MÄRKTE EUROPA/Kaum verändert - AkzoNobel haussieren mit Übernahmeangebot

27.05.26 18:19 Uhr

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch kaum verändert geschlossen. Tendenziell stützend waren weiter fallende Ölpreise, zugleich tendierten die Anleger zu Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Kursrally. Der Brent-Ölpreis fiel bis Börsenschluss um fast 4 Prozent auf 95,81 Dollar zurück, was Inflationsängste abmilderte und die Anleiherenditen weiter leicht drückte. Dazu gab es gute Nachrichten aus China. Dort haben die Industriegewinne im April einen rund dreijährigen Abwärtstrend beendet. Höhere Gewinne der chinesischen Unternehmen könnten deren Investitionstätigkeit steigern und damit global für Nachfrage sorgen. Dass der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Aussichten seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland gesenkt hat, belastete nicht, zumal sie wegen des Krieges in Nahost erwartbar war.

Der DAX beendete den Handel bei 25.178 PUnkten nach einem Vortagesschluss von 25.185 Punkten. Im Tageshoch stand der Index bei 25.395 und damit in Reichweite des Allzeithochs bei 25.508 Punkten. Mit dem Einsetzen von Gewinnmitnahmen kam der DAX aber wieder zurück. Der Euro-Stoxx-50 schlug sich etwas besser mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 6.071 Punkte, gestützt durch Luxusgüteraktien. Die betreffenden Unternehmen gelten als stark anhängig von der Nachfrage chinesischer Käufer. LVMH kletterten um 3,1 Prozent, Kering um 4,4 Prozent oder Richemont um 5,1 Prozent. Auch Aktien von Lifestyle-Ausstattern waren gesucht. Für Adidas ging 5,4 Prozent nach oben, für Puma um 6,2 Prozent.

Für Öl- und Gaswerte ging es gleich um 3,1 Prozent abwärts. Auch Aktien aus dem Erneuerbare Energien-Universum zeigten sich von dem fallenden Ölpreis belastet. Die Schließung der Straße von Hormus und die daraus resultierende Unterversorgung mit Öl und Gas hatten die Notwendigkeit einer verstärkten Diversifizierung von Energiequellen deutlich gemacht. Die aktuelle Ölpreiskorrektur in Erwartung eines baldigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran setzte dem Sektor nun zu. Für Vestas ging es um 7,4 Prozent nach unten, Nordex verloren 3,0 Prozent.

Verbio gaben um 1,8 Prozent nach, und das trotz einer erneuten Anhebung der Ziele für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen stellt nun für 2025/26 eine EBITDA von 160 bis 180 Millionen Euro in Aussicht nach bislang 100 bis 140 Millionen. Die Anhebung der EBITDA-Prognose resultiere aus der positiven Geschäftsentwicklung, maßgeblich unterstützt durch ein attraktives Ethanol-Marktumfeld mit starken Margen. Das Verbio-Papier lag vor der Nachricht allerdings deutlich niedriger. Es litt wie andere Aktien aus dem Erneuerbare Energien-Universum unter einem weiter fallenden Ölpreis.

Mit einem Kurssprung von 19,5 Prozent auf 62,78 Euro zeigten sich AkzoNobel. Wie das Chemieunternehmen mitteilte, hat es ein Übernahmeangebot von Nippon Paint und einem Finanzinvestor abgelehnt. Dieses habe indikativ bei 73 Euro je Aktie gelegen. "Die Übernahmefantasie - egal durch wen - dürfte jetzt eine ganze Weile den Aktienkurs hoch halten", sagte ein Händler.

Autowerte stiegen nach gut ausgefallenen Absatzzahlen für Europa. BMW konnte die Zulassungen um 2,4 Prozent, VW um 3,5 Prozent und Mercedes-Benz um 7 Prozent steigern. Mercedes-Benz verteuerten sich um 3,1 Prozent, VW um 2,5 und BMW um 2,3 Prozent. Continental gewannen 4 Prozent. Nach dem Kurseinbruch vom Vortag konnten sich Ferrari (-0,1%) nicht erholen. Die Vorstellung des ersten vollelektrischen Boliden Luce kam bei den Anlegern nicht an. Sie befürchten eine Schädigung der Marke.

Die Ankündigung in das Raumfahrtgeschäft einzusteigen, trieb die Schaeffler-Aktie an. Der Automobilzulieferer und Spire Global kooperieren beim Aufbau einer eigenständigen europäischen Raumfahrtinfrastruktur. Die Zusammenarbeit ziele darauf ab, einen neuen europäischen Standard für die Raumfahrtindustrie zu etablieren, wobei der Schwerpunkt zunächst auf der Entwicklung von Subsystemen für Satelliten und Satellitenplattformen liege. Die Automobilindustrie ist gerade dabei, sich selbst neu zu erfinden. Das Schaeffler-Papier haussierte mit Aufschlägen von 10 Prozent.

Siltronic verloren 4 Prozent. Hintergrund war eine Aktienplatzierung durch den Hauptaktionär Wacker Chemie. Händler sprachen angesichts der Technologierally von einem idealen Zeitpunkt. Wacker Chemie gaben um 2,1 Prozent nach. Technologieaktien und Titel aus dem KI-Umfeld wurden am Berichtstag gemieden; Infineon verloren 1,1 Prozent oder Siemens Energy 3,8 Prozent.

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Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%)

Euro-Stoxx-50 6.071 +0,1 +4,7

Stoxx-50 5.218 +0,0 +6,1

Stoxx-600 628 +0,0 +6,1

DAX 25.178 -0,0 +2,8

FTSE-100 London 10.491 +0,1 +5,6

CAC-40 Paris 8.173 +0,4 +0,3

AEX Amsterdam 1.042 -0,2 +9,6

ATHEX-20 Athen 5.958 +1,0 +11,4

BEL-20 Brüssel 5.604 +0,2 +10,3

BUX Budapest 130.916 +0,7 +17,9

OMXH-25 Helsinki 6.557 +0,2 +15,0

OMXC-20 Kopenhagen 1.540 -0,3 -4,2

PSI 20 Lissabon 9.196 -0,7 +11,3

IBEX-35 Madrid 18.291 +0,5 +5,7

FTSE-MIB Mailand 49.899 -0,6 +11,0

OBX Oslo 1.990 -1,8 +24,5

PX Prag 2.584 -0,8 -3,8

OMXS-30 Stockholm 3.162 -0,2 +9,7

WIG-20 Warschau 136.056 -0,5 +16,6

ATX Wien 6.100 -0,1 +14,5

SMI Zürich 13.526 +0,8 +2,0

* gerundet

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:01

EUR/USD 1,1626 -0,0 -0,0002 1,1628 1,1623

EUR/JPY 185,46 +0,1 0,1800 185,28 185,2100

EUR/CHF 0,9152 +0,2 0,0017 0,9135 0,9129

EUR/GBP 0,866 +0,1 0,0012 0,8648 0,8641

USD/JPY 159,5 +0,1 0,2100 159,29 159,3300

GBP/USD 1,3422 -0,2 -0,0023 1,3445 1,3450

USD/CNY 6,7788 -0,1 -0,0072 6,7860 6,7852

USD/CNH 6,779 -0,1 -0,0055 6,7845 6,7850

AUS/USD 0,7133 -0,5 -0,0034 0,7167 0,7166

Bitcoin/USD 75.166,93 -1,1 -851,88 76.018,81 76.901,40

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 90,28 -3,8 -3,61 93,89

Brent/ICE 95,81 -3,8 -3,77 99,58

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.435,47 -1,6 -70,54 4.506,01

Silber 74,48 -3,2 -2,47 76,95

Platin 1.914,59 -2,2 -44,00 1.958,59

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 27, 2026 12:19 ET (16:19 GMT)

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