CoreWeave-Aktie leichter: 240 Megawatt in Navi Mumbai für den Indien-Einstieg
CoreWeave baut mit AdaniConneX bei Mumbai ein Rechenzentrum mit drei Gebäuden, Start der ersten Phase ist erst Mitte 2028 geplant.
Werte in diesem Artikel
- Zweiter Schritt nach Indonesien in Asien
- Option auf Verdopplung der Kapazität steht im Raum
- Analysten bleiben bei der Aktie gespalten
Die Aktie notiert im US-Handel am Mittwoch mit 87,77 US-Dollar zeitweise 4,31 Prozent im Minus.
Drei Gebäude auf dem Campus Taloja
Der Standort liegt auf dem AdaniConneX-Campus Taloja und umfasst drei Gebäude mit je 80 MW, wie CoreWeave gestern mitteilte. CoreWeave wird alleiniger Mieter. Zudem besteht die Möglichkeit, die Kapazität um bis zu 240 MW zu verdoppeln.
Die erste Phase soll Mitte 2028 verfügbar sein, weitere Kapazität folgt in Phasen. Eingesetzt werden soll die NVIDIA-Plattform Vera Rubin für Training, Inferenz, Reasoning und agentische Workloads. Die Anlagen sind auf hohe Leistungsdichte ausgelegt, mit Direct Liquid Cooling für die GPU-Hallen und einem nicht-evaporativen Kaltwassersystem.
Strategie hinter dem Schritt von CoreWeave
COO Sachin Jain sagte, Indien habe Talente, Entwickler und Ehrgeiz, um ein großes KI-Innovationszentrum zu werden. CoreWeave investiere in Infrastruktur, Technologie und lokale Präsenz. Geplant sind ein Büro in Indien und lokale Einstellungen. Als Hintergrund nennt das Unternehmen die IndiaAI Mission und wachsende Kundennachfrage.
Der Schritt folgt auf Indonesien. Dort kündigte CoreWeave am Anfang August drei Anlagen mit zusammen 360 MW vertraglich gesicherter IT-Leistung an, die 2028 ans Netz gehen sollen.
Zahlen und Kapitalbedarf
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf 2,58 Milliarden US-Dollar nach 1,21 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 626 Millionen US-Dollar. Der Auftragsbestand lag Ende Juni bei rund 104 Milliarden US-Dollar, die vertraglich gesicherte Leistung bei rund 3,7 GW.
Für das Gesamtjahr plant CoreWeave Investitionen von 35 bis 39 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 12,4 bis 13,2 Milliarden US-Dollar.
Analysten uneins bei CoreWeave-Aktie
Der Konsens lautet Buy, 20 von 27 Analysten empfehlen Kauf, fünf Hold, zwei Sell. Das mittlere Kursziel liegt bei 142,43 US-Dollar. JPMorgan stufte die Aktie am 24. September auf Buy hoch, Kursziel 125 US-Dollar. Barclays sieht sie Anfang Oktober bei Hold mit 105 US-Dollar. Rothschild & Co Redburn vergab am 24. September die Einstufung Sell, ohne Kursziel.
Einordnung für CoreWeave-Anleger
Mit dem Markteintritt in Indien setzt CoreWeave seine internationale Expansion fort, die zuletzt bereits nach Indonesien geführt hatte. Mit den geplanten 240 Megawatt ist das Projekt ein relevanter, aber kein prägender Baustein. Zudem liegt der Zeithorizont weit in der Zukunft: Die erste Phase soll erst Mitte 2028 in Betrieb gehen, Umsätze aus dem indischen Standort sind also frühestens in zwei Jahren zu erwarten.
Strategisch erschließt sich CoreWeave mit Indien einen Markt, in dem die Regierung den Aufbau von KI-Infrastruktur gezielt fördert und die Nachfrage nach lokaler Rechenkapazität steigen dürfte. Offen bleibt allerdings, wer die Kapazität am Ende nutzen wird. Die Mitteilung verweist allgemein auf wachsende Kundennachfrage, nennt aber keine konkreten Abnehmer oder Vertragsvolumina. Als alleiniger Mieter des Campus trägt CoreWeave damit auch das Auslastungsrisiko. Zugleich wird das Projekt die ohnehin hohen Investitionen weiter erhöhen.
Für Anleger ist die Meldung daher vor allem ein Signal, dass CoreWeave weiter auf aggressives Wachstum setzt. Wer an eine anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung glaubt, sieht darin eine Bestätigung der Strategie. Wer dagegen die Nachhaltigkeit der KI-Investitionen skeptisch beurteilt, dürfte vor allem die zusätzlichen Verpflichtungen im Blick behalten. Ausschlaggebender als einzelne Standortankündigungen sind für die Bewertung der Aktie die Entwicklung des Auftragsbestands, die Finanzierungskosten und die Frage, wie schnell neue Kapazitäten tatsächlich ausgelastet werden. Indirekt profitiert auch NVIDIA, dessen Vera-Rubin-Plattform in Indien zum Einsatz kommen soll; für den Chipkonzern ist ein einzelnes Projekt dieser Größe jedoch kaum kursrelevant.
Thomas Zoller, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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