Im Windschatten von Washington: Bank of America ist bullish für Coinbase-Aktie

Die Coinbase-Aktie zeigt sich in diesem Jahr bisher schwach. Die Bank of America hält dennoch an ihrem Kaufvotum fest und sieht im geplanten CLARITY Act einen entscheidenden Rückenwind.
Werte in diesem Artikel
• Bank of America bekräftigt Kursziel von 218 US-Dollar
• CLARITY Act soll regulatorische Klarheit schaffen und institutionelles Kapital in US-Kryptobörsen lenken
• Zulassung für Perpetual Futures erschließt Markt, der das globale Spot-Volumen um das Drei- bis Vierfache übersteigt
Kursrückgang trotz Produktoffensive
Die Aktie von Coinbase verlor seit Jahresbeginn rund 29 Prozent an Wert (Stand: 14.07.2026), obwohl das Unternehmen zuletzt eine Reihe neuer Produkte vorstellte, darunter KI-gestützte Investmentplattformen, tokenisierte Aktien sowie Perpetual Futures auf noch nicht börsennotierte KI-Unternehmen.
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Bank of America: Kaufvotum und Kursziel bestätigt
Laut Investing.com bekräftigte die Bank of America nach einem Gespräch mit Coinbase-Finanzvorständin Alesia Haas ihr Kaufvotum sowie das Kursziel von 218 US-Dollar, gleichbedeutend mit einem Aufwärtspotenzial von rund 35 Prozent gemessen am letzten Schlusskurs von 161,50 US-Dollar (Stand: 10.07.2026). Laut den Analysten würde der CLARITY Act regulatorische Chancengleichheit schaffen, Anreize für Offshore-Entwicklungen reduzieren und mehr institutionelle Teilnehmer in den US-Markt ziehen.
Coinbase sei aufgrund seiner Größe und seines breiten Produktportfolios gut positioniert, um im institutionellen Segment Marktanteile zu gewinnen, auch wenn der CLARITY Act den Wettbewerb insgesamt beleben dürfte, so die Bank of America laut MoneyCheck.
CLARITY Act: Vom Stillstand zum Durchbruch
Der Weg zum CLARITY Act war zuletzt alles andere als geradlinig. Laut DL News hatte Coinbase-CEO Brian Armstrong den Gesetzentwurf im Januar noch kurz vor einer entscheidenden Ausschussabstimmung auf Eis gelegt, aus Unzufriedenheit mit der geplanten Behandlung von Stablecoin-Erträgen. Im Mai 2026 signalisierte Armstrong dann mit dem Kommentar "Mark it up" seine Unterstützung für einen Neuanlauf. Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des Gesetzes stieg daraufhin laut DL News auf der Prognoseplattform Polymarket von 46 auf 64 Prozent.
Der erzielte Kompromiss sieht laut DL News vor, Zinszahlungen zu untersagen, die wirtschaftlich einem verzinslichen Bankguthaben gleichkommen. Erlaubt bleiben hingegen aktivitätsbasierte Belohnungen, etwa für Transaktionen, Zahlungen oder die Bereitstellung von Liquidität in DeFi-Protokollen. Den US-Finanzaufsichtsbehörden wird ein Jahr eingeräumt, um die genauen Bedingungen per Richtlinie zu konkretisieren.
Perpetual Futures und MassPay als Wachstumsfelder
Parallel zur regulatorischen Entwicklung erhielt Coinbase gemeinsam mit Kalshi die behördliche Zulassung für den Handel mit Perpetual Futures in den USA. Laut MoneyCheck übersteigt der globale Markt für Perpetual Futures das Spot-Handelsvolumen um das Drei- bis Vierfache. Ergänzt wird die Wachstumsstrategie durch die Partnerschaft mit MassPay, über die USDC-Zahlungen in 180 Ländern abgewickelt werden sollen, sowie durch Tokenisierungsinitiativen in Kooperation mit Banken.
Finanzausblick
Für 2028 plant Coinbase laut MoneyCheck einen Gesamtumsatz von 8,5 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 2,1 Milliarden US-Dollar. Optimistischere Marktschätzungen gehen bis 2029 von bis zu 9,4 Milliarden US-Dollar aus. Ob die neu erschlossenen Geschäftsbereiche diese Prognosen stützen, bleibt offen.
Markus Maier, Redaktion finanzen.net
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