Intel-Aktie an der Börse abgestraft: TSMC-Gespräche mit Musk erhöhen das Risiko für Anleger
Die Intel-Aktie gerät unter Druck, nachdem TSMC Gespräche über eine mögliche Beteiligung an Elon Musks Terafab-Projekt führt. Für Intel steht dabei mehr auf dem Spiel als ein einzelner Auftrag.
Werte in diesem Artikel
- Musk bestätigt Gespräche, ohne Intel aus dem Projekt zu nehmen
- Neue Marktanteilsdaten erhöhen den Druck auf den Chipkonzern
- Analysten sehen Intel mehrheitlich in der Warteposition
Die Intel-Aktie gibt am Montag im vorbörslichen NASDAQ-Handel nach, nachdem Gespräche zwischen TSMC und Elon Musks Projekt Terafab bekannt wurden. Intel galt bislang als einziger genannter Fertigungspartner in Texas. Ob der Konzern tatsächlich verdrängt wird, ist offen.
Intel-Aktie unter Druck
Der Chipkonzern Intel, Entwickler und Hersteller von Prozessoren, verlor an der NASDAQ letztlich 2,63 Prozent auf 116,19 US-Dollar.
Auslöser ist ein Exklusivbericht des Newsletters Culpium von Tim Culpan am Freitag. Demnach prüft TSMC, Terafab beim Betrieb geplanter Fabriken in Texas zu unterstützen. Elon Musk bestätigte die Gespräche am Wochenende auf X mit den Worten: "Nur Gespräche, aber vielleicht ergibt sich daraus etwas".
@wholemars Just discussions, but something may come of it
— Elon Musk (@elonmusk) October 3, 2026
TSMC äußerte sich nicht.
Was die Struktur offenlässt
Laut Culpium wäre die wahrscheinlichste Variante, dass TSMC die neue Anlage besitzt und betreibt. SpaceX und Terafab könnten sich beteiligen oder Abnahmemengen garantieren. Eine Version sieht SpaceX als Mehrheitseigner, während TSMC weniger investiert, aber Prozesstechnologie und Betriebswissen einbringt.
Dabei halten es Marktbeobachter für möglich, dass Intels 14A-Prozess aus dem Projekt herausfallen könnte, falls TSMC mit eigener Technologie einsteigt.
Intels Rolle bei Terafab
Intel hatte sich am 7. April per X-Post dem Terafab-Projekt angeschlossen und erklärt, ultrahochleistungsfähige Chips im großen Maßstab entwerfen, fertigen und packagen zu können. Elon Musk erklärte daraufhin, man plane, Intels 14A-Prozess zu nutzen. Das wäre Intels erster großer Kunde für diese Technologie, und Intel-Chef Lip-Bu Tan hatte betont, ohne externen Kunden würde Intel aus der Chipfertigung aussteigen.
Das Foundry-Geschäft schreibt weiter Verluste: Im zweiten Quartal 2026 standen 5,8 Milliarden US-Dollar Umsatz einem operativen Verlust von 2,09 Milliarden US-Dollar gegenüber. Der Konzern insgesamt setzte 16,1 Milliarden US-Dollar um, ein Plus von 25 Prozent.
Marktanteile und Analystenbild
Zusätzlich belastet eine Studie von Susquehanna. Intels Anteil bei Laptop-Modellen sank demnach im dritten Quartal um 3,9 Prozent auf 68,1 Prozent, während AMD um 3,1 Prozent auf 29,3 Prozent zulegte. Bei Desktop-Modellen fiel Intels Anteil auf rund 76 Prozent, den niedrigsten Wert seit dem zweiten Quartal 2023.
Der Analystenkonsens lautet Hold: Von 30 bei TipRanks erfassten Analysten haben 6 ein Buy-Rating vergeben, 22 bewerten die Intel-Aktie mit „Hold“ und 2 weitere Experten raten zum Verkauf. Das mittlere Kursziel liegt bei 114,38 US-Dollar und damit bereits rund vier Prozent über dem Schlusskurs der Aktie vom vergangenen Freitag.
Wie sich Intel-Anleger auf das Negativszenario vorbereiten können
Für Intel-Anleger wäre vor allem entscheidend, ob Terafab bei einer möglichen TSMC-Beteiligung weiterhin auf Intels 14A-Prozess setzt. Sollte Intel den Auftrag verlieren oder TSMC bei der Fertigung eine zentrale Rolle übernehmen, würde dies den Druck auf das ohnehin defizitäre Foundry-Geschäft erhöhen. Anleger sollten deshalb auf neue Aussagen von Intel und Musk, konkrete Vereinbarungen mit TSMC sowie weitere externe Foundry-Kunden achten. Bleibt die Unsicherheit bestehen, dürfte die Entwicklung des Foundry-Geschäfts ein wichtiger Faktor für die weitere Bewertung der Intel-Aktie bleiben.
Claudia Stephan, Bettina Schneider, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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