Nach Kursrutsch: Warum Analysten bei Gold und Silber skeptisch bleiben

Nach dem historischen Ausverkauf keimt bei Gold und Silber wieder Hoffnung auf, doch zwei Großbanken bremsen die Erwartungen deutlich.
Werte in diesem Artikel
- Gold und Silber erholen sich, doch BofA und UBS bleiben skeptisch
- BofA warnt am 16. Juli vor einer längeren, tieferen Korrektur
- UBS senkt ihr Einstiegsziel für Silber auf 48 bis 50 US-Dollar
Nach einem historischen Kurseinbruch haben sich Gold und Silber in den vergangenen Tagen zwar wieder gefangen, doch Bank of America (BofA) und UBS dämpfen die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung. Beide Häuser verweisen laut CNBC in aktuellen Analysen auf charttechnische Warnsignale und makroökonomischen Gegenwind. Für Anleger bedeutet das: Der jüngste Rebound ist aus Sicht der Analysten noch kein Beleg für eine Trendwende.
Death Cross bei Gold: BofA sieht Risiko einer tieferen Korrektur
In einer Analyse vom 16. Juli verweist BofA auf ein sogenanntes Todeskreuz, also den Fall des gleitenden 50-Tage-Durchschnitts unter den 200-Tage-Durchschnitt, als Warnsignal für das gelbe Edelmetall. Zusammen mit einer aus Sicht der Bank noch immer hohen Long-Positionierung der Spekulanten und Parallelen zu früheren Markthochs erhöhe dies das Risiko einer länger andauernden, tieferen Korrektur. Die Bank ordnet den jüngsten Kursanstieg damit als technische Gegenbewegung ein, nicht als Ende des Abwärtstrends.
UBS kappt ihr Einstiegsziel für Silber
Noch zurückhaltender äußert sich UBS. Die Schweizer Großbank ist skeptisch, dass sich die Erholung bei Silber fortsetzt, und rät Anlegern von einem Einstieg auf dem aktuellen Niveau ab. In dieser Woche senkte UBS die von ihr als attraktiv erachtete Einstiegsmarke für Silber von rund 55 US-Dollar je Feinunze auf eine Spanne von 48 bis 50 US-Dollar. UBS-Stratege Dominic Schnider begründete dies in einer Note vom 20. Juli mit der Eskalation im Nahen Osten, gestiegenen Opportunitätskosten und einem festen US-Dollar, die den kurzfristigen Gegenwind für Silber verlängern dürften.
Rebound ja, nachhaltiger Trend noch nicht
Gold und Silber hatten 2025 eine der stärksten Rallys ihrer Geschichte hingelegt, ehe 2026 eine deutlich volatilere Phase mit tiefen Kursverlusten einsetzte. Silber markierte am 29. Januar 2026 mit 121,62 US-Dollar je Feinunze ein Allzeithoch, bevor die Korrektur einen Großteil dieser Gewinne wieder auffraß. Vor diesem Hintergrund werten BofA und UBS den jüngsten Rebound als Erholung innerhalb eines fragilen Marktumfelds und nicht als Signal für eine neue Aufwärtsbewegung.
Ob sich die Skepsis von BofA und UBS bestätigt, dürfte sich in den kommenden Wochen an der Entwicklung des US-Dollar, der Realzinsen und an weiteren Analystenkommentaren zeigen. Bricht der aktuelle Rebound ab, ohne dass Gold und Silber neue charttechnische Marken zurückerobern, wäre das ein Hinweis darauf, dass die Korrektur noch nicht ausgestanden ist.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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