NVIDIA-Aktie unter Druck: Historischer Vergleich sorgt für Diskussionen
Die NVIDIA-Aktie gerät mit dem Technologiesektor unter Druck. Gleichzeitig sorgt ein viel beachteter Kommentar für Diskussionen, der den KI-Boom mit früheren Investitionszyklen vergleicht.
Werte in diesem Artikel
- NVIDIA-Aktie im Marktsog
- Das KGV liegt trotz Rekordwachstum nur auf S&P-500-Durchschnittsniveau
- Ein Kommentar zieht Parallelen zu früheren historischen Investitionsboomzyklen
Die NVIDIA-Aktie kann sich dem Sog des breiten Marktes am Freitag nicht entziehen und gibt vorbörslich an der NASDAQ rund zweieinhalb Prozent auf 201,94 US-Dollar nach. In diese Phase fällt ein Kommentar von The Motley Fool, der die vergleichsweise niedrige Bewertung des Chipkonzerns mit einem historischen Muster erklärt: Frühere Investitionsbooms endeten häufig in ausgeprägten Abschwüngen.
NVIDIA-Aktie: Rekordwachstum, moderates KGV
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte NVIDIA den Umsatz um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf einen Rekordwert von 81,6 Milliarden US-Dollar. Trotz dieses Wachstums notiert die Aktie laut dem Kommentar von The Motley Fool nur beim rund 32-Fachen des erwarteten Gewinns und damit etwa auf dem Niveau des S&P 500-Durchschnitts.
Ein historischer Vergleich als Erklärungsversuch
Der Kommentar zieht eine Parallele zum Boom der Internetinvestitionen Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre, der in den Dotcom-Crash mündete, sowie zum Boom der Autoindustrie-Investitionen in den 1920er Jahren, dem die Weltwirtschaftskrise folgte. Große Technologiekonzerne haben laut dem Artikel rund 725 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben zugesagt, von denen ein erheblicher Teil in NVIDIA-Hardware fließt. Analysten erwarten demnach für das Geschäftsjahr 2027 ein Umsatzwachstum von 82 Prozent, das sich im Geschäftsjahr 2028 auf 41 Prozent abschwächen soll.
Zwei Blickwinkel werden wichtig
NVIDIA-Chef Jensen Huang beschreibt den KI-Ausbau als größte Infrastrukturerweiterung der Menschheitsgeschichte und rechnet mit anhaltend hoher Dynamik. Der historische Vergleich liefert dazu einen Gegenpunkt, ohne ihn zu widerlegen: Ob sich frühere Boom-Bust-Zyklen tatsächlich auf den heutigen KI-Ausbau übertragen lassen, bleibt offen, zumal sich die erwartete Wachstumsverlangsamung nach Einschätzung des Kommentars auch schlicht mit der schieren Unternehmensgröße erklären ließe. Laut dem Kommentar würde das Vorwärts-KGV von rund 24 beziehungsweise ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 17 auf Sicht eines Jahres selbst in einem schwächeren KI-Szenario moderat wirken.
Die Geschäftsentwicklung des KI-Riesen könnte näheren Aufschluss geben. Anleger setzen dabei insbesondere auf den Quartalsbericht für das zweite Jahresviertel, für das NVIDIA selbst ein Umsatzziel von 91 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt hat.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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