Microsoft-Aktie nahe 4-Billionen-Marke: Was Anleger jetzt wissen müssen und welche Risiken bestehen
Nach dem Absturz auf 2,6 Billionen US-Dollar im Juni rückt für Microsoft eine Marke wieder näher, die der Konzern vor einem Jahr schon einmal knackte.
Werte in diesem Artikel
- Erholung speist sich vor allem aus dem Cloud-Geschäft
- Analysten zeigen sich überwiegend zuversichtlich
- Politik und KI-Sorgen bleiben Störfaktoren
Microsoft, Softwarekonzern mit Schwerpunkt auf Cloud und künstlicher Intelligenz, nähert sich nach einer kräftigen Erholung wieder der Marke von 4 Billionen US-Dollar beim Börsenwert.
Rückenwind an der NASDAQ
Die Microsoft-Aktie schloss den NASDAQ-Handel am Freitag 2,4 Prozent höher bei 535,07 US-Dollar. Im Geschäft am Montag ging es zuletzt um weitere 1,14 Prozent auf 541,15 US-Dollar nach oben. Das Rekordhoch von rund einem Jahr liegt bei 553 US-Dollar, damals war Microsoft mehr als 4 Billionen US-Dollar wert.
Die Marke hatte der Konzern erstmals am 31. Juli 2025 nach Zahlen überschritten, als zweites Unternehmen nach NVIDIA. Danach geriet die Aktie jedoch unter Druck, weil Anleger fürchteten, KI-Lösungen könnten das Geschäft mit Büroprogrammen wie Excel, Powerpoint und Word schwächen. Im Juni fiel der Börsenwert bis auf 2,6 Billionen US-Dollar.
Was die Erholung trägt
Den Wendepunkt markierten die Zahlen am 29. Juli. Im Schlussquartal des Geschäftsjahres stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 90,0 Milliarden US-Dollar, Azure wuchs um 43 Prozent. Das Auftragsvolumen kletterte um 84 Prozent auf 678 Milliarden US-Dollar.
Zu beachten ist die Qualität des Gewinns: Ein Vorteil von 0,27 US-Dollar je Aktie stammte aus Einmalposten, darunter 3,2 Milliarden US-Dollar aus der Anthropic-Beteiligung. Finanzchefin Amy Hood stellte zudem Investitionen von eher rund 175 Milliarden US-Dollar in Aussicht, nach bis zu 190 Milliarden US-Dollar zuvor.
Analysten und Risiken bei Microsoft
Der Analystenkonsens lautet Strong Buy: 36 von 37 Analysten raten laut TipRanks-Daten zu Buy, einer zu Hold. Das mittlere Kursziel liegt bei 586,14 US-Dollar.
Gegenwind kommt derweil aus der Politik. Die US-Regierung schließt Microsoft bis auf Weiteres vom Green-Card-Verfahren für ausländische Mitarbeiter aus, Vizepräsident Vance warf dem Konzern Missbrauch des H-1B-Systems vor. Microsoft widersprach. Die Folgen für das Geschäft sind unklar. Die nächsten Quartalszahlen stehen am 28. Oktober an.
Dann zeigt sich, ob Azure weiter beschleunigt und wie sich die Investitionen entwickeln.
Was das für Microsoft-Anleger bedeutet
Für Anleger hat sich die zentrale Frage verschoben. Seit den Zahlen vom Juli gilt Microsoft an der Börse wieder eher als Profiteur der KI-Welle denn als ihr Opfer. Im Mittelpunkt steht nun weniger die Zukunft von Word und Excel als die Frage, ob sich die gewaltigen Investitionen in Rechenzentren in angemessenem Tempo auszahlen.
Das hohe Auftragsvolumen verleiht dem Cloud-Wachstum eine gewisse Planbarkeit. Die Einmaleffekte im jüngsten Gewinn zeigen dagegen, dass der Gewinn je Aktie allein ein zu freundliches Bild zeichnen kann. Aussagekräftiger ist das Zusammenspiel aus Azure-Wachstum und Investitionsausgaben. Der Streit mit der US-Regierung kommt als Faktor hinzu, der sich bislang kaum beziffern lässt.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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