Defensivwert am Hoch

Coca-Cola-Aktie nimmt Kurs auf Rekordhoch: Das treibt Warren Buffetts Klassiker an


Coca-Cola-Aktie nimmt Kurs auf Rekordhoch: Das treibt Warren Buffetts Klassiker an

Die Coca-Cola-Aktie steht kurz vor ihrer Bestmarke, doch ein Detail aus den Zahlen zum zweiten Quartal passt nicht zum gängigen Bild vom reinen Preiserhöher.

Werte in diesem Artikel
Aktien

280.90 EUR 1.00 EUR 0.36 %

309.05 EUR 3.65 EUR 1.20 %

80.38 EUR 0.08 EUR 0.10 %

  • Coca-Cola wächst im zweiten Quartal 2026 vor allem über Menge statt Preis
  • Dividende steigt 2026 zum 64. Mal in Folge auf 2,12 US-Dollar je Aktie
  • Ende Oktober stehen Zahlen zum dritten Quartal an
Werbung

Die Aktie von Coca-Cola rückt in den letzten Tagen immer näher an ihre Bestmarke heran: Nachdem das Papier tags zuvor bereits um knapp zwei Prozent auf 89,79 US-Dollar zugelegt hat, geht es im NYSE-Handel am Dienstag um 0,3 Prozent auf 90,06 US-Dollar nach oben. Damit notiert sie nur noch etwas mehr als zwei Prozent unterhalb ihres Rekordhochs von 92,49 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 28,44 Prozent zu Buche, der S&P 500 kommt im selben Zeitraum nur auf 14 Prozent. Entscheidend ist allerdings, ob dieser Lauf fundamental gedeckt ist oder vor allem eine Flucht in vermeintlich sichere Häfen.

Coca-Cola wächst über Menge statt über Preis

Die Antwort beginnt in der Bilanz zum zweiten Quartal, die Coca-Cola am Ende Juli dieses Jahres vorgelegt hat. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 13,4 Milliarden US-Dollar, organisch, also ohne Effekte aus Wechselkursen und Firmentransaktionen, um 6 Prozent. Davon entfielen vier Prozentpunkte auf höhere Konzentratverkäufe und nur zwei Punkte auf Preis und Produktmix. Die verkaufte Menge an Getränken legte sogar um 5 Prozent zu.

Das gängige Bild vom Konzern, der vor allem über Preiserhöhungen wächst, stimmt damit für das zweite Quartal nur eingeschränkt. Die Preissetzungsmacht ist zwar intakt, am deutlichsten in Nordamerika, wo Preis und Mix um 4 Prozent und der Absatz um 3 Prozent zulegten. In Asien und dem Pazifikraum sank der Preisbeitrag dagegen um 9 Prozent, vor allem wegen eines ungünstigen Produktmix und günstigerer Angebote. Unter dem Strich weitete sich die bereinigte operative Marge von 34,7 auf 35,6 Prozent aus. Der Konzern hob daraufhin die Prognose an und erwartet für 2026 nun ein organisches Umsatzplus von rund 5 Prozent statt bisher 4 bis 5 Prozent sowie ein Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie von 9 bis 10 Prozent.

Werbung

Warum Anleger defensive Werte wieder suchen

Gute Zahlen allein erklären den Kursverlauf allerdings nicht, denn das Marktumfeld spielt der Aktie zusätzlich in die Karten. Bereits im Juli berichtete Bloomberg unter Berufung auf die Handelsabteilung Prime Services von Goldman Sachs, dass Hedgefonds US-Technologiewerte in den zwei Monaten zuvor in Rekordtempo abgebaut hatten. Strategen der Bank führten das wiedererwachte Interesse an anderen Sektoren auf die starken Schwankungen bei Aktien rund um die Infrastruktur für künstliche Intelligenz zurück. Wer Risiko reduziert, landet häufig bei Basiskonsumgütern, deren Nachfrage auch in schwächeren Phasen kaum einbricht.

Als Anker dient dabei auch die Dividende. Mitte Februar beschloss der Verwaltungsrat die 64. Anhebung in Folge, die Quartalsausschüttung stieg um rund 4 Prozent von 51 auf 53 US-Cent, aufs Jahr gerechnet sind das 2,12 US-Dollar je Aktie. 2025 schüttete Coca-Cola insgesamt 8,8 Milliarden US-Dollar an seine Aktionäre aus, für 2026 stellt das Management einen freien Cashflow von rund 12,4 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Ausschüttung ist damit solide gedeckt. Einer der bekanntesten Profiteure dieser Verlässlichkeit sitzt in Omaha.

Buffetts Dauerbrenner im Depot von Berkshire

Denn Berkshire Hathaway stieg 1988 bei Coca-Cola ein und hält seit Mitte der 1990er Jahre unverändert 400 Millionen Aktien. Dass Warren Buffett ein großer Fan der Aktie ist, zeigt auch die Gewichtung der Aktie im Portfolio des Konglomerats. Laut der Pflichtmeldung nach Formular 13F an die US-Börsenaufsicht SEC war das Paket zum 30. Juni rund 32,5 Milliarden US-Dollar wert und machte knapp 11 Prozent des gemeldeten Aktienportfolios aus. Als Einzelposten ist es damit die drittgrößte Beteiligung nach Apple und American Express.

Werbung

Chancen und Risiken der Coca-Cola-Aktie

Auf der Chancenseite stehen die Schwellenländer. Konzernweit führten unter anderem Indien und China das Mengenwachstum im zweiten Quartal an, in Asien und dem Pazifikraum legte der Absatz um 8 Prozent zu. Hinzu kommt die zuckerfreie Variante Coca-Cola Zero Sugar, deren Absatz um 16 Prozent stieg. Einen weiteren Hebel bietet die Abgabe eigener Abfüllbetriebe an Partner: Der Konzern wird dadurch schlanker und margenstärker, der geplante Verkauf des Abfüllgeschäfts in Afrika soll zum Ende des dritten oder im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.

Dem stehen Risiken gegenüber. Die Bewertung ist mit einem KGV von rund 27 ambitioniert, während der Gewinn je Aktie laut Prognose nur um 9 bis 10 Prozent wachsen soll. Rund 3 Punkte davon liefern Währungseffekte, ein starker Dollar belastet 2026 also nicht, das kann sich aber ändern. Vorstandschef Henrique Braun sprach bei Vorlage der Zahlen im Juli selbst von einem wechselhaften Konsumumfeld. Dazu kommen die Gesundheitsdebatte um Zucker und Süßstoffe sowie steigende Kosten für Rohstoffe und Verpackungen, die den Margenanstieg bereits im zweiten Quartal dämpften.

Worauf es bei den Zahlen zum dritten Quartal ankommt

Die nächste Bewährungsprobe folgt am 27. Oktober 2026, wenn Coca-Cola vor Handelsbeginn an der NYSE die Zahlen zum dritten Quartal vorlegt. Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 0,88 US-Dollar. Spannender als die Gewinnzahl ist jedoch das Volumen: Im zweiten Quartal halfen die Kampagne zur Fußballweltmeisterschaft und ein schwacher Vergleichswert aus dem Vorjahr. Hält das Mengenwachstum auch ohne diese Sondereffekte, dürfte die Bestmarke vom August ernsthaft in Reichweite rücken. Schwächt es sich ab, rückt die hohe Bewertung wieder in den Vordergrund.

Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: aswadie / Shutterstock, Katherine Welles / Shutterstock.com

Aktuelle Apple Aktie News

Werbung

Apple Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Apple nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
12.10.26 Apple Overweight JP Morgan Chase & Co.
12.10.26 Apple Overweight JP Morgan Chase & Co.
06.10.26 Apple Neutral UBS AG
05.10.26 Apple Overweight JP Morgan Chase & Co.
30.09.26 Apple Neutral UBS AG

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.