Milliardenwette auf SpaceX: Cathie Wood trennt sich abermals von AMD-Aktien
Cathie Woods ARK Invest verkauft seit Wochen AMD-Aktien und steckt das frei werdende Kapital konsequent in SpaceX. Die Umschichtung zeigt, wo die Fondsmanagerin derzeit das größere Wachstumspotenzial sieht - birgt aber auf beiden Seiten erhebliche Risiken.
Werte in diesem Artikel
- ARK Invest trennt sich seit Wochen kontinuierlich von AMD-Aktien
- Freigesetztes Kapital fließt in großem Stil in die SpaceX-Aktie
- Beide Seiten der Umschichtung bergen deutliche Risiken für Anleger
Cathie Woods ARK Invest baut seine Position in Advanced Micro Devices (AMD) seit Wochen kontinuierlich ab und leitet das freigesetzte Kapital in großem Umfang in SpaceX um, das seit seinem Börsendebüt zum bevorzugten Ziel der Fondsgesellschaft geworden ist. Zum Wochenstart verkaufte ARK abermals Anteile am Chipgiganten: Rund 41.500 AMD-Aktien im Wert von etwa 23 Millionen US-Dollar wurden abgestoßen. Zeitgleich kaufte sie im Gegenzug SpaceX-Aktien für rund 22 Millionen US-Dollar.
Ein Muster mit klarer Richtung
Dieser Trade war kein Einzelfall, sondern die Fortsetzung eines Musters, das sich seit dem SpaceX-Börsengang im Juni durchzieht: Nahezu täglich verkauft ARK AMD-Anteile über mehrere seiner Fonds und kauft bei SpaceX zu. In der Woche bis zum 10. Juli war SpaceX mit rund 52 Millionen US-Dollar der größte Einzelkauf der Fondsgesellschaft, verteilt über mehrere ARK-Fonds. AMD bleibt trotz der Verkäufe mit einem Depotanteil von knapp 9 Prozent eine der größten Positionen bei ARK, während sich SpaceX in wenigen Wochen zu einer der zehn größten Positionen im Flaggschifffonds entwickelt hat.
Warum SpaceX für Wood mehr Fantasie bietet
In ihrem aktuellen Big-Ideas-Bericht bezeichnet ARK Invest SpaceX im optimistischen Szenario als Kandidaten für einen Unternehmenswert von rund 3,1 Billionen US-Dollar bis 2030, getragen von den Segmenten künstliche Intelligenz, Rechenzentren und klassische Raumfahrt. Kernargument ist die Satelliteninternet-Sparte Starlink, die profitabel wächst, während das neue KI-Segment um Musks Firma xAI vorerst noch tiefrote Zahlen schreibt. Wood selbst hat öffentlich die Idee von Rechenzentren im Orbit als möglichen weiteren Werttreiber genannt, ein Konzept, das nach Unternehmensangaben ab dem kommenden Jahr getestet werden soll.
Für ARK kommt hinzu, dass SpaceX kurz nach dem Börsengang in den NASDAQ 100 aufgenommen wurde, was die Aktie automatisch in zahlreiche Indexfonds bringt und die Nachfrage strukturell stützen kann.
Seit dem Börsengang im Juni fielen die Zukäufe von Cathie Woods Investmentgesellschaft dabei gezielt in Schwächephasen: Nach dem Rekordhoch verlor die Aktie zeitweise mehr als ein Viertel ihres Wertes, und genau in diesen Rücksetzern erhöhte ARK seine Position, statt zu verkaufen. Bei AMD dagegen kaufte die Fondsgesellschaft kaum noch nach, obwohl Analysten wie Dan Ives von Wedbush sowie Häuser wie Goldman Sachs, Wells Fargo und Cantor Fitzgerald ihre Kursziele für den Chiphersteller angehoben haben.
Risiken bleiben auf beiden Seiten hoch
Bei SpaceX bleibt die Bewertung das größte Risiko. Morningstar siedelt den fairen Wert der Aktie nach eigenen Berechnungen bei etwa 63 US-Dollar an, deutlich unter dem aktuellen Kursniveau, und CFRA hat kurz nach dem Börsengang eine Verkaufen-Einstufung mit Kursziel 115 US-Dollar vergeben. Hinzu kommen ein sehr geringer Streubesitz von nur rund 4 Prozent, der die Kursschwankungen verstärkt, eine Aktienstruktur mit eingeschränkten Stimmrechten für freie Aktionäre sowie auslaufende Halteverpflichtungen früherer Investoren Anfang August, die zusätzliche Aktien handelbar machen könnten.
Bei AMD wiederum steht die hohe Bewertung nach der Kursrally der vergangenen Quartale im Fokus, verbunden mit der Abhängigkeit von einem ungebrochenen Investitionszyklus in KI-Rechenzentren. Dass selbst ein erklärter AMD-Optimist wie ARK seine Position kontinuierlich verkleinert, während der breite Analystenkonsens weiterhin mehrheitlich zum Kauf rät, lässt sich als Signal lesen, dass die Fondsgesellschaft zumindest einen Teil ihrer Gewinne sichert, ohne die grundsätzliche Investmentthese aufzugeben.
So reagieren die Aktien
Die AMD-Aktie, die seit Jahresstart rund 150 Prozent an Wert gewonnen hat, geriet am Montag an der NASDAQ unter Druck und verlor 4,21 Prozent auf 534,39 US-Dollar. Nachbörslich war ein weiteres kleines Minus von 0,33 Prozent auf 532,62 US-Dollar zu sehen.
SpaceX-Titel, die beim kürzlich erfolgten IPO noch 150 US-Dollar gekostet hatten, gaben am Montag unterdessen 4,34 Prozent auf 139,14 US-Dollar nach. Nach US-Börsenschluss ging es um weitere 0,91 Prozent auf 137,87 US-Dollar abwärts.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 13.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research | |
| 09.07.26 | SpaceX Buy | UBS AG | |
| 07.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG | |
| 07.07.26 | SpaceX Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 07.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research |
