Gold-Ausblick

Ziel über 5.000 US-Dollar: Warum Morgan Stanley weiter auf Gold setzt


Ziel über 5.000 US-Dollar: Warum Morgan Stanley weiter auf Gold setzt

Trotz hoher Anleiherenditen und eines stärkeren US-Dollars hält Morgan Stanley an einem positiven Ausblick für Gold fest.

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• Morgan Stanley erwartet Gold in der zweiten Jahreshälfte 2027 wieder über 5.000 US-Dollar
• Zentralbankkäufe und ETF-Zuflüsse bleiben wichtige Stützen für den Goldmarkt
• Hohe Anleiherenditen und ein stärkerer US-Dollar belasten den Goldpreis kurzfristig

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Morgan Stanley sieht weiter Potenzial beim Goldpreis

Morgan Stanley bleibt trotz des zuletzt schwierigen Marktumfelds für Gold grundsätzlich positiv gestimmt. Amy Gower, Leiterin der Metall- und Bergbaustrategie bei Morgan Stanley, erklärte in einem Interview mit CNBC, dass die US-Bank auf Sicht von zwölf Monaten weiteres Aufwärtspotenzial für das Edelmetall sieht. In der zweiten Jahreshälfte 2027 soll der Goldpreis demnach wieder über die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze steigen. Bei Kursrückgängen würde Morgan Stanley Goldpositionen daher eher aufstocken, wie das auf Edelmetalle spezialisierte Nachrichtenportal Kitco News unter Berufung auf das Interview berichtet. Kurzfristig sieht Gower allerdings Gegenwind. Langfristige Anleiherenditen befinden sich auf hohen Niveaus, gleichzeitig hat der US-Dollar an Stärke gewonnen und auch hohe Ölpreise erschweren das Umfeld für das zinslose Edelmetall. Nach Einschätzung der Strategin hat Gold dennoch Unterstützung oberhalb von 4.000 US-Dollar gefunden.

Zentralbanken und ETFs stützen die Nachfrage

Als wichtigen Faktor nennt Gower die weiterhin hohe physische Nachfrage. Besonders Zentralbanken wie jene Chinas und Polens seien am Goldmarkt aktiv. Chinas breiter gefasste Goldimporte steuern nach Einschätzung von Morgan Stanley mindestens auf das höchste Niveau seit 2017 zu. Gleichzeitig hätten börsengehandelte Goldfonds ihre Bestände zuletzt ausgebaut. Das sei bemerkenswert, da ETF-Nachfrage üblicherweise empfindlich auf steigende Zinsen reagiert. Bereits im Mai hatte Morgan Stanley auf die Bedeutung von Zentralbank- und ETF-Käufen für den weiteren Goldpreispfad verwiesen. Damals erwartete die Bank einen Anstieg auf 5.200 US-Dollar je Feinunze in der zweiten Jahreshälfte 2026, nachdem sich die Nachfrage zuvor vorübergehend abgeschwächt hatte. Als wesentliches Risiko nannte Morgan Stanley zugleich länger anhaltend hohe oder weiter steigende US-Zinsen.

Gold behauptet sich trotz hoher US-Renditen

Die Widerstandsfähigkeit des Goldpreises gegenüber steigenden Renditen ist auch am breiteren Markt zu beobachten. Reuters zufolge hielt sich Gold Anfang Oktober trotz des deutlichen Anstiegs der Renditen von US-Staatsanleihen oberhalb von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Als wesentliche strukturelle Faktoren gelten dabei die Diversifizierung von Währungsreserven und geopolitische Risiken. Vor allem Zentralbanken aus Schwellenländern haben ihre Goldbestände seit dem Einfrieren russischer Währungsreserven im Jahr 2022 verstärkt als Alternative zu Dollarreserven ausgebaut. Gleichzeitig bleibt das Zinsumfeld ein Belastungsfaktor. Für den weiteren Goldpreispfad sind nach Einschätzung der von Reuters zitierten Marktbeobachter daher sowohl die Nachfrage von Zentralbanken und Gold-ETFs als auch die Entwicklung der US-Geldpolitik von Bedeutung.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Sebastian Duda / Shutterstock.com, Sashkin / Shutterstock.com

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