MÄRKTE USA/Behauptet - Nvidia-Zahlen verpuffen weitgehend

21.05.26 16:22 Uhr

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Die US-Börsen zeigen sich am Donnerstag im Frühhandel nach den kräftigen Gewinnen am Mittwoch in engen Grenzen uneinheitlich. Der Dow-Jones-Index liegt minimal im Plus, der S&P-500 kommt ebenso ganz leicht zurück wie die Nasdaq-Indizes.

Für etwas Gegenwind sorgt ein Bericht, laut dem der Oberste Religionsführer des Iran, Modschtaba Chamenei, eine Direktive erlassen haben soll, wonach die Uranbestände im eigenen Land verbleiben sollen. Der Stopp des iranischen Atomprogramms ist aber die zentrale Forderung der USA bei den Friedensverhandlungen. Entsprechend sensibel fällt die Reaktion aus, zumal zuletzt die Hoffnung auf eine näher rückende Friedenslösung gestützt hatte.

Abzulesen ist das an den Ölpreisen. Sie ziehen nach dem kräftigen Rücksetzer am Vortag wieder deutlich an, Brent-Öl verteuert sich um gut 3 Prozent auf 18,50 Dollar. Das schürt wieder Inflationssorgen, weshalb die Renditen am Anleihemarkt steigen. Im Zehnjahresbereich geht es um 5 Basispunkte auf 4,62 Prozent nach oben. Der Dollar zieht mit den Zinsen an, der Euro kommt auf 1,1583 Dollar zurück. Der Goldpreis gibt die Vortagsgewinne wieder ab.

Die Konjunkturdaten des Tages bewegen nicht. Unter anderem sendete der Philly-Fed-Index ein Schwächesignal aus der US-Wirtschaft, während die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten und die Baubeginne eher positiv überraschten. Neue Einkaufsmanagerdaten sind für den Dienstleistungssektor schlechter ausgefallen als gedacht, für die Industrie dagegen besser. Sie heben sich damit in ihrer potenziellen Wirkung auf den Markt praktisch auf.

Die stärker als erwartet ausgefallenen Erstquartalszahlen von Nvidia treten etwas in den Hintergrund, auch, nachdem der Markt hier am Vortag schon Vorschusslorbeeren verteilt hatte. Die KI-Ikone berichtete erneut Rekordzahlen, die die Erwartungen teils deutlich übertrafen. Auch der Ausblick überrascht positiv. Wie bei vorangegangenen Datenveröffentlichungen findet der Markt aber auch nun wieder ein Haar in der Suppe. Unter anderem heißt es, der genehmigte Aktienrückkauf im Volumen von 80 Milliarden Dollar lasse vermuten, dass Nvidia die Ideen für neue Investitionen ausgingen. Dazu gibt es teils Kritik an der Umsatzverteilung. Die Nvidia-Aktie tendiert im frühen Handel gut behauptet und liegt knapp unter ihrem Rekordhoch.

Die Aktien von Quantencomputing-Unternehmen ziehen sprunghaft an, nachdem das US-Handelsministerium bestätigt hat, dass fast einem Dutzend Unternehmen Fördermittel gewährt werden sollen. Im Rahmen dieser weitreichenden Vereinbarung kündigte IBM an, ein neues Unternehmen namens Anderon zu gründen. IBM steigen um 5,2 Prozent. IonQ verteuern sich um 10,4, Rigetti Computing um 24,4 und D-Wave Quantum um 25,0 Prozent.

Walmart sacken um fast 7 Prozent ab. Damit quittiert der Markt, dass der Einzelhändler trotz stark ausgefallener Quartalszahlen den Ausblick nicht angehoben hat.

Applied Digital machen einen Satz um 14 Prozent, nachdem der Rechenzentrumexperte eine langfristige Vereinbarung mit einem in den USA ansässigen Hyperscaler getroffen hat. Der Vertrag hat demnach einen Wert von etwa 7,5 Milliarden Dollar.

Intuit stürzen um 20 Prozent ab. Der Entwickler von Finanzsoftware hat seine Prognosen für Umsatz und Gewinn angehoben, aber auch den Abbau von 17 Prozent der Stellen angekündigt. Intuit will den Fokus stärker auf KI-gestützte Finanzsoftware legen und erwartet Restrukturierungskosten von 300 bis 340 Millionen Dollar.

Deere geben 6,9 Prozent ab. Der Landmaschinenhersteller meldete für das zweite Geschäftsquartal zwar gute Zahlen, dies aber vor allem dank Zollerstattungen. Elf Beauty legen nach Quartalszahlen um 2,0 Prozent zu.

Für Gesprächsstoff sorgen derweil die sich konkretisierenden Börsengänge von SpaceX und OpenAI. Das Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX von Elon Musk hat die Unterlagen für den geplanten Börsengang nun eingereicht. Der Börsengang könnte das Unternehmen laut Analysten mit 1,75 bis 2 Billionen Dollar bewerten.

INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

DJIA 50.045,30 +0,1 +35,95 50.009,35

S&P-500 7.422,20 -0,1 -10,77 7.432,97

NASDAQ Comp 26.210,31 -0,2 -60,05 26.270,36

NASDAQ 100 29.231,70 -0,2 -66,00 29.297,70

US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 4,10 +0,06 4,12 4,05

5 Jahre 4,28 +0,06 4,30 4,23

10 Jahre 4,61 +0,04 4,64 4,57

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:08

EUR/USD 1,1594 -0,3 -0,0033 1,1627 1,1626

EUR/JPY 184,59 -0,1 -0,1200 184,71 184,6100

EUR/CHF 0,9148 -0,0 -0,0002 0,9150 0,9150

EUR/GBP 0,8644 -0,1 -0,0006 0,865 0,8642

USD/JPY 159,2 +0,2 0,2900 158,91 158,7800

GBP/USD 1,3408 -0,2 -0,0023 1,3431 1,3449

USD/CNY 6,8036 +0,1 0,0031 6,8005 6,8005

USD/CNH 6,8031 +0,0 0,0020 6,8011 6,8000

AUS/USD 0,7128 -0,3 -0,0021 0,7149 0,7157

Bitcoin/USD 77.152,73 -0,7 -527,54 77.680,27 77.448,27

ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 100,72 +2,5 2,46 98,26

Brent/ICE 107,31 +2,2 2,29 105,02

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.508,31 -0,8 -35,22 4.543,53

Silber 75,28 -0,9 -0,71 75,99

Platin 1.923,78 -1,4 -26,71 1.950,50

(Angaben ohne Gewähr)

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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(END) Dow Jones Newswires

May 21, 2026 10:22 ET (14:22 GMT)

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