Marktstimmung

Bank of America warnt vor Euphorie am Aktienmarkt: Bull-&-Bear-Indikator sendet Extrem-Signal


Bank of America warnt vor Euphorie am Aktienmarkt: Bull-&-Bear-Indikator sendet Extrem-Signal

Ein hauseigenes Stimmungsbarometer der Bank of America klettert auf 9,7 und löst damit das erste echte Verkaufssignal seit 2021 aus.

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Aktien

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  • Stimmungsbarometer schlägt Alarm
  • Bank rät zu defensiver Positionierung
  • Fondsflüsse zeigen ein widersprüchliches Bild zwischen Vorsicht und Risikofreude
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Der Bull & Bear Indikator der Bank of America ist zuletzt auf den höchsten Stand seit 2021 geklettert, wie Investing.com berichtet. Chefstratege Michael Hartnett rät Anlegern, sich aus Risikoanlagen zurückzuziehen und in defensive Sektoren, den US-Dollar sowie Nebenwerte umzuschichten, heißt es. Die Bank of America selbst hält an ihrer Aktienübergewichtung fest.

Verkaufssignal erreicht höchsten Stand seit 2021

Zeitweise kletterte der Bull & Bear Indikator der Bank of America von 9,4 auf 9,7 und rutschte damit klar in den Verkaufsbereich. Hartnett führe den Anstieg laut Investing.com auf kräftige Zuflüsse in High-Yield-Anleihen, engere globale High-Yield- und AT1-Spreads sowie eine breitere globale Marktentwicklung zurück.

Bereits Mitte Juli 2026 hatte die Bank gemäß Bloomberg vor einer übertrieben bullischen Positionierung gewarnt: Der Indikator lag zu diesem Zeitpunkt bei 9,4, während die durchschnittliche Cash-Quote befragter Fondsmanager auf 3,6 Prozent gefallen und die Netto-Übergewichtung von US-Aktien auf 24 Prozent gestiegen war, den höchsten Stand seit Dezember 2024. Wie Bank of America bereits Ende Juli gemäß Business Insider mitteilte, wurden seit 2002 insgesamt 17 solcher Verkaufssignale ausgelöst, denen in den folgenden drei Monaten im Schnitt ein Rückgang globaler Aktien von 2 bis 3 Prozent folgte, in Extremfällen bis zu 20 Prozent.

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Gefahr für Aktienmärkte? Hartnett empfiehlt Rotation in defensive Werte

Hartnett und sein Team raten gemäß Investing.com dazu, Risikopositionen abzubauen und stattdessen in defensive Sektoren wie Konsumgüter, sogenannte Duration-Werte wie Immobilienfonds, sowie in Nebenwerte, Biotech-Titel und den US-Dollar umzuschichten. Begründet wird der Schritt mit dem Schutz vor einer weiteren Verschärfung der Finanzierungsbedingungen, da diese Bereiche weniger zyklisch anfällig seien als Banken, Industriewerte und Halbleiterunternehmen, falls der bullische Marktkonsens enttäuscht werden sollte.

Zugleich verweist Hartnett auf einen kräftigen Anstieg des Gewinnoptimismus: Die 12-Monats-Vorwärtsschätzungen für den Gewinn je Aktie seien zeitweise um 33 Prozent gestiegen, begünstigt durch eine Zollrückerstattung von 35 Milliarden US-Dollar zwischen Mai und Juli 2026, die einen zollbedingten Ergebniseinbruch von 75 Milliarden US-Dollar zwischen Mai und Juli des Vorjahres umgekehrt habe. Als Grund dafür, dass Anleihemärkte stärker auf Arbeitsmarktdaten als auf Inflationszahlen reagierten, nennt er eine positive Korrelation zwischen Beschäftigung und Unternehmensgewinnen, da produktivitätssteigernde Effekte durch künstliche Intelligenz bislang nicht zu einem breiten Stellenabbau geführt hätten.

Bank of America bleibt bei Aktienübergewichtung

Trotz des Warnsignals hält die Bank laut Investing.com an ihrer Asset-Allokation "Aktien long, Anleihen short" fest. Die Strategen argumentieren, politische Entscheidungsträger betrachteten den Aktienmarkt angesichts der Abhängigkeit der Wirtschaft vom Vermögenseffekt und dem Ausbau von KI-Rechenzentren als "too big to fail". Booms und Blasen endeten laut Hartnett typischerweise erst dann, wenn steigende Anleiherenditen und ein fallender US-Dollar eine fiskalpolitische Kehrtwende erzwingen, wobei die Kombination aus steigenden Renditen und fallenden Bankaktien als Frühwarnsignal diene.

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Die Fondsflüsse zeichnen ein gemischtes Bild: Geldmarktfonds verzeichneten zuletzt Zuflüsse von 53,70 Milliarden US-Dollar, Aktienfonds 32,90 Milliarden US-Dollar und Anleihefonds 23,10 Milliarden US-Dollar. US-Aktien zogen 9,60 Milliarden US-Dollar an und annualisieren damit einen Rekordzufluss von 652 Milliarden US-Dollar, während Technologiefonds erstmals seit sechs Wochen einen Abfluss von 700 Millionen US-Dollar verbuchten, ihre Zuflüsse aber weiterhin auf einen Rekordwert von 217 Milliarden US-Dollar annualisieren.

Ob sich das Verkaufssignal als kurzfristige Episode erweist oder die von Hartnett skizzierte Korrektur tatsächlich einsetzt, dürfte sich an der weiteren Entwicklung von Anleiherenditen, Dollarkurs und Bankaktien ablesen lassen, die die Strategen als Frühwarnindikatoren benennen.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: dominic8 / Shutterstock.com, Inked Pixels / Shutterstock.com

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