Broadcom-Aktie in Rot: Umsatz verdreifacht, Erwartungen übertroffen - Ausblick belastet
Der US-Halbleiter- und Softwareriese Broadcom hat seine Bilanz für das abgelaufene Quartal veröffentlicht. So hat der Konzern bei Umsatz und Gewinn abgeschnitten.
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Der US-Halbleiter- und Softwarekonzern Broadcom hat seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt.
Auf der Einnahmenseite verbuchte das Unternehmen in den abgelaufenen drei Monaten einen Umsatz von 29,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 86 Prozent. Damit entwickelte sich der Erlös im Vergleich zum Vorjahresquartal (15,95 Milliarden US-Dollar) besser. Wall Street-Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit Erlösen in Höhe von 29,24 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Beim Gewinn je Aktie (EPS) wies Broadcom im Berichtsquartal ein Ergebnis von 3,32 US-Dollar aus. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte hier ein Gewinn von 0,85 US-Dollar je Aktie gestanden. Die Prognosen der Experten, die im Vorfeld ein EPS von 3,22 US-Dollar erwartet hatten, wurden damit übertroffen.
Bei dem um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn verzeichnete Broadcom einen Anstieg um 92 Prozent auf etwas mehr als 20 Milliarden Dollar. Die operative Marge ist daher leicht auf knapp 68 Prozent gestiegen.
Broadcom-Aktie rutscht zunächst ab, Telefonkonferenz beruhigt
Der Chipkonzern Broadcom rechnet dank florierender Geschäfte mit Chips für Angebote rund um die Künstliche Intelligenz (KI) mit einem anhaltend hohen Wachstum. Das Geschäft mit Chips für KI-Unternehmen wie Anthropic oder OpenAI soll nach Aussagen des Konzernchefs Hock Tan während einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalszahlen in den kommenden Jahren kräftig anziehen.
Die Aktie, die nachbörslich wegen eines enttäuschend aufgenommenen Umsatzziels für das laufende vierte Quartal zunächst stark nachgegeben hatte, reduzierte ihr Minus nach Tans Aussagen auf 0,82 Prozent auf 364,23 US-Dollar. Der seit 2006 amtierende Konzernchef Hock Tan erhöhte zum einen das Ziel für KI-Chips in dem bis Ende Oktober laufenden Geschäftsjahr 2025/26 leicht auf 58 Milliarden Dollar.
Das Papier steht seit dem Anfang Juni erreichten Rekordhoch von 495 Dollar unter Druck und büßte seitdem rund ein Viertel ihres Werts ein. In den vergangenen Jahren zählt die Aktie zu den Papieren, die am stärksten vom KI-Boom an der Börse profitiert haben.
Der Kurs der Broadcom-Aktie hat sich seit Anfang September 2021 mehr als versiebenfacht. Mit einem Börsenwert von etwas mehr als 1,7 Billionen Dollar gehört der Chiphersteller derzeit zu den weltweit wertvollsten Konzernen. Aktuell liegt das US-Unternehmen auf Rang acht in dieser Wertung.
Ausblick drückt auf die Stimmung
Trotz der auf den ersten Blick starken Ist-Zahlen richtet sich der Blick der Anleger vor allem auf den Ausblick für das laufende vierte Quartal. Broadcom stellt hier einen Umsatz von rund 34,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht - das entspräche einem Wachstum von gut 93 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und damit sogar einer Beschleunigung gegenüber dem zuletzt gemeldeten Tempo.
Allerdings bewegt sich diese Prognose nur im Rahmen des Analystenkonsenses von etwa 34,68 Milliarden US-Dollar, ohne die Erwartungen klar zu übertreffen. Nach einem Quartal mit deutlichen positiven Überraschungen bei Umsatz und Gewinn reicht den Anlegern eine Guidance, die den Konsens lediglich bestätigt, offenbar nicht mehr aus – zumal das Wachstum des Konzerns stark vom KI-Beschleuniger-Geschäft mit wenigen Großkunden abhängt.
Alexandra Hesse, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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