TKMS-Aktie kann Verluste dank Fincantieri-Deal und F127-Fortschritt ausgleichen - Rheinmetall, RENK & HENSOLDT im Blick
Drei Meldungen an einem Tag: eine U-Boot-Übergabe an Israel, ein MoU mit Fincantieri und Fortschritte bei der Fregatte F127 prägen die Nachrichtenlage rund um TKMS.
Werte in diesem Artikel
- Israelische Marine erhält letztes U-Boot der Dolphin-Klasse
- Fincantieri und TKMS planen Kooperationsrahmen ohne Fusion
- F127-Fregattendesign weit fortgeschritten, Lieferung in Sicht
TKMS hat am Dienstag gleich drei strategische Fortschritte vermeldet: die Übergabe des letzten U-Boots der Dolphin-Klasse an Israel, eine Absichtserklärung mit Fincantieri für den europäischen U-Boot-Sektor sowie sichtbare Fortschritte beim Design der Luftverteidigungsfregatte F127. Damit meldete TKMS binnen eines Tages drei strategische Fortschritte.
TKMS: Israel-Geschäft und Fincantieri-Ausbau als Fundament
TKMS hat am Dienstag die "INS DRAKON" an die israelische Marine übergeben. Es ist das dritte und letzte Boot der HDW-Klasse "Dolphin" mit AIP-Antrieb, womit dieses Programm abgeschlossen ist. Zugleich kündigte das Unternehmen an, mit der neuen "DAKAR"-Klasse aus drei weiteren U-Booten die Zusammenarbeit mit Israel fortzusetzen. CEO Oliver Burkhard habe Israel als wichtigen Partner im maritimen Bereich bezeichnet und betont, TKMS bringe komplexe Marineprogramme verlässlich in die Umsetzung.
Parallel dazu haben TKMS und die italienische Werft Fincantieri eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ihre langjährige Partnerschaft in der U-Boot- und Unterwassertechnik in Europa zu vertiefen. Bis Jahresende soll ein gemeinsamer Kooperationsrahmen entstehen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Eine Fusion oder Anteilsübernahme ist ausdrücklich nicht vorgesehen, beide Unternehmen bleiben unabhängig. Fincantieri-Chef Pierroberto Folgiero begründete den Schritt damit, dass die Fragmentierung der europäischen Rüstungsindustrie überwunden werden müsse.
F127-Fregatte nimmt Formen an
Beim Projekt der Luftverteidigungsfregatte F127 vermeldete die von TKMS geführte Projektgesellschaft A400 FC GmbH einen weit fortgeschrittenen Entwurf, abgestimmt mit dem Bundesministerium der Verteidigung, der Deutschen Marine und dem Beschaffungsamt der Bundeswehr. Der auf dem MEKO A400-Design basierende Entwurf soll weitreichende Luftverteidigung sowie die Abwehr ballistischer Flugkörper auch außerhalb der Erdatmosphäre ermöglichen. Bei zeitnaher Beauftragung könnte das erste Schiff laut TKMS bis Mitte der 2030er Jahre ausgeliefert werden, wobei rund 90 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland verbleiben würden, verteilt auf Schiffbau, Systemintegration, Sensorik, Antrieb und Elektronik.
So reagiert die TKMS-Aktie - auch Rheinmetall, RENK und HENSOLDT im Blick
Ungeachtet der operativen Fortschritte verzeichnete die TKMS-Aktie am Mittwoch zunächst Verluste, konnte nach drei Verlusttagen in Folge jedoch in die Gewinnzone vordringen. Mit einem Plus von zeitweise 1,08 Prozent auf 84,00 Euro summiert sich das Minus der vergangen Tage dennoch bereits auf fast zehn Prozent. Auch die Branchenkollegen zeigen sich zur Wochenmitte uneins: Rheinmetall-Papiere gewinnen zeitweise 0,98 Prozent auf 1.090,40 Euro, während RENK-Anteilsscheine 0,03 Prozent auf 44,58 Euro steigen. Unterdessen ermäßigen sich HENSOLDT-Aktien um 0,39 Prozent auf 82,38 Euro.
Was die Fortschritte bei TKMS für Anleger bedeuten
Die operativen Nachrichten fallen in eine Phase, in der TKMS im August bereits seine Jahresprognose angehoben hatte. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 war der Umsatz um 19 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro gestiegen, das bereinigte EBIT um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte Ende Juni dieses Jahres mit 20,1 Milliarden Euro einen Höchststand, während der freie Cashflow mit minus 204 Millionen Euro deutlich negativ blieb.
Wie sich der angekündigte Kooperationsrahmen mit Fincantieri bis Jahresende konkretisiert, bleibt abzuwarten. Für Anleger bleibt der rekordhohe Auftragsbestand der zentrale Werttreiber - der weiterhin negative freie Cashflow zeigt aber, dass sich dieses Wachstum vorerst noch nicht in liquiden Mitteln niederschlägt.
Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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