Ende des Booms

Tesla, BMW & Co: Macht der hohe Strompreis E-Autos weniger attraktiv?

17.10.22 22:26 Uhr

Tesla, BMW & Co: Macht der hohe Strompreis E-Autos weniger attraktiv? | finanzen.net

Elektroautos sollten dank geringer laufender Kosten und niedrigen Strompreisen mit der Zeit günstiger werden als Verbrenner. Doch die Strompreise steigen und besonders an den Schnellladestationen wird der Strom immer teurer.

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• E-Auto Boom könnte ab 2023 zurückgehen
• Kostennachteile von E-Autos gegenüber Verbrennern zu erwarten
• E-Autos als Firmenwagen in Deutschland unattraktiv

Ob es sich bei der Neuanschaffung um einen Verbrenner oder ein E-Auto handeln soll, ist oft eine Kostenfrage. Bisher galt: Der Verbrenner ist günstiger in der Anschaffung, doch das Elektroauto holt die Mehrkosten über die Nutzungsdauer wieder rein. Das könnte sich jedoch in naher Zukunft ändern, warnt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer in einer Studie des Center Automotive Research-Instituts, die dem Handelsblatt vorliegt.

E-Autos könnten ab 2023 an Beliebtheit verlieren

Elektrofahrzeuge wurden in den vergangenen Jahren immer beliebter und haben damit eine rasante Aufholjagd gegenüber den Verbrennern gestartet. Vor allem die hohen staatlichen Subventionen in Form des Umweltbonus sorgten für hohe Verkaufszahlen. Im Jahr 2021 stieg somit der Absatz von Elektroautos laut Kraftfahrt-Bundesamt um 83 Prozent an, der von hybriden Fahrzeugen um 43 Prozent. Der Marktanteil lag dabei bei 14 Prozent und 29 Prozent. Noch im ersten halben Jahr dieses Jahres hielt die Beliebtheit an, doch für 2023 wird ein Ende des Booms prophezeit.

Automobilexperte warnt vor Kostennachteilen

Der CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer befürchtet, dass sich E-Autos durch wegfallende Fördergelder und die stark steigenden Strompreise kaum noch rentieren werden. Dadurch falle die Attraktivität der E-Autos weg. Im Rahmen der Studie des CAR-Instituts wurden drei beliebte E-Auto Modelle mit gleichwertigen Verbrennern verglichen: der Fiat 500e und der Opel Mokka-e jeweils mit ihren Verbrenner-Versionen sowie der Tesla Model 3 mit dem BMW 3er. Verglichen wurden die Full-Service-Leasingkosten, Treibstoff und Anschaffungskosten eines Verbrenners mit monatlichen Abo-Raten, Stromkosten und Anschaffungskosten des E-Autos bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern. Bei der Kalkulation zogen die E-Autos zu den Konditionen im Sommer noch einen Kostenvorteil gegenüber den Verbrennern mit sich, der sich allerdings jetzt schon nicht mehr halten kann. "Ab 2023 laufen Elektroautos in deutliche Kostennachteile für die Verbraucher in Deutschland", heißt es im Rahmen der Analyse.

E-Autos besonders als Firmenwagen unattraktiv

Während laut Handelsblatt in unseren Nachbarländern Frankreich, England oder in den Niederlanden Firmenwagen die Treiber der Elektromobilität sind, sieht es in Deutschland ganz anders aus: Nur 13 Prozent der Dienstwagen, die 2021 zugelassen wurden, fahren elektrisch. Die Gründe dafür reichen von Förderung und Verfügbarkeit bis hin zu dem neuesten Hindernis: hohe Ladekosten. So hat etwa der US-Autobauer Tesla die Preise an seinen Ladestationen angehoben. Auch der niederländische Großbetreiber Allego erhöht auf 85 Cent pro Kilowattstunde. Außerdem seien insbesondere Dienstwagen auf der Straße auf Flexibilität und Schnelladestationen angewiesen. Gerade zu den Stoßzeiten könne es zu langen Wartezeiten an den Ladesäulen kommen, wenngleich die Ladeinfrastruktur sich kontinuierlich verbessere.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Nadezda Murmakova / Shutterstock.com, Bubble_Tea Stock / Shutterstock.com

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