Prozent bei 2.410 Taiwan-Dollar. An der NYSE legt der TSMC-ADR im vorbörslichen Handel zeitweise um 3,82 Prozent auf 417,68 US-Dollar zu. Anleger sollten jedoch nicht ausblenden, dass die Bewertung nach der langen Rally bereits hohe Erwartungen einpreist und TSMC stark von wenigen großen Kunden aus dem KI-Geschäft abhängt.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com

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