Abgaben im Fokus

Benzin, Diesel & Co: So stark greift der Staat beim Tanken zu

21.04.26 23:24 Uhr

Benzin-Schock: So viel zahlen Autofahrer wirklich an den Staat | finanzen.net

Wer in Deutschland tankt, zahlt mehr als in den meisten EU-Ländern. Ein erheblicher Teil des Preises an der Zapfsäule fließt dabei nicht an Ölkonzerne, sondern direkt in die Staatskasse.

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Drei Abgaben, ein hoher Preis: So setzt sich der Spritpreis zusammen

Beim Tanken in Deutschland werden drei verschiedene staatliche Abgaben fällig: die Energiesteuer, die CO2-Abgabe sowie die Mehrwertsteuer. Die Energiesteuer, ehemals Mineralölsteuer, ist die größte der drei Positionen und gesetzlich im Energiesteuergesetz festgelegt. Wie aus den Steuersätzen der Bundeszollverwaltung hervorgeht, ist sie bei Benzin (E10) deutlich höher angesetzt als bei Diesel.

Die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent wird dabei auf den Warenwert inklusive Energiesteuer und CO2-Preis erhoben. Die CO2-Abgabe wiederum orientiert sich an einem gesetzlich festgelegten Preiskorridor für Emissionszertifikate. Bezogen auf einen beispielhaften Literpreis für Super E10 von 1,94 Euro wies der ADAC im März 2026 etwa eine Zusammensetzung aus, bei der die staatlichen Abgaben regelmäßig mehr als die Hälfte des Preises ausmachen. Die verbleibenden Anteile entfallen auf Kosten und Gewinn der Mineralölwirtschaft, also auf Rohstoffbeschaffung, Transport, Weiterverarbeitung und Margen der Konzerne.

Diesel: Niedrigere Energiesteuer, aber oft teurer an der Zapfsäule

Beim Diesel liegen die Energiesteuersätze systematisch niedriger als bei Benzin. Dennoch machen die staatlichen Abgaben auch hier einen erheblichen Teil des Endpreises aus. Der CO2-Aufschlag fällt bei Diesel prozentual etwas höher ins Gewicht als bei Benzin, da dieser Kraftstoff beim Verbrennen mehr CO2 je Liter ausstößt.

Obwohl Diesel also geringer besteuert wird als Benzin, ist er an der Zapfsäule häufig teurer. Ursache dafür ist der schwankende Rohölverarbeitungsanteil: In Phasen hoher Nachfrage oder knapper Kapazitäten steigen die Kosten für Beschaffung und Verarbeitung auf dem Rohölmarkt so stark an, dass sie den Steuervorteil gegenüber Benzin mehr als ausgleichen.

Deutschland im EU-Vergleich: Steuerlast unter den höchsten Europas

Wie aus Daten der Europäischen Kommission hervorgeht, liegt Deutschland beim absoluten Steueranteil an Kraftstoffen im europäischen Vergleich regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Während Länder wie die Niederlande oft eine noch höhere Belastung aufweisen, fallen die Abgaben in osteuropäischen Staaten wie Bulgarien meist deutlich niedriger aus.

Die hohe Abgabenlast erfüllt dabei mehrere politische Zwecke. Die Energiesteuer trägt zur Finanzierung des Staatshaushalts bei und fördert laut der Verbraucherzentrale Energieberatung energiesparende Technologien, da diese bei steigenden Energiekosten wirtschaftlich attraktiver werden. Die CO2-Abgabe verfolgt einen Lenkungszweck: Wer klimaschädliche Kraftstoffe verbraucht, soll einen finanziellen Anreiz erhalten, auf umweltfreundlichere Alternativen umzusteigen. Ihre Einnahmen fließen zweckgebunden in den Klima- und Transformationsfonds.

Dominik Maier, Redaktion finanzen.net

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