Goldpreis wartet auf neue Impulse: Zinsausblick bremst das Edelmetall
Der Goldpreis zeigt sich im frühen Dienstagshandel weitgehend richtungslos. Belastend wirkt vor allem die Erwartung, dass die US-Zinsen länger auf erhöhtem Niveau bleiben könnten.
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von Jörg Bernhard
Nach der jüngsten Zinserhöhung der US-Notenbank Fed richten Anleger ihren Blick deshalb auf Aussagen von Fed-Vertretern, die Hinweise auf einen möglichen weiteren Zinsschritt im Oktober liefern könnten. Mittlerweile zeigt das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group eine Wahrscheinlichkeit von über 55 Prozent an, dass die nächste Zinserhöhung bereits Ende Oktober erfolgen könnte. Im Tagesverlauf stehen die Statements von drei US-Notenbankern zur Bekanntgabe an. Zusätzlichen Gegenwind könnte ein erneuter Anstieg der Ölpreise auslösen: Höhere Energiekosten würden die Inflationserwartungen verstärken und damit weitere Zinserhöhungen wahrscheinlicher machen. Zugleich gibt es Anzeichen, dass der Inflationsdruck inzwischen über den Ölmarkt hinausreicht und auch von einer robusten Nachfrage sowie steigenden Rohstoffpreisen getragen wird. Geopolitisch bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt, insbesondere durch die Kämpfe im Jemen. Gleichzeitig warten die Märkte auf mögliche Fortschritte bei Gesprächen zwischen den USA und Iran im Rahmen der UN-Generalversammlung. Diese Faktoren dürften kurzfristig die Richtung des Goldpreises bestimmen.
Am Dienstagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit gehaltenen Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 15,90 auf 4.368,00 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Diplomatie und Öllieferungen im Fokus
Die Ölpreise haben im frühen Dienstagshandel nach vier Verlusttagen in Folge wieder zugelegt. Diskutiert wird an den Märkten über mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Rande der UN-Generalversammlung. Iran hat Bedingungen für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen übermittelt, während die USA Gesprächsbereitschaft signalisiert haben. Gleichzeitig entspannen sich die Sorgen um die Ölversorgung etwas: Saudi-Arabien hat seine Exporte durch die Straße von Hormus deutlich erhöht, wo die Liefermengen inzwischen den höchsten Stand seit sechs Monaten erreicht haben. Zudem arbeitet das Land an der Wiederherstellung seiner beschädigten Ost-West-Pipeline. Die geopolitischen Risiken bleiben dennoch hoch, da die Huthi-Milizen ihre Angriffe auf Saudi-Arabien fortsetzen. Für zusätzliche Unsicherheit sorgt Libyen, wo die Schließung einer wichtigen Pipeline die Förderung im Sharara-Ölfeld deutlich reduziert hat. Kurzfristig dürften diplomatische Entwicklungen und die tatsächlichen Ölströme die Marktrichtung bestimmen.
Am Dienstagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit erholten Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Future um 1,07 auf 96,85 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 1,39 auf 101,73 Dollar anzog.
Redaktion finanzen.net
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