Fünf Warnsignale

Goldpreis vor Crash? Bank of America sieht Parallelen zu 1980 und 2011

20.07.26 22:16 Uhr

Goldpreis im Visier: BofA sieht Bärenmarktrisiko - wie Anleger reagieren sollten | finanzen.net

Die Bank of America sieht beim Goldpreis gefährliche Parallelen zu vergangenen Jahrhundert-Crashs, und die Details ihrer Analyse dürften Anleger aufhorchen lassen.

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  • BofA registriert bei Gold gleich fünf technische Warnsignale gleichzeitig
  • Frühere Bärenmärkte seit 1970 zogen den Goldpreis um mindestens 50 Prozent nach unten
  • Bank rät zu gestaffeltem Einstieg statt vollständigem Rückzug aus Gold

Bank of America stuft die laufende Korrektur beim Goldpreis als potenziell gefährlicher ein als bislang angenommen. Die Technikstrategen um Paul Ciana zogen vergangene Woche laut Investing.com in einer aktuellen Analyse Parallelen zu den Goldpreis-Spitzen von 1980 und 2011, auf die jeweils mehrjährige Bärenmärkte folgten. Sollte sich 2026 als vergleichbarer Zyklushöhepunkt erweisen, drohe dem Edelmetall laut BofA ein Rückgang auf rund 3.315 US-Dollar je Feinunze.

Diese Warnsignale registriert BofA

Die Analysten stützen ihre Einschätzung auf eine Kombination mehrerer technischer Signale: ein Death-Cross-Muster, eine erhöhte spekulative Netto-Long-Positionierung, eine markante Peak-Candle-Formation, ein TD-Sequential-Erschöpfungssignal sowie einen RSI-Wert von 90 auf dem jüngsten Hoch, ein Niveau, das laut BofA exakt den Spitzen von 1980 und 2011 entspricht. Hinzu kommt die Zeitkomponente: Die laufende Korrektur ist erst 24 Wochen alt, während der vorangegangene Aufwärtstrend 121 Wochen dauerte (zum Zeitpunkt der Studie). Selbst nachdem der Goldpreis die 38,2-Prozent-Fibonacci-Marke bei 4.149 US-Dollar unterschritten hat, wirke der Rücksetzer damit im Verhältnis zur Länge der Rally noch kurz, so die Strategen um Ciana.

Historische Parallelen zu 1980 und 2011

Historisch gesehen, fällt der Befund deutlich aus: Alle drei Bärenmärkte, die der Goldpreis seit 1970 durchlaufen hat, haben mindestens die Hälfte der vorangegangenen Rally wieder abgegeben. Übertrüge sich dieses Muster auf den aktuellen Zyklus, ergäbe sich laut BofA ein Zielbereich von rund 3.315 US-Dollar. Eine zweite Methode, die auf einem Rückblick über 174 Wochen basiert, deutet auf ein Niveau von 3.605 US-Dollar hin, während die hälftige Fibonacci-Korrektur der gesamten vorherigen Aufwärtsbewegung bei etwa 3.702 US-Dollar liegt, dem Wert, den die Bank als zentrale Zielmarke für einen tieferen Rückgang benennt.

Der Weg dorthin dürfte in Etappen verlaufen

Ein direkter Absturz zu diesen Marken gilt bei BofA nicht als das wahrscheinlichste Szenario. Ciana rechnet zunächst mit einer Gegenbewegung in Richtung 4.325 bis 4.500 US-Dollar, bevor der nächste Rückgang zur hälftigen Fibonacci-Marke bei 3.702 US-Dollar einsetzen könnte, ein Muster, das sich laut BofA bereits nach dem Hoch von 2011 in ähnlicher Form gezeigt hat. Von einem kompletten Rückzug aus Gold rät die Bank trotz der Warnsignale ab. Stattdessen empfiehlt sie einen gestaffelten Einstieg: moderate Käufe unterhalb von 4.000 US-Dollar, ein Ausbau der Position zwischen 3.700 und 3.600 US-Dollar und die vollständige Allokation erst im Bereich von 3.450 bis 3.250 US-Dollar.

Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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