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Iran-Deal steht (vielleicht): Wer sind die Gewinner?

24.06.26 03:34 Uhr

Iran-Deal steht (vielleicht): Wer sind die Gewinner? | finanzen.net

Es ist ein Wendepunkt mit Fragezeichen. Präsident Trump hat die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran unterzeichnet, die den Krieg dauerhaft beenden, die Seeblockade aufheben und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus binnen 30 Tagen wieder auf volle Kapazität bringen soll.

Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass eingefrorene iranische Vermögen in zweistelliger Milliardenhöhe freigegeben werden und ein 300 Mrd. Dollar schwerer Fonds den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes finanzieren soll.

Im Gegenzug verpflichtet sich Teheran, dauerhaft auf Atomwaffen zu verzichten. Die Märkte reagierten unmittelbar: Die Ölsorten Brent und WTI fielen auf unter 80 Dollar je Barrel, der durchschnittliche Benzinpreis in den USA rutschte erstmals seit Kriegsbeginn unter vier Dollar je Gallone. Schon im Mai hatten die hohen Spritpreise den US-Konsum erstaunlich wenig gebremst, die Einzelhandelsumsätze stiegen kräftig. Fällt diese Belastung nun weg, dürfte sich der Effekt noch verstärken.

Doch der 14-Punkte-Rahmen lässt Spielraum. Ob die zunächst gebührenfreie Passage über die ersten 60 Tage hinaus bestehen bleibt, ob der Kongress die Sanktionsaufhebung mitträgt und ob Israel die Vereinbarung respektiert, bleibt offen. Trump selbst räumte ein, dass eine Verlängerung der gebührenfreien Durchfahrt nicht schriftlich fixiert ist, sondern auf einem Einvernehmen beruhe. Für Anleger heißt das: Die Entspannung ist greifbar, ihre Nachhaltigkeit aber ungewiss. Deshalb: Wer auf die Profiteure der neuen Lage setzen will, sollte breit und über mehrere Wirkungskanäle streuen.

Am unmittelbarsten zahlt die Entspannung auf die Reisebranche ein, denn sie bekommt gleich von zwei Seiten Rückenwind: billigeres Kerosin und Flugkorridore, die wieder offenstehen. Genau dieses Segment fängt der iShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure UCITS ETF (ISIN DE000A0H08S0 / WKN A0H08S) ein. Dabei geben die europäischen Fluglinien den Ton an, Ryanair an der Spitze mit rund einem Fünftel des Portfolios, daneben International Consolidated Airlines und die Deutsche Lufthansa. Dazu kommen Hotelnamen wie InterContinental sowie der Caterer Sodexo. Der Fonds verwaltet 67 Mio. Euro bei einer Kostenquote von 0,46 Prozent.

Subtiler ist die zweite Spur, der europäische Verbraucher. Niedrigere Energiepreise entlasten die Haushalte wie eine Steuersenkung und landen am Ende oft im Konsum, wovon gerade konjunktursensible Markenartikler überdurchschnittlich profitieren. Der iShares MSCI Europe Consumer Discretionary Sector UCITS ETF (ISIN IE00BMW42298 / WKN A2QBZ7) führt diese Spieler zusammen, allen voran die Luxusriesen LVMH, Richemont und Hermès, ergänzt um Inditex und Ferrari. Mit 0,18 Prozent jährliche Gesamtkostenquote gehört er zu den preiswerten Vertretern seiner Gattung und bringt 92 Mio. Euro auf die Waage.

Bleibt als dritter Kanal die Golfregion, die als Nutznießerin fallender Risikoaufschläge gelten darf. Hier setzt der iShares MSCI Saudi Arabia Capped UCITS ETF (ISIN IE00BJ5JPJ87 / WKN A2PGTG) an, der den saudischen Leitindex nachzeichnet. Das Gewicht liegt klar bei den Banken Al Rajhi Bank und Saudi National Bank, flankiert vom Ölkonzern Saudi Aramco. Anleger sollten wissen, dass es sich um ein Leichtgewicht handelt: Gerade einmal 19 Mio. Euro Volumen machen den Fonds zur Beimischung, nicht zum Basisinvestment. Der ETF ist eine ausschüttende Variante mit zuletzt rund 3 Prozent Rendite, die laufenden Kosten betragen 0,60 Prozent pro Jahr. Ein ruhigerer Naher Osten, freie Seewege am Golf und ein kalkulierbareres Umfeld stützen die Bewertungen. Der Haken bleibt die alte Rivalität zwischen Riad und Teheran, die als Risiko im Hintergrund weiterwirkt.

Fazit: Die Iran-Entspannung eröffnet ein klares Chancenfeld, von der Reisebranche über den europäischen Konsum bis zu den Golfmärkten. Anleger sollten jedoch im Blick behalten, dass die Vereinbarung noch nicht abschließend gesichert ist und ein Rückschlag jederzeit möglich erscheint.

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