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Aktien von Infineon, AIXTRON, ASML, Marvell, Micron & Co. im Fokus: Halbleiterwerte brechen Erholung ab

09.06.26 20:10 Uhr

Halbleiter-Aktien sacken weiter ab: Infineon, AIXTRON, ASML, Marvell, Micron & Co. im Fokus | finanzen.net

Der Erholungsversuch der globalen Halbleiterwerte ist am Dienstag ins Stocken geraten. Am Freitag war vor allem in New York eine Welle an Gewinnmitnahmen über die Branche geschwappt, die dann am Montag in Asien ankam.

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Doch noch zu Wochenbeginn hatten die Anleger damit begonnen, die reduzierten Kurse wieder zum Kauf zu nutzen. Nun folgte allerdings vor allem an der US-Börse Nasdaq der nächste Rückschlag.

Am Vorabend hatten US-Branchenwerte wie Marvell Technology, Micron oder Intel in New York schwungvoll zur Erholung angesetzt. An der technologielastigen Börse in Südkorea glich der Leitindex KOSPI am Dienstag sein mehr als achtprozentiges Minus vom Wochenbeginn mehr oder weniger wieder aus. Die Titel des Branchenriesen SK hynix waren am Dienstag in Seoul um fast elf Prozent angesprungen. In den USA drehte der technologielastige NASDAQ 100 am Dienstag nach einem starken Start jedoch rasch deutlich ins Minus. Am Dienstag geht es an der NASDAQ für diese Aktien wieder nach unten: Anteilsscheine von Marvell Technology geben zeitweise um 10,74 Prozent auf 257,82 US-Dollar nach, während Micron Technology um 5,23 Prozent auf 899,66 US-Dollar nachgeben. Die Intel-Aktie steht zeitweise 4,99 Prozent tiefer bei 104,77 US-Dollar.

In der Folge drehten auch europäische Branchenwerte ab und gaben wieder stark nach: Allen voran Infineon, die im DAX letztlich 3,3 Prozent einbüßten. Der deutsche Leitindex verlor gut 0,7 Prozent. Ausrüster wie AIXTRON, SUSS oder PVA TePla rutschten ebenfalls abwärts, genauso wie die Titel der europäischen Player ASML und STMicroelectronics.

"Die Stimmung im Technologiesektor ist nervös, aber weiter optimistisch", schrieb der Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets noch vor US-Handelsbeginn. Er verwies aber auch auf mehrere Themen, die für Zurückhaltung bei den Anlegern sorgen dürften. "Zeitnah kommen einige dicke Bretter auf die Börse zu, die nur schwer zu durchbohren sein werden. Neben den Notenbanksitzungen stehen drei Mega-IPOs ins Haus, die Liquidität aus den Märkten abziehen."

Von der Europäischen Zentralbank erwarten die Anleger bereits am Donnerstag eine Zinserhöhung, auch die US-Notenbank Fed könnte kommende Woche an der Zinsschraube drehen. Ein überraschend robuster US-Arbeitsmarktbericht hatte vor dem Wochenende Zinsängste ausgelöst. Der an diesem Freitag anstehende Börsengang von SpaceX könnte derweil die KI-Kursrally auf eine harte Probe stellen und Risikokapital in andere Kanäle lenken. Auch die KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI wagen sich aufs Börsenparkett.

Den übergeordneten KI-Boom sehen viele Experten aber nicht in Gefahr. "Aktuell spricht vieles dafür, dass die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung weiterhin unterschätzt wird", kommentierte Analyst Hagen Ernst vom Vermögensverwalter DJE Kapital. Dabei sei vor allem die Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten und die Monetarisierung von KI-Anwendungen entscheidend. Solange die verfügbaren Kapazitäten nicht ausreichten, geht er von einem anhaltenden Trend aus - mit den größten Engpässen bei Speicherchips und Stromkapazitäten.

Neben Chipherstellern profitieren daher schon länger Speicherhersteller von der Entwicklung, neuerdings aber auch der breitere Kreis an IT-Infrastrukturen, die bis hin zu Netzwerken reichen. Unter Druck bleiben dagegen Software-Werte wegen der Sorge, dass KI ihre Geschäftsmodelle gefährden könnte. SAP zum Beispiel büßten am Dienstag 2,2 Prozent ein.

Die Titel von Infineon hatten am Vortag noch angezogen, nachdem sich das Analysehaus Arete mit einem dreistelligen Kursziel aus der Analystenriege hervor wagte. Experte Jim Fontanelli traut dem deutschen Chipkonzern wegen des KI-Umsatzpotenzials einen Anstieg bis auf 114 Euro zu, was aktuell eine Steigerung um gut 50 Prozent verspricht - obwohl sich der Kurs in diesem Jahr trotz des jüngsten Rückgangs bis dato immer noch verdoppelt hat.

FRANKFURT/SEOUL/NEW YORK/PARIS (dpa-AFX)

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Bildquellen: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images, 360b / Shutterstock.com

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