SpaceX-Aktie unter der Lupe: Musk konkretisiert mögliches Falcon-Aus - Verkaufsempfehlung der DZ Bank
Ein Wochenend-Post von Elon Musk zur Zukunft der Falcon-Rakete sorgt für Aufsehen. Außerdem zählt die SpaceX-Aktie nun eine weitere Verkaufsempfehlung - von der DZ Bank.
Werte in diesem Artikel
- Musk deutet ein mögliches Ende der Falcon-Rakete zugunsten von Starship an
- Falcon bleibt vorerst das operative Rückgrat von SpaceX
- DZ Bank weicht mit ihrer Einstufung deutlich vom positiven Analystenbild ab
Die SpaceX-Aktie steht im Fokus, nachdem Elon Musk am Sonntag auf X ein mögliches Ende der Falcon-Rakete in Aussicht gestellt hat. Zeitgleich hat die DZ Bank die SpaceX-Aktie auf "Verkaufen" abgestuft und weicht damit deutlich vom sonst positiven Analystenbild ab.
Im Handel am Montag zeigte sich die SpaceX-Aktie an der NASDAQ letztlich 1,44 Prozent tiefer bei 135,00 US-Dollar.
Musk stellt Falcon-Aus in Aussicht
Elon Musk erklärte am Sonntag auf der Plattform X, es ergebe Sinn, die Falcon-Rakete einzustellen, sobald das Raumfahrtsystem Starship zuverlässig mehrmals pro Woche fliege. Ziel sei es, die knappen Engineering- und Produktionsressourcen von SpaceX auf Starship zu konzentrieren und dessen Startrate perspektivisch auf mehrmals täglich zu steigern. Ein Falcon-Aus würde ein breites Missionsportfolio betreffen, denn das Raketenprogramm startet neben den unternehmenseigenen Starlink-Satelliten auch nationale Sicherheitsnutzlasten, kommerzielle Satelliten, wissenschaftliche Missionen und Sammelstarts.
Once Starship is flying reliably several times per week, it makes sense to shift super scarce SpaceX engineering and production resources to Starship to get launch rate to several times per day, which means winding down Falcon
- Elon Musk (@elonmusk) August 22, 2026
Dass sich die Kapazitäten bereits verschieben, ist kein neues Phänomen. SpaceX soll laut einem Bericht von Stocktwits inzwischen die meisten neuen kommerziellen Falcon-9- und Sammelstart-Reservierungen über das Jahr 2028 hinaus gestoppt haben, bestehende Verträge blieben davon unberührt. Laut denselben Recherchen wird erwartet, dass kritische NASA- und Verteidigungsmissionen länger unterstützt werden.
DZ Bank gibt Verkaufsempfehlung für SpaceX-Aktie aus
Vor dem Wochenende stufte die DZ Bank die SpaceX-Aktie auf "Sell" ab, eine der wenigen expliziten Verkaufsempfehlungen in einem überwiegend positiven Analystenbild für den Raumfahrtanbieter. Von 33 erfassten Analysten empfehlen 24 die Aktie zum Kauf, 6 raten zum Halten und 3 zum Verkauf, das mittlere Kursziel liegt bei 228,59 US-Dollar bei einer Spanne von 75 bis 800 US-Dollar.
Der Falcon-Post von Musk fiel in eine Woche, in der SpaceX über X den 100. Falcon-Start des Jahres vermeldete, eine Starlink-Mission mit 27 Satelliten von Kalifornien aus. Kurz zuvor hatte ein für den 14. Testflug vorgesehenes Starship-Schiff einen 60-sekündigen Static-Fire-Test mit allen sechs Raptor-Triebwerken absolviert, ein weiterer Schritt auf dem Weg zu den von Musk geforderten wöchentlichen Starts.
SpaceX-Aktie seit Börsengang im Blick
SpaceX ist seit Mitte Juni an der NASDAQ notiert und hatte sich beim Börsengang mit einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar eine Bewertung von fast 1,80 Billionen US-Dollar gegeben. Im zweiten Quartal 2026, dem ersten Quartalsbericht seit dem Börsengang, verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 541 Millionen US-Dollar bei einem Umsatzanstieg um 92 Prozent auf 7,81 Milliarden US-Dollar sowie einem bereinigten EBITDA von 3,5 Milliarden US-Dollar, getragen von Starlink und dem KI-Geschäft. Neben dem klassischen Raketengeschäft mit Falcon 9, Falcon Heavy und Starship umfasst das Portfolio inzwischen auch Rechenzentrumspläne im Orbit, für die Musk auf der Analystenkonferenz zu den Quartalszahlen einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar für 2030 in Aussicht stellte, ein Jahr früher als zuvor kommuniziert.
Auf derselben Konferenz zu den Quartalszahlen nannte Musk Zahlen zur Nutzlastkapazität von Starship: Falcon 9 befördere aktuell rund 2.500 Tonnen Nutzlast pro Jahr. Mit Starship strebe SpaceX perspektivisch eine Million Tonnen jährlich an, langfristig potenziell bis zu zehn Millionen Tonnen. Die nun diskutierte Ablösung von Falcon durch Starship fügt sich in diese langfristige Strategie ein, auch wenn Starship laut den Unternehmensangaben von den geforderten wöchentlichen Flügen noch entfernt ist.
Ob und wann Starship die von Musk genannte Schwelle mehrerer verlässlicher Flüge pro Woche erreicht, ist offen. Ob weitere Analystenhäuser der Einschätzung der DZ Bank folgen oder der überwiegend positive Konsens bestehen bleibt, ist ebenfalls offen.
Martina Köhler, Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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