AMD-Aktie vor Quartalszahlen: Wie viel Luft lassen die Kursziele der Analysten?
Vor den Quartalszahlen sind sich die Analysten bei der AMD-Aktie ungewöhnlich einig, nur nicht darin, wie viel Luft nach oben davon tatsächlich noch bleibt.
Werte in diesem Artikel
- AMD legt nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal vor
- Die meisten Analysten empfehlen die AMD-Aktie weiterhin zum Kauf
- Durchschnittliches Analystenkursziel lässt nur noch wenig Luft nach oben
Bei AMD (Advanced Micro Devices) stehen heute nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal an, und der Rückenwind von der Wall Street fällt dabei schwächer aus, als es die breite Zahl der Kaufempfehlungen vermuten lässt. 17 Analysten haben sich im vergangenen Monat zur Aktie geäußert, 16 raten zum Kauf, einer zum Halten, keiner zum Verkauf, und das durchschnittliche Kursziel liegt bei 627,94 US-Dollar. Gemessen am gestrigen Schlusskurs von 484,64 US-Dollar bleibt zwar noch Potenzial, doch die Bewertung der Aktie lässt kaum Puffer für eine enttäuschende Prognose.
Analysten bleiben für AMD-Aktie trotz hoher Bewertung mehrheitlich optimistisch
Die jüngste Bewegung bei den Kurszielen kam von der UBS: Die Großbank hob ihr Kursziel für die AMD-Aktie am 27. Juli in einer Studie von 700 auf 730 US-Dollar an und beließ die Einstufung bei "Buy". UBS-Analyst Timothy Arcuri begründete den Schritt mit höheren Schätzungen für die Prozessor-Roadmap und das adressierbare Gesamtmarktpotenzial, die AMD zuvor auf einem eigenen "AI Day" vorgestellt hatte. Über die vergangenen Wochen zeigt sich ein klares Muster: Anhebungen überwiegen deutlich, größere Herabstufungen sind bislang die Ausnahme geblieben.
Rechenzentrumsgeschäft treibt die Wachstumsstory
Der Optimismus der Analysten stützt sich vor allem auf das Rechenzentrumsgeschäft. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Umsatz in diesem Segment um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 5,8 Milliarden US-Dollar, getragen von der Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und Instinct-Beschleunigern. Für das zweite Quartal hat das Unternehmen im Mai einen Konzernumsatz von rund 11,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, ein Plus von etwa 46 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und eine Beschleunigung gegenüber den 38 Prozent Wachstum im ersten Quartal. Die Non-GAAP-Bruttomarge soll dabei von 55 im ersten auf rund 56 Prozent im zweiten Quartal steigen.
Bewertung lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen
Genau darin liegt die Kehrseite der hohen Kursziele: Der Markt preist eine über Jahre anhaltende, überdurchschnittliche Wachstumsdynamik bereits weitgehend ein, und ein derart hohes Gewinnvielfaches verzeiht wenig Abweichung von der eigenen Prognose. Bleibt die Beschleunigung im Rechenzentrumsgeschäft aus oder fällt der Ausblick für das dritte Quartal schwächer aus als zuletzt, dürfte die Bewertung schnell zum Diskussionspunkt werden, selbst wenn die absoluten Zahlen weiterhin wachsen.
Der nächste konkrete Prüfstein ist damit gesetzt: Die Ausblicksaussage für das dritte Quartal, die AMD im Anschluss an die heutigen Zahlen gibt, dürfte darüber entscheiden, ob die Analysten ihre Kursziele weiter anheben oder erstmals seit Monaten wieder vorsichtiger werden.
Sollte die Prognose hinter der jüngsten Wachstumsdynamik zurückbleiben, dürfte der Markt bei einer derart sportlichen Bewertung wenig Nachsicht zeigen.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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| 06.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 06.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Sector Perform | RBC Capital Markets | |
| 05.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Buy | UBS AG | |
| 05.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Kaufen | DZ BANK | |
| 05.08.26 | AMD (Advanced Micro Devices) Outperform | Bernstein Research |
