Apple-Aktie mit Allzeithoch: iKonzern schubst NVIDIA vom Börsenthron
Nach kräftigen Verlusten bei der NVIDIA-Aktie klettert ein Rivale mit einer lange belächelten Strategie an die Weltspitze zurück und schnappt sich die Börsenkrone.
Werte in diesem Artikel
- Apple überholt NVIDIA am 27. Juli 2026 als wertvollstes Unternehmen der Welt
- Apples Marktkapitalisierung steigt auf rund 4,95 Billionen US-Dollar
- Am 30. Juli 2026 legt Apple die Zahlen zum abgelaufenen Fiskalquartal vor
Apple hat NVIDIA am Montag an der Börse überholt und ist damit wieder das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt. Die Apple-Aktie legte gestern an der NASDAQ bis zum Handelsende um 1,17 Prozent auf 336,91 US-Dollar zu, wodurch die Marktkapitalisierung des Konzerns auf etwa 4,95 Billionen US-Dollar kletterte. Im Handelsverlauf markierte das Papier des iKonzerns zudem ein neues Allzeithoch bei 339,57 US-Dollar. Die NVIDIA-Aktie brach dagegen im Montagshandel um 4,99 Prozent auf 196,51 US-Dollar ein, was den Börsenwert des Chipkonzerns auf rund 4,77 Billionen US-Dollar drückte. Am Dienstag dürfte Apple den Börsenthron voraussichtlich verteidigen können, denn der Anteilsschein des Konzerns aus Cupertino steigt vorbörslich zeitweise um weitere 0,27 Prozent auf 337,81 US-Dollar, während es bei der NVIDIA-Aktie auch vorbörslich um weitere 1,59 Prozent auf 193,38 US-Dollar abwärts geht.
Dass es Apple nun auch zum offiziellen Ende eines Börsentages an die Spitze der Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung geschafft hat, liegt auch an der insgesamt starken Performance im laufenden Jahr: Die Apple-Aktie steht 2026 mit rund 24 Prozent im Plus, die NVIDIA-Aktie kommt im selben Zeitraum nur auf ein mageres Plus von etwa 5 Prozent. Apple übernimmt die Führung damit nur wenige Tage vor der Veröffentlichung der eigenen Quartalszahlen am Donnerstag.
Apple-Aktie vs. NVIDIA-Aktie: Warum plötzlich Zurückhaltung zählt
Hinter dem Rollentausch steht eine veränderte Sichtweise der Anleger auf die Kosten des KI-Ausbaus. Wer in den vergangenen Quartalen kräftig in eigene Rechenzentren investierte, gilt an der Börse zunehmend als Risiko statt als Wachstumsversprechen. Apple wurde lange dafür kritisiert, weil der iKonzern bei eigener KI-Infrastruktur zurückhaltend blieb und Rechenkapazität anmietete statt selbst zu bauen. Genau diese Zurückhaltung honorieren Anleger nun jedoch als Vorteil, während der breitere Ausverkauf bei Halbleiterwerten auch NVIDIA belastet.
Der Favoritenwechsel ist dabei Teil eines größeren Musters: Anleger richten den Blick zunehmend von reinen KI-Prozessoren, wie sie NVIDIA herstellt, auf Speicherchips und andere Infrastruktur für Rechenzentren. NVIDIA steckt zwar bereits im dritten Jahr eines durch KI getriebenen Wachstumsschubs, doch gerade diese Reife lässt einen Teil der Anleger nach neuen Wachstumsgeschichten suchen.
Wertvollstes börsennotiertes Unternehmen: Ein Titel mit Vorgeschichte
Der Titel des wertvollsten Unternehmens an den Börsen wechselte in der Vergangenheit schon öfter den Besitzer. NVIDIA übernahm die Krone im Juni 2025 von Microsoft und stieg im Oktober 2025 als erstes Unternehmen überhaupt zeitweise über die Marke von 5 Billionen US-Dollar Börsenwert. Allerdings hatte schon am 17. Juli 2026 Apple die Krone für wenige Stunden übernommen, mit einem Marktwert von rund 4,88 Billionen US-Dollar gegenüber NVIDIA bei etwa 4,84 Billionen US-Dollar. Bis zum Handelsschluss drehte NVIDIA damals die Lage jedoch wieder um und beendete den Tag rund 6 Milliarden US-Dollar vor Apple.
Dass Apple nun, zehn Tage später, erneut an die Spitze der wertvollsten Unternehmen nach Börsenwert zurückkehrt, ändert wenig an der strukturellen Frage, ob der Konzern mit eigenen KI-Modellen und eigener Infrastruktur langfristig mithalten kann oder ob der aktuelle Vorsprung vor allem eine Momentaufnahme einer nervösen Branche ist.
Am 30. Juli 2026 legt Apple die Zahlen zum abgelaufenen Fiskalquartal vor, die erste echte Bewährungsprobe für die neue Spitzenposition. Der Termin fällt zugleich in die letzten Wochen von Tim Cook als Vorstandschef, der die Rolle zum 1. September 2026 an Hardware-Chef John Ternus abgibt.
Carolin Ludwig, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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