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ASML-Aktie & Co.: Nach dem Chipausverkauf setzt die BofA auf diese Techwerte


ASML-Aktie & Co.: Nach dem Chipausverkauf setzt die BofA auf diese Techwerte

Nach dem Kursrutsch hält die Bank of America Halbleiteraktien für so günstig bewertet wie seit Jahren nicht. Die US-Bank sieht im europäischen Technologiesektor nun attraktive Einstiegschancen.

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  • BofA sieht nach dem Ausverkauf attraktive Bewertungen im Halbleitersektor
  • Zu den Favoriten zählen ASML, ASM International, STMicroelectronics sowie der Netzwerkausrüster Nokia
  • Ericsson und Logitech stuft die Bank auf Underperform
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Die Bank of America erklärt den Kursrutsch bei Halbleiteraktien für übertrieben und hält den Sektor für so günstig bewertet wie seit Jahren nicht. In einer Analyse rät das Team um Analyst Didier Scemama laut Investing.com zum Einstieg bei vier europäischen Technologiewerten. Drei davon sollen vom nächsten Investitionszyklus der Halbleiterindustrie profitieren, Nokia überzeugt die Bank dagegen mit seinem Auftragseingang.

Warum die Bank den Sektor für zu billig hält

Grundlage der positiven Einschätzung ist die aktuelle Bewertung. Nach dem Ausverkauf werde der Sektor mit einem Abschlag von rund drei Punkten auf die durchschnittlichen Bewertungsmultiplikatoren für das Jahr 2028 gehandelt, die reinen Ausrüster sogar mit sechs bis sieben Punkten, rechnet BofA vor. Der Rückstand des Halbleiterindex von etwa 18 Prozent gegenüber dem S&P 500 ähnele handelspolitisch getriebenen Rücksetzern wie 2015 und 2018, als jeweils gut 17 Prozent zusammenkamen, und bleibe klar unter den rund 30 Prozent, die echte zyklische Abschwünge wie 2011/12, 2022 sowie 2024/25 kennzeichneten. Für die Bank ist der Rücksetzer damit vor allem handelskonfliktbedingt und nicht Ausdruck einer fundamentalen Verschlechterung der Geschäftsentwicklung.

Getragen wird die These von der Nachfrage. BofA erwartet, dass die Ausgaben für Chipfertigungsanlagen bis 2028 auf mindestens 250 Milliarden US-Dollar steigen, was zwei Jahren mit jeweils rund 30 Prozent Wachstum entspräche. Als Beleg führt die Bank langfristige Lieferverträge quer durch die großen KI- und Speicherkunden an, darunter einen berichteten Fünfjahresvertrag zwischen Samsung und Broadcom über rund 200 Milliarden US-Dollar sowie angehobene Investitionsbudgets bei TSMC und Intel. Die verbreitete Sorge am Markt vor einem Preisverfall bei Speicherchips hält die Bank angesichts dieser Verträge für unbegründet.

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ASML als klarer Favorit

Als bevorzugten europäischen Standardwert nennt die Bank ASML. Der niederländische Lithografiekonzern profitiere von höheren Durchschnittspreisen und steigenden Bruttomargen, argumentiert BofA und bestätigt die Kaufempfehlung. Für 2027 und 2028 liegen die Gewinnschätzungen der Bank je Aktie sechs bis sieben Prozent über dem Marktkonsens, was den Abstand zur breiten Analystenmeinung verdeutlicht.

Die Ausrüster im Fokus

Auch bei den Fertigungsausrüstern sieht die Bank Nachholbedarf. Für ASM International rechnet BofA in ihrer Analyse damit, dass der Konzern die Konsenserwartungen beim Quartalsgewinn um elf Prozent übertreffen werde, getragen von den höheren Budgets bei TSMC und Intel, einer robusten Nachfrage aus China und einer beginnenden Erholung bei Analog- und Leistungshalbleitern.

Bei STMicroelectronics räumt die Bank die Enttäuschung des Marktes über die nur langsam steigenden Margen ein, hält die Ertragskraft von mehr als 4,50 US-Dollar je Aktie für 2028 aber für intakt. Sie verweist auf ein Verhältnis von Auftragseingang zu abgerechnetem Umsatz von rund 2, auf Effizienzgewinne, die bis Mitte 2028 vier Prozentpunkte Bruttomarge bringen sollen, und auf Produktzyklen bei optischen Komponenten und Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn.

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Chancen auch abseits der Chipausrüstung

Über den Halbleitersektor hinaus empfiehlt die Bank auch Nokia. Der finnische Netzwerkausrüster verfüge über einen aus BofA-Sicht unterschätzten Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro, der die Kaufempfehlung stütze. Nicht überzeugt zeigt sich die Bank dagegen bei zwei Namen aus demselben Umfeld: Ericsson und Logitech stuft sie auf Underperform und verweist auf Bedenken bei Margen und Wachstum.

Die These ist zunächst eine Bewertungswette. Verschärfen sich die Handelskonflikte, die BofA als bloßen Belastungsfaktor einordnet, oder gerät der Speichermarkt doch unter Preisdruck, kann der Bewertungsabschlag bestehen bleiben oder größer werden. Hinzu kommt die Abhängigkeit von wenigen Großkunden. Der erwartete Investitionsschub stützt sich auf angekündigte Milliardenprojekte und einzelne Rahmenverträge. Werden diese Budgets gestreckt, träfe das die Ausrüster unmittelbar.

Ob die Rechnung aufgeht, zeigt sich an den kommenden Quartalsberichten der Ausrüster und daran, ob TSMC und Intel ihre erhöhten Investitionsbudgets tatsächlich umsetzen. Erst diese Zahlen belegen, ob der Abschlag berechtigt war oder die Einstiegsgelegenheit, die BofA sieht.

Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: ASML, Pavel Kapysh / Shutterstock.com

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12:01 ASML NV Outperform Bernstein Research
31.07.26 ASML NV Outperform Bernstein Research
22.07.26 ASML NV Buy UBS AG
16.07.26 ASML NV Kaufen DZ BANK
16.07.26 ASML NV Hold Jefferies & Company Inc.