WACKER CHEMIE-Aktie tiefer: Konzern setzt auf gezieltes Wachstum für mehr Profitabilität
WACKER CHEMIE will mit der Fokussierung auf attraktive Märkte stärker wachsen als die weltweite Konjunktur und die Rendite gegenüber dem Durchschnitt der zurückliegenden drei Jahre um rund 50 Prozent steigern.
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Zugleich sollen die Investitionen beschränkt bleiben.
Das Chemieunternehmen stellt auf einem Kapitalmarkttag in London unter dem Namen "Refocus to unlock full potential" seine Ziele für die nächsten Jahre vor. Mit einer stringenten Portfoliosteuerung und der Umsetzung des bereits gestarteten Kosten- und Effizienzprogramms Pace soll die EBITDA-Marge zwischen 13 und 17 Prozent liegen. 2025 hatte WACKER CHEMIE bezogen auf diese Kennziffer 7,8 Prozent Umsatzrendite ausgewiesen.
Investitionen und Ressourcen will CEO Christian Hartel gezielt auf Geschäfte mit besonders attraktiven strukturellen Wachstumsperspektiven konzentrieren. Dazu zählten besonders Anwendungen in den Bereichen Elektronik, Gesundheit und Mobilität. In etablierten und bereits gut ausgebauten Geschäften setzt er hingegen auf operative Exzellenz und eine höhere Kapitalrendite.
Mit Investitionen zwischen 300 und 400 Millionen Euro jährlich wird WACKER CHEMIE sich insgesamt unter dem Niveau der Abschreibungen bewegen. Zentraler Kern von "Refocus", so CFO Tobias Ohler, sei es, das Geschäft und die Investitionen künftig noch gezielter zu steuern. Sämtliche Produktgruppen würden hinsichtlich globaler Marktbedingungen, Marktposition und Nachfrage systematisch bewertet und kategorisiert.
Angesichts der geringeren Kapitalintensität strebt WACKER CHEMIE eine Steigerung der Kapitalrendite (ROCE) dauerhaft auf über 10 Prozent an, wie Ohler sagte. 2025 war eine negative Kapitalrendite von 3,1 Prozent erzielt worden, im Jahr zuvor lag sie bei plus 5 Prozent.
Mit Blick auf die aktuelle Geschäftsentwicklung sagte Vorstandschef Hartel: "Wir rechnen aktuell im 3. Quartal mit einem EBITDA auf dem Niveau des 2. Quartals." Das Chemiegeschäft entwickele sich derzeit stabil, etwas besser als im vorherigen Quartal. "Das Solar-Polysilicium-Geschäft bleibt dagegen herausfordernd."
WACKER CHEMIE-Aktie trotz schwachem Ausblick im Aufwind
Die Aktien von WACKER CHEMIE sind trotz eines eingetrübten Ausblicks des Spezialchemiekonzerns am Donnerstag vorbörslich gefragt. Auf der Handelsplattform Tradegate stiegen sie im Vergleich zum XETRA-Schlusskurs vom Vortag um 2,1 Prozent auf 90,55 Euro. Im Haupthandel beläuft sich das Minus am Donnerstag dann auf zeitweise 1,02 Prozent auf 87,75 Euro. Damit erholten sich die Papiere weiter von ihrer Talfahrt seit Anfang September. Für 2026 ist die Kursbilanz mit einem Plus von knapp 30 Prozent überdurchschnittlich gut.
DOW JONES / dpa-AFX
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Bildquellen: WACKER Chemie
