AMD oder Intel: Welche KI-Chip-Aktie bietet bis Ende 2027 das größere Potenzial?
Sowohl AMD als auch Intel profitieren überdurchschnittlich vom KI-Boom, das schlägt sich bereits in den Zahlen nieder. Doch welche Aktie ist für langfristig orientierte Anleger interessanter?
Werte in diesem Artikel
- Data-Center-Wachstum treibt beide Chip-Konzerne
- Eine Übernahme in Kanada soll AMDs Position im KI-Inferenz-Markt stärken
- Analysten sehen bei Intel niedrigere Bewertung, bei AMD höhere Wachstumsdynamik
AMD (Advanced Micro Devices) und Intel legten diesen Sommer kräftige Umsatzsprünge im Data-Center-Geschäft vor, doch die Marktreaktionen fielen unterschiedlich aus. Während AMD nach Rekordzahlen einen scharfen Kursrücksetzer verzeichnete, punktete Intel bei Analysten vor allem mit einer niedrigeren Bewertung. Die Frage, wessen Aktie bis Ende 2027 das größere Potenzial bietet, bleibt unter Beobachtern umstritten.
AMD-Aktie: Kräftiger Kursrutsch folgt auf Rekordquartal
AMD meldete Anfang August einen Umsatz von 11,5 Milliarden US-Dollar für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres - ein Plus von 50 Prozent im Jahresvergleich. Das Segment "Data Center" wuchs um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar und steuerte laut CFO Jean Hu 58 Prozent zum Konzernumsatz bei. Die GAAP-Bruttomarge lag bei 54 Prozent, das verwässerte Ergebnis je Aktie bei 1,38 US-Dollar. Für das dritte Quartal 2026 stellte AMD einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar in Aussicht, mehr als die von Analysten geschätzten 12,52 Milliarden US-Dollar.
Trotz des über den Erwartungen liegenden Ausblicks brach die AMD-Aktie nach der Zahlenvorlage an der NASDAQ um rund sieben Prozent ein. Investoren hatten nach der Kursverdopplung im laufenden Jahr offenbar einen noch deutlicheren Ausblick erwartet. CEO Lisa Su erklärte auf der Analystenkonferenz laut Reuters, das Unternehmen rechne nun damit, dass sich der Data-Center-Umsatz 2027 im Jahresvergleich mehr als verdoppelt und damit das auf dem Financial Analyst Day 2025 genannte Wachstumsziel von über 35 Prozent sowie das Jahres-EPS-Ziel von 20 US-Dollar übertroffen werde. Für 2027 kündigte Su zudem ein Rack-Scale-Produkt mit MI500-GPUs, Verano-CPUs und Pensando-Networking an.
Intel-Aktie: Starkes Wachstum trifft auf hohen Buchverlust
Intel meldete am 23. Juli einen Umsatzanstieg von 25 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar. CEO Lip-Bu Tan bezeichnete dies laut Mitteilung als das stärkste Umsatzwachstum seit mehr als 15 Jahren. Das Segment "Data Center and AI" wuchs um 59 Prozent auf 6,3 Milliarden US-Dollar, das "Foundry"-Segment um 31 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar. Der GAAP-Verlust je Aktie lag bei 2,16 US-Dollar, belastet durch Bewertungseffekte auf an die US-Regierung verpfändete Aktien im Rahmen des CHIPS-Act-Programms; das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie fiel mit 0,42 US-Dollar positiv aus.
Für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres stellte Intel einen Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht. "The Motley Fool" ordnete in einem Ende Juli veröffentlichten Beitrag ein, dass Intels Server-CPU-Geschäft das nach Unternehmensangaben stärkste Wachstum seiner Geschichte verzeichnet habe, während AMD im gleichen Zeitraum laut Marktbeobachtungen einen Marktanteil von 46 Prozent im Server-CPU-Markt gehalten und kontinuierlich Anteile von Intel gewonnen habe.
Was Analysten zur AMD-Aktie und Intel sagen
Nach den AMD-Zahlen hob Jefferies das Kursziel am 5. August von 640 auf 650 US-Dollar an und beließ die Einstufung bei "Buy". Analyst Blayne Curtis erklärte, die Ergebnisse und Ziele hätten die ambitionierten Erwartungen zwar verfehlt, die Anlagestory bleibe aber intakt; er sehe für 2027 im GPU-Geschäft ein Umsatzpotenzial von 40 Milliarden US-Dollar und mehr. Die UBS bestätigte am selben Tag die Einstufung "Buy" mit einem unveränderten Kursziel von 730 US-Dollar; Analyst Timothy Arcuri verwies darauf, dass AMD seine Wettbewerbsposition in schnell wandelnden Märkten stärke, gute Nachrichten von Anlegern aber bereits vorweggenommen worden seien. Der Analystenkonsens für AMD liegt bei einem Durchschnittskursziel von 571,88 US-Dollar aus acht Analysen.
Für Intel fällt das Bild verhaltener aus: Der Analystenkonsens liegt bei einem Durchschnittskursziel von 85,43 US-Dollar aus acht Analysen, bei sieben Halten- und einer Verkaufen-Einstufung ohne Kaufempfehlung. Jefferies stufte Intel nach der Zahlenvorlage mit "Hold" und einem Kursziel von 120 US-Dollar ein, JPMorgan vergab derweil "Underweight" mit 85 US-Dollar.
Warum die Intel-Aktie bis Ende 2027 dennoch die bessere Wahl sein könnte
"The Motley Fool" kam in seiner Einordnung zu dem Schluss, dass Intel wegen der niedrigeren Bewertung und eines laut Analystenschätzungen stärker beschleunigten Gewinnwachstums die Aktie mit dem besseren Kurspotenzial bis Ende 2027 sein könnte, während AMD stärker von der bisherigen Kursrally profitiert habe. Laut diesen Schätzungen soll das Intel-Ergebnis je Aktie 2026 um 264 Prozent zulegen. Für AMD wird für 2026 ein Anstieg von 79 Prozent erwartet.
Beide Unternehmen legen ihre nächsten Quartalszahlen im Herbst vor, dann dürfte sich zeigen, ob AMD die für die zweite Jahreshälfte angekündigte Beschleunigung im Data-Center-Geschäft liefert und wie sich Intels Foundry-Fortschritte mit der 18A-P-Technologie in den Zahlen niederschlagen. Bis Ende 2027 bleibt offen, ob sich die Bewertungsunterschiede zwischen den beiden Aktien durch die tatsächliche Gewinnentwicklung angleichen oder vertiefen.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 06.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 06.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Sector Perform | RBC Capital Markets | |
| 05.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Buy | UBS AG | |
| 05.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Kaufen | DZ BANK | |
| 05.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Outperform | Bernstein Research |
