DroneShield-Aktie vor dem Halbjahresbericht: Kaufsignal oder Bewertungsfalle?
Analysten trauen DroneShield bis 2029 einen Umsatzsprung zu, doch die Meinungen zum aktuellen Kursniveau der Aktie gehen weit auseinander.
Werte in diesem Artikel
- Wachstumsprognosen und Kursverlauf erzählen bei DroneShield zwei Geschichten
- Vier Analystenhäuser kommen zu gegensätzlichen Schlüssen über den fairen Wert
- Neues Produkt rückt die Bewertungsfrage der DroneShield-Aktie in den Fokus
Die Frage, ob die DroneShield-Aktie mittlerweile zu günstig sei, um sie zu ignorieren, treibt Anleger um. Der australische Anbieter von Drohnenabwehr-Technologie steht kurz vor der Veröffentlichung seines Halbjahresberichts, während Analysten und Bewertungsmodelle zu widersprüchlichen Einschätzungen kommen.
Wachstumsprognosen treffen auf skeptischen Kursverlauf
The Motley Fool warf zuletzt die Frage auf, ob der Aktienkurs von DroneShield mittlerweile so günstig sei, dass man ihn nicht mehr ignorieren könne. Der Vorstoß trifft einen wunden Punkt: Nach den von Ad-Hoc-News zitierten Analystenschätzungen soll der Umsatz des Unternehmens bis 2029 auf 519,9 Millionen australische Dollar steigen, verbunden mit einem Gewinn von 81,6 Millionen australischen Dollar und einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 33,8 Prozent. Im optimistischeren Szenario werden sogar 582 Millionen australische Dollar Umsatz und 110 Millionen australische Dollar Gewinn genannt, gestützt auf eine Projekt-Pipeline von 2,3 Milliarden australischen Dollar.
Diesen Wachstumszahlen steht eine Bewertungseinschätzung von Simply Wall St gegenüber, die den fairen Wert der Aktie auf 3,73 australische Dollar beziffert und damit ein theoretisches Aufwärtspotenzial von 91 Prozent gegenüber dem Kursniveau vom letzten Schlusskurs bei 1,95 australischen Dollar errechnet. Die Diskrepanz zwischen Wachstumsstory und Kursverlauf ist genau der Punkt, der die Aktie für Anleger interessant, zugleich aber auch erklärungsbedürftig macht.
DroneShield-Aktie: Analystenkonsens bleibt gespalten
Der Blick auf die Analystenmeinungen zeigt ein uneinheitliches Bild. Canaccord Genuity stufte die Aktie Anfang August mit "Buy" und einem Kursziel von 2,80 australischen Dollar ein, Bell Potter folgte ebenfalls mit "Buy" und einem Kursziel von 2,50 australischen Dollar. Gegenläufig positionierten sich Jefferies, die Ende Juli ein "Sell"-Rating mit einem Kursziel von 1,60 australischen Dollar vergaben, sowie Ord Minnett, die mit einer identischen Einstufung und demselben Kursziel folgten. In Summe ergibt sich laut TipRanks ein neutraler Konsens aus zwei Kauf- und zwei Verkaufsempfehlungen mit einem mittleren Kursziel von rund 2,13 australischen Dollar und einer Spanne von 1,6 bis 2,8 australischen Dollar.
Die gespaltene Einschätzung spiegelt die Unsicherheit über die Guidance wider. DroneShield hatte im Rahmen eines Trading-Updates Ende Juli die Jahresprognose auf 250 bis 270 Millionen australischen Dollar Umsatz festgelegt. Diese Spanne bestätigte das Unternehmen im Vorfeld des Halbjahresberichts unverändert. Laut vorläufigen Angaben lag der Umsatz im ersten Halbjahr bei 125,8 Millionen australischen Dollar, davon 14,2 Millionen australische Dollar wiederkehrende Erlöse, bei einer Bruttomarge von rund 60 Prozent.
Neues Produkt und sicherheitspolitisches Umfeld
Anfang August stellte DroneShield mit RfRecon ein neues tragbares Produkt zur Funkaufklärung vor, das auf der unternehmenseigenen RfAI-3-Architektur aufbaut. Gegenüber bisherigen Lösungen bietet RfRecon laut Unternehmensangaben etwa die sechsfache Funkfrequenz-Spektrumsabdeckung, die vierfache Rechen- und KI-Leistung, die 31-fache Speicherkapazität und den achtfachen Arbeitsspeicher. CEO Angus Bean wird mit den Worten zitiert, RfRecon bringe die Funkaufklärung "direkt an den taktischen Einsatzrand". Erste Kundengespräche laufen bereits, konkrete Umsatzbeiträge werden aber frühestens in der zweiten Jahreshälfte erwartet.
Das sicherheitspolitische Umfeld liefert zusätzlichen Rückenwind für das Geschäftsfeld: Südkorea und die Vereinigten Staaten haben die Militärübung Ulchi Freedom Shield für den Zeitraum vom 17. bis 27. August angesetzt, die explizit Trainingselemente zur Drohnenabwehr, zu GPS-Störungen und Cyberangriffen umfasst. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb: Der israelische Anbieter XTEND sicherte sich einen NATO-Auftrag im Wert von bis zu 15 Millionen US-Dollar von einem europäischen Bündnispartner, davon 4,5 Millionen US-Dollar allein für das erste Jahr.
Der offizielle Halbjahresbericht am 26. August dürfte zeigen, ob die vorläufigen Zahlen und die Margenentwicklung Bestand haben und wie belastbar die Jahresprognose tatsächlich ist. In Sydney schloss die DroneShield-Aktie zuletzt 3,17 Prozent im Plus bei 1,95 australischen Dollar.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Droneshield
