Sektorbewertung

KI-Chip-Aktien auf Erholungskurs: Warum NVIDIA, AMD, Micron, Marvell & Co. von fallenden Ölpreisen profitieren

15.06.26 22:05 Uhr

KI-Chip-Aktien im Rallymodus: Warum NASDAQ-Aktien NVIDIA, AMD, Micron, Marvell & Co. vom Ölpreisrückgang profitieren | finanzen.net

Die jüngste Erholung der KI-Chipbranche setzt sich fort: Sinkende Ölpreise nach dem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sorgen für Entspannung.

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• KI-Chip-Aktien setzen jüngste Erholung weiter fort
• Friedensabkommen zwischen USA und dem Iran treiben an
• Sektorbewertung auf dem Prüfstand

KI-Chip-Aktien wie NVIDIA, AMD, Intel, Micron, Marvell und Broadcom notieren am Montag im US-Handel deutlich fester. Den Anstoß gibt die Nachricht über ein US-iranisches Friedensabkommen, das die Straße von Hormus wieder öffnet und die Ölpreise stark drückt. Fallende Energiepreise mindern den Inflationsdruck, was Kapital zurück in Wachstumswerte lenkt. Für den Halbleitersektor kommt das zur rechten Zeit: Er steckt nach dem heftigen Sell-off Anfang Juni erst in der frühen Erholungsphase.

Was den Einbruch ausgelöst hatte

Broadcom meldete für sein zweites Fiskalquartal 2026 einen Umsatz von 22,19 Milliarden US-Dollar und übertraf damit den Konsens von 22,13 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,44 US-Dollar gegenüber 2,39 US-Dollar, die erwartet wurden. Dennoch brachen die Kurse im Halbleiter-Sektor ein. Der KI-Chip-Umsatzausblick für das dritte Quartal von 16 Milliarden US-Dollar verfehlte die Analystenschätzung von 17,2 Milliarden US-Dollar, und Broadcom hob seine Jahresprognose nicht an. Micron verlor in den beiden Handelstagen danach 17 Prozent, Intel 9 Prozent und AMD 12,6 Prozent.

Die Erholung und ihre Treiber

Am 8. Juni zogen die Halbleiterwerte wieder an. Intel führte die Bewegung an, nachdem berichtet wurde, dass Google und NVIDIA das Unternehmen als Backup-Chiphersteller in Betracht ziehen. Und auch heute setzte sich die Bewegung fort: Micron führte die Gruppe an der NASDAQ mit einem Gewinn von letztlich 10,84 Prozent auf 1.087,99 US-Dollar an. Die Papiere von AMD legten um 6,97 Prozent auf 547,44 US-Dollar zu. Die Anteilsscheine von Intel stiegen um 2,64 Prozent auf 127,86 US-Dollar, während es für Marvell um 10,43 Prozent auf 308,88 nach oben ging. Die NVIDIA-Aktie gewann unterdessen 3,32 Prozent auf 212,01 US-Dollar, während Broadcom um 3,11 Prozent auf 393,94 US-Dollar kletterte.

Marvell und der strukturelle Wandel im Index

Parallel läuft ein Prozess, der über Tagesschwankungen hinausgeht. Marvell tritt am 22. Juni 2026 dem S&P 500 bei. Die Welle neuer Halbleiter-Aufnahmen ist selbst ein Signal: Unternehmen müssen unter anderem ein positives Gewinnprofil nachweisen, um sich zu qualifizieren. Dass jetzt mehrere Chip-Namen aufgenommen werden, zeigt, wie dauerhaft die KI-Nachfrage die Gewinne des Sektors angehoben hat.

NVIDIA platziert Anleihen in sieben Tranchen

NVIDIA hat am 15. Juni 2026 eine vorläufige Prospektergänzung bei der SEC eingereicht, um unbesicherte Senior Notes in sieben Laufzeiten zu platzieren: 2028, 2029, 2031, 2033, 2036, 2046 und 2056. Die Zinsen werden halbjährlich gezahlt. Als Joint Book Running Manager fungieren Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley.

Die Nettoerlöse sollen für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, einschließlich der Rückzahlung und Refinanzierung bestehender Anleihen. Zum 26. April 2026 hatte NVIDIA ausstehende Senior Notes mit einem Gesamtnennbetrag von 8,5 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt ein Commercial-Paper-Programm über 25 Milliarden US-Dollar, das zum selben Stichtag nicht in Anspruch genommen war.

Die Konditionen, darunter Zinssätze und das Gesamtemissionsvolumen, waren zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht festgelegt, da es sich um einen vorläufigen Prospekt handelt. Die Anleihen werden nicht an einer Börse notiert.

Wo die Messlatte jetzt liegt

Die aktuelle Euphorie hat jedoch einen konkreten Prüfstein. Micron legt am 24. Juni seine Zahlen für das dritte Fiskalquartal vor. Ob die Erholung Bestand hat oder erneut dreht, dürfte sich an diesen Zahlen entscheiden. Ein weiteres Rekordquartal würde die These stützen, dass der Einbruch Anfang Juni eine technische Übertreibung war. Verfehlt Micron die eigene Guidance, steht die gesamte Sektorbewertung erneut zur Disposition.

Evelyn Schmal, Martina Köhler, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

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