Kaufzone Silber

Silberpreis sucht Boden: Wann Anleger der UBS zufolge einsteigen sollten

22.07.26 14:53 Uhr

Silberpreis aktuell: UBS senkt Kaufzone auf 48 bis 50 Dollar je Unze | finanzen.net

Der Silberpreis kämpft nach einem steilen Kursrutsch um seine Stabilität, und die Schweizer Großbank UBS zieht daraus deutliche Konsequenzen für Anleger.

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  • UBS senkt die Kaufzone für Silber von 55 auf 48 bis 50 US-Dollar
  • Der Silberpreis fiel innerhalb weniger Wochen von 76 auf rund 56 US-Dollar je Feinunze
  • UBS sieht Kurse bis 75 US-Dollar je Feinunze bis Mitte 2027

Der Silberpreis sucht nach dem massiven Kursrutsch der vergangenen Wochen einen tragfähigen Boden, und die Schweizer Großbank UBS zieht daraus unmittelbare Konsequenzen für ihre Einstiegsempfehlung. Analyst Dominic Schnider senkt die als attraktiv geltende Kaufzone von zuvor 55 US-Dollar auf einen Korridor von 48 bis 50 US-Dollar je Feinunze, wie Investing.com berichtet. Der Silberpreis war von rund 76 US-Dollar Anfang Juni auf etwa 56 US-Dollar Mitte Juli gefallen, belastet von eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und steigenden Ölpreisen. Die UBS bleibt trotz der tieferen Kaufzone bei seiner mittelfristig positiven Einschätzung für das Edelmetall.

Warum die UBS die Kaufzone senkt

Hinter der Anpassung steht laut Schnider vor allem eine schwächer als erwartete Investorennachfrage. Die geopolitische Lage im Nahen Osten und der damit verbundene Anstieg der Ölpreise hätten die Sorge vor höheren Zinsen verstärkt und damit auch Edelmetalle wie Silber unter Druck gesetzt. Hinzu kommt ein fester US-Dollar, der Silber für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert, sowie die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed vorerst an ihrem restriktiven Kurs festhält. Schnider rechnet nicht vor Dezember 2026 oder dem ersten Quartal 2027 mit einer ersten Zinssenkung. Trotz der eingetrübten kurzfristigen Aussichten hält er die tieferen Kurse für vorübergehend: "Diese Preise dürften nur von kurzer Dauer sein", schreibt Schnider laut Investing.com.

ETF-Bestände und Terminmarkt als Signalgeber

Ein wichtiger Gradmesser für die Investorenstimmung sind die weltweiten Silber-ETF-Bestände. Sie sind seit Jahresbeginn um mehr als 38 Millionen Feinunzen auf rund 784 Millionen Feinunzen gesunken, wie Schnider berichtet. Zugleich meldet Investing.com für den laufenden Monat einen Anstieg der Bestände um 1,86 Millionen Feinunzen, was die UBS als Hinweis wertet, dass Anleger den Kursrückgang gezielt zum Nachkauf nutzen. Auch die Terminmarktpositionierung gilt als weitgehend stabil, ein Signal dafür, dass spekulative Anleger bislang nicht in größerem Stil aus dem Markt geflüchtet sind.

Das Verhältnis von Gold und Silber als Bewertungsmaßstab

Für die Einordnung der Kaufzone zieht die UBS zusätzlich das Verhältnis von Gold- zu Silberpreis heran, das misst, wie viele Feinunzen Silber dem Wert einer Feinunze Gold entsprechen. Es liegt aktuell knapp unter 70, nachdem es sich laut einer Silberpreis-Einordnung von Kagels Trading von einem Tiefpunkt bei rund 43 im Jahresverlauf wieder ausgeweitet hat. UBS bewertet diesen Stand als moderat attraktiv, aber noch nicht als günstig. Erst oberhalb von 80 sähe die Bank Silber im Vergleich zu Gold als klar unterbewertet an. Strukturell spricht laut Kagels Trading zudem die hohe industrielle Nachfrage für das Edelmetall: Rund die Hälfte des weltweiten Silberverbrauchs entfällt auf Industrieanwendungen wie Solarmodule, Elektronik und Medizintechnik, und das Silver Institute rechnet bis 2030 mit einer weiter steigenden industriellen Nachfrage von mehr als 700 Millionen Feinunzen pro Jahr.

UBS-Kursziele bis 2027

Trotz der gesenkten Kaufzone bleibt die UBS beim mittelfristigen Ausblick zuversichtlich. Die Bank rechnet mit einem Silberpreis von 65 US-Dollar bis September, 70 US-Dollar bis Dezember und 75 US-Dollar bis März sowie Juni 2027. Getragen wird diese Erwartung von der Aussicht auf Zinssenkungen der Fed im kommenden Jahr, einer aus UBS-Sicht hoch bewerteten US-Währung gegenüber asiatischen Devisen sowie einer industriellen Nachfrage, die auf steigende Silberpreise vergleichsweise unempfindlich reagieren dürfte.

Für Anleger bleibt in den kommenden Wochen vor allem die Entwicklung der ETF-Bestände ein zentraler Beobachtungspunkt, denn ein anhaltender Zufluss würde die These stützen, dass institutionelle Käufer die tiefere Kaufzone tatsächlich nutzen. Ebenso entscheidend ist, ob sich die geopolitische Lage im Nahen Osten beruhigt oder ob sie den Silberpreis über die von der UBS ausgerufene Zone von 48 bis 50 US-Dollar hinaus weiter drückt.

Wer über ein Engagement in Silber nachdenkt, sollte einkalkulieren, dass sich die von der UBS erwartete Stabilisierung verzögern kann, etwa wenn sich die Spannungen im Nahen Osten weiter zuspitzen oder die Fed ihre erste Zinssenkung über das erste Quartal 2027 hinausschiebt. Silber zählt zudem zu den volatileren Edelmetallen, und die genannten Kursziele sind Prognosen, keine Garantien.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

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