DroneShield-Aktie vor neuer Chance? Auf See steigt die Nachfrage nach Drohnenabwehr
Reeder rüsten ihre Tanker gegen Drohnen auf, doch in den Berichten über die Nachfrage fallen bislang andere Namen als DroneShield.
Werte in diesem Artikel
- Reeder rüsten ihre Schiffe nach Angriffen auf See gegen Drohnen auf
- DroneShield bietet ein Schiffssystem, Aufträge von Reedern fehlen bislang
- Rivale EOS hat sich mit MARSS einen Spezialisten für Schiffe gesichert
Die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer und im Nahen Osten treiben Reeder zu Investitionen in Abwehrtechnik, wie aus einem Bericht von "Investing" hervorgeht. Das könnte auch für die DroneShield-Aktie einen neuen zivilen Absatzmarkt eröffnen. Ob der australische Spezialist davon profitiert, ist allerdings offen: In dem Bericht über die steigende Nachfrage kommen bislang vor allem seine Wettbewerber zu Wort.
Reeder fragen Drohnenabwehr nach
Demnach sollen die Anbieter MARSS, Drone Defence und D-fend Solutions dem Artikel zufolge mehr Anfragen von Schiffseignern melden, vor allem von Betreibern von Öl- und Gastankern sowie von Schiffen, die Offshore-Energieanlagen versorgen. Richard Gill, Chef von Drone Defence, beziffert die Kosten für ein radargestütztes System mit Kameras und Störsender auf rund 500.000 US-Dollar je Öltanker. Wer seine Schiffe schützen könne, so Gill, könne auch riskantere Routen fahren.
Der wirtschaftliche Anreiz sei dabei erheblich, heißt es weiter. Die Charterrate für einen Supertanker durch die Straße von Hormus Richtung China stieg in der Woche bis zum 2. Oktober auf ein Rekordniveau von 1,2 Millionen US-Dollar pro Tag, nach rund 79.000 US-Dollar im September 2025. Nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO kamen im Golf seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran Ende Februar 2026 mehr als 20 Seeleute durch Drohnen- und Raketenangriffe ums Leben. Viele Schiffe behelfen sich bislang mit Netzen, Wassertanks und Reifen, wie Reuters Anfang September aus dem Bosporus berichtete.
Was DroneShield auf See anbieten kann
Technisch ist DroneShield für dieses Feld aufgestellt. Das Unternehmen bietet tragbare und fest installierte Systeme für Häfen und Schiffe an. Kernprodukt ist DroneSentry-X, ein System zum Erkennen und Abwehren von Drohnen, das sich auf Fahrzeugen oder Schiffen montieren lässt. Es deckt damit genau die Kombination aus Sensorik und elektronischer Störung ab, die Reeder nach Angaben der Anbieter derzeit nachfragen.
Auch beim Wachstum liefert DroneShield. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 74 Prozent auf 125,8 Millionen australische Dollar. Für das Gesamtjahr peilt das Management 250 bis 270 Millionen australische Dollar an, davon waren am 21. August bereits 240 Millionen vertraglich gesichert. Nichtmilitärische Behörden und gewerbliche Kunden steuerten im Halbjahr 15 Prozent zum Umsatz bei. Einen Auftrag aus der Handelsschifffahrt hat DroneShield bislang nicht gemeldet.
Rivale EOS hat sich den Schiffsspezialisten gesichert
Gewichtiger ist die Konkurrenz. MARSS, einer der Anbieter, die von der Nachfrage der Reeder berichten, gehört inzwischen zum australischen Rivalen Electro Optic Systems (EOS). EOS zahlte für das Geschäft vorab 36 Millionen US-Dollar, hinzu kommt eine erfolgsabhängige Zahlung von bis zu 100 Millionen Euro, gekoppelt an künftige Aufträge von MARSS. Deren Plattform NiDAR bündelt Radar und Kameras an Bord und kann je nach Rechtslage im Einsatzgebiet auch kinetische Abwehr einbinden.
Rob Balloch, Wachstumschef von MARSS, spricht "Investing" zufolge von einem deutlichen Sprung bei Schiffen, die Offshore-Öl- und Gasanlagen versorgen. Technik und Integrationssoftware hätten einen Preis erreicht, bei dem sich die Investition gegenüber den Ausfalltagen durch solche Bedrohungen rechne. Auch D-fend Solutions aus Israel, das die Steuerung feindlicher Drohnen übernimmt und sie sicher landet, hat eine robuste Version für den Einsatz auf See entwickelt und nennt sie einen großen Wachstumstreiber.
Grenzen der Störtechnik und Risiken für die DroneShield-Aktie
Der maritime Markt hat zudem technische Grenzen. Störsender zielen auf Funkverbindung und Satellitennavigation von Drohnen, gegen die Raketen, die im Golf ebenfalls Schiffe treffen, helfen sie nicht. Und solange sich viele Reeder mit Netzen und Wassertanks behelfen, bleibt die Zahl der Schiffe mit Systemen im Wert von Hunderttausenden US-Dollar begrenzt.
Hinzu kommen unternehmensspezifische Risiken. DroneShield wies für das erste Halbjahr 2026 einen Nettoverlust von 32,2 Millionen australischen Dollar aus, nach einem Gewinn von rund 2 Millionen im Vorjahreszeitraum. Außerdem unterstützt das Unternehmen die australische Finanzaufsicht ASIC bei einer Untersuchung zu Börsenmitteilungen und zum Aktienhandel im November 2025, deren Ausgang offen ist.
Die DroneShield-Aktie schloss an der Börse in Sydney am Montag 1,10 Prozent tiefer bei 1,805 AUD. Im bisherigen Jahresverlauf hat der Titel bereits einen Kurseinbruch von rund 41 Prozent verzeichnet.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Droneshield
