Bei dieser Aktie schlägt Berkshire Hathaway jetzt zu - Kaufsignal für Anleger?
Nach Zukäufen am Donnerstag und Freitag hält Berkshire Hathaway zwölf Prozent an einem hierzulande wenig bekannten US-Hausbauer. Sollten Anleger jetzt ebenso zuschlagen?
Werte in diesem Artikel
- Berkshire Hathaway kauft trotz eines Minus auf der Position weiter nach
- Bericht zu Millrose stellt die Geschäfte des Hausbauers infrage
- Schwache Zahlen und eine gesenkte Prognose belasten zusätzlich
Berkshire Hathaway, der von Warren Buffett aufgebaute Beteiligungskonzern, hat seinen Anteil am Hausbauer Lennar nach Zukäufen am vergangenen Donnerstag und Freitag auf zwölf Prozent erhöht. Laut Barron's ist das Paket rund 2,2 Milliarden US-Dollar wert. Die Käufe fallen in eine Phase, in der Lennar durch einen kritischen Bericht und schwache Quartalszahlen unter Druck steht.
Berkshire Hathaway baut Position aus
Eine Form-4-Meldung bei der US-Börsenaufsicht SEC, die am gestrigen Montagabend veröffentlicht wurde, zeigt die neuen Bestände. Weil Berkshire Hathaway mehr als zehn Prozent an Lennar hält, dem zweitgrößten US-Hausbauer, müssen Käufe binnen zwei Handelstagen gemeldet werden. Seit Ende des zweiten Quartals hat der Konzern den Anteil laut Barron's mehr als verdoppelt.
Schon eine frühere Form-4-Meldung zeigte Käufe von Klasse-A-Aktien an drei Handelstagen ab dem 17. September. Die Käufe laufen über mehrere Tochtergesellschaften, darunter National Indemnity. Barron's zufolge vermuten einige Beobachter, dass Investmentmanager Ted Weschler die Käufe steuert. Er verwaltet etwa 6 Prozent des 350 Milliarden US-Dollar schweren Aktienportfolios und berichtet an CEO Greg Abel.
Berkshire Hathaway ist im Hausbau bereits über Clayton Homes und Taylor Morrison engagiert, das der Konzern im Juli 2026 für 8,5 Milliarden US-Dollar kaufte.
Hunterbrook-Bericht belastet Lennar-Aktie
Die Lennar-Aktie gab am Montag trotz der Berkshire-Zukäufe kräftig nach und fiel an der NYSE letztlich um 6,73 Prozent auf 74,44 US-Dollar. Am Dienstag stabilisierte sich der Kurs jedoch wieder: Das Papier stieg letztlich um 3,99 Prozent auf 77,41 US-Dollar. Auslöser für den Kursrutsch war ein Bericht von Hunterbrook, der die Beziehung zum Landbanking-Unternehmen Millrose Properties infrage stellt. Millrose wurde 2025 von Lennar an dessen Aktionäre ausgegliedert.
Hunterbrook zufolge kaufte Millrose in rund einem Monat mehr als 700 fertige Lennar-Häuser und vermietet sie. Millrose zahle dafür rund 13 Prozent mehr als Einzelkäufer in denselben Siedlungen. Ohne diese Verkäufe hätte Lennar sein Auslieferungsziel laut Hunterbrook verfehlt. Hunterbrook hat Short-Positionen in Lennar und Millrose offengelegt, die Vorwürfe sind laut investing.com nicht unabhängig verifiziert. Lennar und Millrose lehnten eine Stellungnahme offenbar ab.
Lennar senkt Auslieferungsziel nach schwachem Quartal
Schwache Zahlen und eine gesenkte Prognose belasten zusätzlich. Lennar hatte am 16. September für das dritte Quartal einen Gewinn je verwässerter Aktie von 1,19 US-Dollar gemeldet, nach 2,29 US-Dollar im Vorjahr. Die Bruttomarge auf Hausverkäufe sank auf 15,8 Prozent, die neuen Aufträge gingen um 9 Prozent zurück. Das Ziel für die Jahresauslieferungen senkte der Konzern auf 80.000 bis 81.000 Häuser. CEO Stuart Miller verwies auf eine verschlechterte Lage mit Hypothekenzinsen von rund 6,8 Prozent.
Sollten Anleger trotz Risiken bei der Lennar-Aktie zuschlagen?
Die Käufe von Berkshire Hathaway könnten für Anleger ein positives Signal sein, schließlich baut der Konzern seine Position bei Lennar trotz der jüngsten Kursverluste weiter aus. Gleichzeitig bleibt die Lage beim Hausbauer angespannt: Die schwachen Quartalszahlen, die gesenkte Auslieferungsprognose und die Vorwürfe rund um die Geschäfte mit Millrose sorgen für Unsicherheit. Anleger sollten daher genau beobachten, wie Lennar auf die Kritik reagiert und ob sich die operative Entwicklung stabilisiert. Wer von der langfristigen Perspektive des US-Häusermarktes überzeugt ist, könnte die aktuelle Schwäche als Einstiegschance betrachten. Entscheidend könnte zudem werden, ob Lennar auf die Vorwürfe zu Millrose reagiert und ob Berkshire Hathaway weitere Zukäufe meldet. Angesichts der offenen Fragen erscheint jedoch ein schrittweises Vorgehen sinnvoll, statt die Aktie allein aufgrund der Berkshire-Käufe zu kaufen.
Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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