Aktien von Micron, AMD, Arm, Super Micro und D-Wave im Fokus: Dieser Faktor macht Anleger nervös
Steigende US-Anleiherenditen und höhere Ölpreise setzen die zuletzt stark gelaufenen Technologie- und Chipwerte unter Druck.
Werte in diesem Artikel
- Micron, AMD und Arm & Co. geben am Mittwoch nach
- Steigende Anleiherenditen und Ölpreise belasten teure Wachstumswerte
- Bei Arm belastet zusätzlich der Gerichtsstreit mit QUALCOMM
Die Aktien von Micron, AMD, Arm, Super Micro Computer und D-Wave Quantum stehen am Mittwoch unter Druck, weil die Renditen von US-Staatsanleihen und die Ölpreise erneut anziehen. Micron notiert an der NASDAQ bei 1.066,73 US-Dollar (-2,02 Prozent), AMD-Titel verlieren 0,81 Prozent auf 644,13 US-Dollar, Arm rutschen um 1,66 Prozent auf 297,54 US-Dollar ab, während Super Micro 1,37 Prozent auf 44,06 US-Dollar steigen und D-Wave 4,84 Prozent auf 15,03 US-Dollar einbüßen.
Renditen und Ölpreis bremsen die Chipwerte
Reuters zufolge geben Aktien nach, weil Anleiherenditen und Ölpreise wieder steigen und Anleger auf das Protokoll der Fed-Sitzung vom September warten. Bei diesem Treffen hatte die Notenbank die Zinsen angehoben. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe kletterte auf den höchsten Stand seit 2002, die zehnjährige Rendite erreichte nach Angaben von CNBC das höchste Niveau seit April 2002.
Höhere Renditen mindern den heutigen Wert weit in der Zukunft erwarteter Gewinne. Hoch bewertete Wachstumswerte trifft das besonders. Der Rücksetzer folgt auf einen Rekordtag: Am Dienstag hatten der NASDAQ Composite und der S&P 500 getragen von KI-Optimismus auf Allzeithochs geschlossen.
Micron-Aktie trotz Rekordquartal schwächer
Am Geschäft von Micron liegt die Schwäche nicht. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 3. September endete, steigerte der Speicherchiphersteller den Umsatz auf 54,23 Milliarden US-Dollar nach 11,32 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das laufende Quartal stellt Micron rund 61,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht, plus oder minus 1,5 Milliarden US-Dollar.
Auch bei AMD gibt es keinen unternehmensspezifischen Auslöser. Citigroup hatte am Vortag noch das Kursziel von 575 auf 800 US-Dollar angehoben. Analyst Atif Malik traut dem CPU-Markt bis 2030 ein Volumen von 300 Milliarden US-Dollar zu, getrieben von der Nachfrage durch den KI-Agenten Muse von Meta.
Arm mit Gerichtsstreit, D-Wave und Super Micro im Sog
Bei Arm kommt ein Rechtsrisiko hinzu. QUALCOMM wirft dem Chipdesigner vor, vertraglich zugesicherte Leistungen aus dem Lizenzvertrag zurückgehalten und dessen Kündigung unzulässig betrieben und öffentlich gemacht zu haben.
Bei D-Wave erklärt die eigene Nachrichtenlage den Abschlag nicht. Am Vortag teilte der Konzern mit, dass die Florida Atlantic University in Zusammenarbeit mit D-Wave eine Förderung der US-Standardisierungsbehörde NIST über 200.000 US-Dollar erhalten hat. Damit baut die Hochschule ein regionales Ausbildungsprogramm für Cybersicherheit im Quantenzeitalter auf, gestützt auf ein Advantage2-System von D-Wave, das auf den Campus in Boca Raton kommen soll. Der Zuschuss fließt an die Universität, nicht an D-Wave. Die Aktie folgt damit dem Branchentrend, zumal das Unternehmen weiterhin Verluste schreibt.
Für Super Micro liegt am Mittwoch unterdessen keine eigene Unternehmensmeldung vor, der KI-Serverspezialist folgt dem Sektor.
Was das für Anleger bedeutet
Der Rückgang ist vor allem ein Zinssignal und kein Urteil über die Geschäftsentwicklung, wie die Zahlen von Micron zeigen. Für die Bewertung der Chipwerte entscheidend ist, ob die Notenbank nach der Anhebung im September weitere Schritte signalisiert. Bei Arm kommt mit dem Verfahren gegen QUALCOMM ein eigener Unsicherheitsfaktor hinzu, bei D-Wave die anhaltende Verlustphase. Den nächsten Hinweis liefert das Fed-Protokoll, das um 20:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht wird.
Claudia Stephan, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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