KI-Rally zu heiß gelaufen? Analysten stufen ab und bremsen die Arm-Aktie aus
Die Arm-Aktie gerät nach einer Abstufung durch HSBC unter Druck. Zwar hebt die Bank ihr Kursziel an, sieht aber nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial.
Werte in diesem Artikel
- HSBC stuft Arm von Buy auf Hold zurück
- Kursziel steigt auf 315 US-Dollar
- Analysten sehen die Bewertung nach der Rally seit März als ausgereizt
Die Experten der HSBC haben Arm Holdings von "Buy" auf "Hold" zurückgestuft und das Kursziel gleichzeitig von 255 auf 315 US-Dollar angehoben. Die Analysten begründen den Schritt damit, dass die kräftige Rally des Chipdesigners bereits einen Großteil des langfristigen KI-Wachstumspotenzials vorwegnehme und kaum noch Spielraum nach oben lasse. Die Arm-Aktie schloss daraufhin am Dienstag im NASDAQ-Handel 6 Prozent tiefer bei 281,17 US-Dollar, vorbörslich legt der Titel um 2,29 Prozent auf 287,60 US-Dollar zu.
Rally weit vor dem Sektor
HSBC verweist in einer Analyse, aus der "Investing.com" zitiert, darauf, dass die Arm-Aktie seit der "Arm Everywhere"-Veranstaltung im März um 122 Prozent gestiegen ist und damit den Philadelphia Semiconductor Index, der im selben Zeitraum um 57 Prozent zulegte, deutlich abgehängt hat. Anleger hätten die Erwartung honoriert, dass sich Arm mit eigenen Server-Prozessoren für KI-Rechenzentren einen neuen Markt erschließt. Die Rally habe die eigenen Erwartungen von HSBC übertroffen und preise robustes langfristiges Gewinnwachstum inzwischen bereits ein.
Kapazitätsengpässe bei TSMC bremsen kurzfristig
Auch wenn HSBC langfristig positiv auf Arm blickt, sieht das Analysehaus das kurzfristige Gewinnwachstum durch begrenzte Fertigungskapazitäten für 3-Nanometer-Chips bei Taiwan Semiconductor Manufacturing eingeschränkt, die den Versand von Arms KI-Server-Prozessoren limitieren. Nennenswerte Kapazitätserweiterungen erwartet HSBC erst für die zweite Jahreshälfte 2027, zudem gehen die Analysten davon aus, dass TSMC bestehende Kunden bei der Vergabe neuer Fertigungskapazitäten bevorzugen dürfte. Nach Berechnungen von HSBC wird Arm derzeit mit dem 139-Fachen des für das Geschäftsjahr 2027 erwarteten Gewinns und dem 95-Fachen der Schätzung für 2028 bewertet, was den ambitionierten KI-Fahrplan des Managements bereits einpreise, darunter das Ziel von 25 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 9 US-Dollar bis zum Geschäftsjahr 2031.
Anleger dürften nun beobachten, ob sich die Kapazitätsengpässe bei TSMC wie von HSBC erwartet erst 2027 auflösen und ob Arm seine ambitionierten Umsatz- und Gewinnziele bis 2031 untermauern kann.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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