Hohe Bewertung

Broadcom-Aktie im Blick: Apple-Deal befeuert KI-Story - Lohnt sich der Einstieg noch?


Broadcom-Aktie im Blick: Apple-Deal befeuert KI-Story - Lohnt sich der Einstieg noch?

Apple steckt mehr als 30 Milliarden US-Dollar in Broadcoms US-Fertigung. Doch reicht die Kombination aus Apple-Deal und KI-Fantasie aus, um die Broadcom-Aktie weiter steigen zu lassen?

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  • Apple und Broadcom weiten Chip-Partnerschaft aus
  • Der Deal läuft bis 2031 und stärkt Broadcom als wichtigen Apple-Zulieferer
  • Die Bewertung ist hoch, Analysten sehen bei Broadcom dennoch weiteres Potenzial
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Broadcom weitet sein Liefer- und Entwicklungsabkommen mit Apple auf mehr als 30 Milliarden US-Dollar aus, und für Anleger stellt sich eine altbekannte Frage neu: Trägt die ohnehin schon hohe Bewertung des Chipkonzerns noch mehr gute Nachrichten? Die neue, mehrjährige Vereinbarung läuft bis 2031 und sieht die Fertigung von mehr als 15 Milliarden Chips in den US-Werken von Broadcom vor, dazu eine Erweiterung des Werks in Fort Collins, Colorado, für 1,5 Milliarden US-Dollar. Für Apple ist es die bislang größte Einzelinvestition im Rahmen des eigenen US-Fertigungsprogramms AMP. Für Broadcom bestätigt der Deal, wie tief die Partnerschaft mit einem der wichtigsten Kunden reicht, obwohl Apple parallel eigene Chips wie die C1- und C1X-Modems entwickelt.

30 Milliarden US-Dollar für 15 Milliarden Chips

Broadcom hatte bereits am 6. Juli 2026 in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC offengelegt, dass die Zusammenarbeit mit Apple auf ASIC-Basis, also anwendungsspezifische Chips, bis 2031 verlängert wird. Apple bestätigte den Umfang zwei Tage später und bezifferte das Volumen auf mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Konkret geht es um kundenspezifische Funkfrequenz-Komponenten, Wifi- und Bluetooth-Verbindungstechnik sowie FBAR-Filter, die künftig in mehreren Generationen von Apple-Geräten stecken sollen. Die Investition ist Teil von Apples Zusage, bis 2029 rund 600 Milliarden US-Dollar in den USA zu investieren, und markiert laut eigenen Angaben die bislang größte Einzelzusage im American Manufacturing Program.

Apple-Deal beseitigt ein Risiko für die Broadcom-Aktie

Für Broadcom ist der Apple-Auftrag zwar bedeutend, im Kontext des eigenen Wachstums aber nur ein Baustein. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 3. Mai 2026 endete, meldete der Konzern einen Rekordumsatz von 22,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Geld, das durch den erweiterten Apple-Deal in den nächsten sechs Jahren an Broadcom fließt, ist in Relation zu den gesamten Erlösen somit kein wirklicher Gamechanger. Doch der Deal nimmt ein anderes Risiko vom Tisch.

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Denn wie The Motley Fool berichtet, sei eines der größten Argumente gegen eine Bullen-These bei Broadcom bislang gewesen, dass die Aktie unter Druck geraten würde, sollte Apple auf einmal keine Broadcom-Chips mehr kaufen. Denn es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Spekulationen, dass Apple sich langfristig unabhängiger von Zulieferern machen könnte. Der neue Milliardenvertrag spricht jedoch dafür, dass Broadcom auch künftig ein zentraler Bestandteil der Apple-Lieferkette bleibt und verringert das Risiko eines plötzlichen Auftragsverlusts. Zudem bedeutete die Vereinbarung für Broadcom auch eine hohe Visibilität. Langfristige Lieferverträge mit einem der wertvollsten Unternehmen der Welt sorgen für verlässliche Umsätze und erleichtern Investitionsentscheidungen.

Warum der KI-Boom den Ton angibt

Doch auch, wenn der Apple-Deal durch die Sicherheit, die er für Broadcom gibt, bedeutend ist - für die langfristige Investmentstory von Broadcom spielt ein anderer Bereich mittlerweile die Hauptrolle: Künstliche Intelligenz. Anders als viele klassische Halbleiterhersteller ist Broadcom nicht ausschließlich vom Smartphone-Markt abhängig, sondern verdient zunehmend an der Digitalisierung von Unternehmen und Cloud-Anbietern. Broadcom entwickelt spezialisierte Chips für Hyperscaler und Rechenzentren, die für KI-Anwendungen benötigt werden. Das Unternehmen profitiert dabei von der rasant steigenden Nachfrage nach leistungsfähiger Infrastruktur für große Sprachmodelle und generative KI.

Dennoch bleibt der Konzern im KI-Geschäft weiterhin auf eine überschaubare Zahl von Hyperscalern angewiesen. Laut Unternehmensangaben in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen zählen unter anderem Alphabet und Meta Platforms zu den zentralen Kunden für kundenspezifische KI-Chips, was die Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen nicht auflöst, aber breiter verteilt. Zum anderen ist die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 78 auf ein Wachstumstempo ausgelegt, das sich nicht beliebig fortschreiben lässt, sodass schon ein einziges enttäuschendes Quartal oder eine zurückhaltendere Prognose für spürbaren Gegenwind sorgen könnte.

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Analysten glauben an Broadcom-Aktie

Die Mehrheit der Analysten glaubt jedoch an die Broadcom-Aktie. Von 26 bei TipRanks erfassten Expertenempfehlungen lauten 23 "Buy" und nur drei "Halten". Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit nicht. Das durchschnittliche Kursziel für die Broadcom-Aktie liegt bei 513,29 US-Dollar. Zuletzt schloss der Anteilsschein an der NASDAQ bei nur 3,74,45 US-Dollar. Er hätte somit noch ein Aufwärtspotenzial von rund 37 Prozent.

Carolin Ludwig, Reaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Ken Wolter / Shutterstock.com

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16.07.26 Apple Hold Jefferies & Company Inc.
08.07.26 Apple Outperform Bernstein Research
07.07.26 Apple Overweight JP Morgan Chase & Co.
07.07.26 Apple Neutral UBS AG
06.07.26 Apple Hold Jefferies & Company Inc.