MÄRKTE USA/Etwas leichter - Nvidia trotz starker Zahlen schwächer

21.05.26 18:54 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die US-Börsen zeigen sich am Donnerstag nach den kräftigen Gewinnen am Mittwoch etwas leichter. Der Dow-Jones-Index liegt zur Mittagszeit in New York 0,2 Prozent zurück, der S&P-500 kommt um 0,3 Prozent zurück, die Nasdaq-Indizes um 0,4 Prozent.

Für etwas Gegenwind sorgt ein Bericht, laut dem Irans Oberster Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei angeordnet haben soll, dass hochangereichertes Uran nicht ins Ausland gebracht werden darf. Damit verhärtet Teheran ihre Haltung zu einer zentralen Forderung der USA, was entsprechend Hoffnungen auf einen baldigen Frieden einen Dämpfer versetzt.

Abzulesen ist das an den Ölpreisen. Sie ziehen nach dem kräftigen Rücksetzer am Vortag wieder deutlich an, Brent-Öl verteuert sich um knapp 2 Prozent auf knapp 107 Dollar. Das schürt wiederum Inflationssorgen, weshalb die Renditen am Anleihemarkt steigen. Im Zehnjahresbereich geht es um 3 Basispunkte auf 4,60 Prozent nach oben. Der Dollar zieht mit den Zinsen an, der Euro kommt auf 1,1592 Dollar zurück. Der Goldpreis gibt um 0,6 Prozent nach.

Die Konjunkturdaten des Tages bewegen nicht. Der Philly-Fed-Index sendete ein Schwächesignal aus der US-Wirtschaft, während die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten und die Baubeginne eher positiv überraschten. Neue Einkaufsmanagerdaten sind für den Dienstleistungssektor schlechter ausgefallen als gedacht, für die Industrie dagegen besser. Sie heben sich damit in ihrer Wirkung auf den Markt praktisch auf.

Die stärker als erwartet ausgefallenen Erstquartalszahlen von Nvidia verpuffen etwas, auch nachdem der Markt hier am Vortag schon Vorschusslorbeeren verteilt hatte. Die KI-Ikone berichtete erneut Rekordzahlen, die die Erwartungen teils deutlich übertrafen. Auch der Ausblick überrascht positiv. Wie bei vorangegangenen Datenveröffentlichungen findet der Markt aber auch nun wieder ein Haar in der Suppe. Unter anderem heißt es, der genehmigte Aktienrückkauf im Volumen von 80 Milliarden Dollar lasse vermuten, dass Nvidia die Ideen für neue Investitionen ausgingen. Dazu gibt es teils Kritik an der Umsatzverteilung. Die Nvidia-Aktie gibt nah an ihrem Rekordhoch um 1,8 Prozent nach.

Aktien von Quantencomputing-Unternehmen ziehen sprunghaft an, nachdem das US-Handelsministerium bestätigt hat, dass fast einem Dutzend Unternehmen Fördermittel gewährt werden sollen. Im Rahmen dessen kündigte IBM an, ein neues Unternehmen namens Anderon zu gründen, "Amerikas erste reine Quantum-Fabrik". IBM steigen um 7,4 Prozent. IonQ verteuern sich um 12,4, Rigetti Computing um 25,4 und D-Wave Quantum um 25,6 Prozent.

Walmart sacken um 7,7 Prozent ab. Damit quittiert der Markt, dass der Einzelhändler trotz stark ausgefallener Quartalszahlen den Ausblick nicht angehoben hat. Der Einzelhandelsriese begründet das mit Belastungen durch steigende Treibstoffkosten.

Applied Digital machen einen Satz um fast 20 Prozent, nachdem der Rechenzentrumexperte eine langfristige Vereinbarung mit einem in den USA ansässigen Hyperscaler getroffen hat. Der Vertrag hat ein Volumen von etwa 7,5 Milliarden Dollar.

Intuit stürzen um gut 20 Prozent ab. Der Entwickler von Finanzsoftware hat seine Prognosen für Umsatz und Gewinn angehoben, aber auch den Abbau von 17 Prozent der Stellen angekündigt. Intuit will den Fokus stärker auf KI-gestützte Finanzsoftware legen und erwartet Restrukturierungskosten von 300 bis 340 Millionen Dollar.

Deere geben 5,5 Prozent ab. Das Unternehmen meldete zwar gute Zahlen, dies aber vor allem dank Zollerstattungen. Zudem hinkte das Landmaschinen-Geschäft dem mit Baumaschinen hinterher. Der Kurs des Wettbewerbers Caterpillar kommt um 1 Prozent zurück.

Für Gesprächsstoff sorgen derweil die sich konkretisierenden Börsengänge von SpaceX und OpenAI. Das Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX von Elon Musk hat die Unterlagen für den geplanten Börsengang nun eingereicht. Der Börsengang könnte das Unternehmen laut Analysten mit 1,75 bis 2 Billionen Dollar bewerten.

INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

DJIA 49.901,67 -0,2 -107,68 50.009,35

S&P-500 7.407,48 -0,3 -25,49 7.432,97

NASDAQ Comp 26.154,77 -0,4 -115,59 26.270,36

NASDAQ 100 29.174,66 -0,4 -123,04 29.297,70

US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 4,10 +0,06 4,12 4,05

5 Jahre 4,27 +0,05 4,30 4,23

10 Jahre 4,60 +0,03 4,64 4,57

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:08

EUR/USD 1,1592 -0,3 -0,0035 1,1627 1,1626

EUR/JPY 184,52 -0,1 -0,1900 184,71 184,6100

EUR/CHF 0,9145 -0,1 -0,0005 0,9150 0,9150

EUR/GBP 0,8647 -0,0 -0,0003 0,865 0,8642

USD/JPY 159,17 +0,2 0,2600 158,91 158,7800

GBP/USD 1,3403 -0,2 -0,0028 1,3431 1,3449

USD/CNY 6,8025 +0,0 0,0020 6,8005 6,8005

USD/CNH 6,8036 +0,0 0,0025 6,8011 6,8000

AUS/USD 0,7135 -0,2 -0,0014 0,7149 0,7157

Bitcoin/USD 77.196,94 -0,6 -483,33 77.680,27 77.448,27

ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 100,24 +2,0 1,98 98,26

Brent/ICE 106,89 +1,8 1,87 105,02

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.517,06 -0,6 -26,47 4.543,53

Silber 75,98 -0,0 -0,01 75,99

Platin 1.952,65 +0,1 2,15 1.950,50

(Angaben ohne Gewähr)

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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(END) Dow Jones Newswires

May 21, 2026 12:55 ET (16:55 GMT)

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