Space-Aktien jenseits von SpaceX: Diese Titel sollten Anleger laut Analysten nicht ignorieren
Seit dem SpaceX-Börsengang sind Raumfahrtwerte wieder gefragt, und bei drei kleineren Titeln sehen Analysten sogar noch deutlich mehr Luft nach oben als beim Branchenprimus.
Werte in diesem Artikel
- Space-Aktien sind seit dem SpaceX-Börsengang wieder stärker gefragt
- Planet Labs, Rocket Lab und AST SpaceMobile mit über 35 Prozent Potenzial
- Hohe Bewertungen und lange Entwicklungszeiten machen den Sektor volatil
Mit dem Börsengang von SpaceX im Juni ist die Raumfahrtbranche wieder ins Blickfeld vieler Anleger gerückt. Davon profitieren auch kleinere, schon länger notierte Unternehmen aus den Bereichen Startdienste, Satellitenkommunikation und Erdbeobachtung. Gemessen an den durchschnittlichen Kurszielen der TipRanks-Analysten stechen drei Titel heraus: Planet Labs, Rocket Lab und AST SpaceMobile kommen jeweils auf ein kräftiges Aufwärtspotenzial.
Planet Labs: Satellitendaten mit dem größten Spielraum
Planet Labs betreibt eine Flotte von Erdbeobachtungssatelliten, die die Erdoberfläche täglich ablichten. Aus den Bildern erstellt das Unternehmen Geodaten und Analysen für Firmenkunden, Verteidigungsorganisationen und Behörden in aller Welt. Neun Analysten haben die Aktie in den letzten drei Monaten bewertet, ihr Konsens lautet Moderate Buy. Das durchschnittliche Kursziel von 33,00 US-Dollar entspricht einem Potenzial von gut 92 Prozent und ist damit das höchste der drei Titel.
Für Anleger ist dabei die vergleichsweise schmale Basis wichtig: Bei nur neun Einschätzungen kann ein einzelnes geändertes Kursziel den Durchschnitt deutlich verschieben. Zudem verkauft Planet Labs vor allem Daten und keine Hardware. Weil staatliche Stellen und Verteidigungskunden zu den Abnehmern zählen, spielen auch öffentliche Budgetentscheidungen eine Rolle für die Nachfrage.
Rocket Lab: Breit aufgestellt, breit abgedeckt
Rocket Lab versteht sich als Komplettanbieter für die Raumfahrt. Mit der Trägerrakete Electron bringt das Unternehmen Kleinsatelliten ins All, daneben entwickelt und baut es Raumfahrzeuge sowie Satellitenkomponenten und übernimmt den Betrieb im Orbit. Zu den Kunden zählen kommerzielle Betreiber ebenso wie Regierungs- und Verteidigungsstellen. 17 Analysten haben die Rocket Lab-Aktie in den letzten drei Monaten eingestuft, im Konsens mit Strong Buy. Das mittlere Kursziel liegt bei 106,40 US-Dollar, ein Potenzial von knapp 56 Prozent.
Von den drei Titeln ist Rocket Lab am breitesten durch Analysten abgedeckt, was den Konsens belastbarer macht. Die verschiedenen Standbeine verteilen das Geschäftsrisiko auf mehrere Säulen. Seit SpaceX an der Börse notiert ist, haben Anleger allerdings auch einen direkten Vergleichsmaßstab für die Bewertung von Startdienstleistern.
AST SpaceMobile: Die stärkste Wette auf die Zukunft
AST SpaceMobile baut ein weltraumgestütztes Mobilfunknetz auf. Gewöhnliche Smartphones sollen sich ohne Zusatzgerät direkt mit Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn verbinden können, um auch in abgelegenen Regionen Telefonie und mobile Daten zu ermöglichen. Anders als bei Rocket Lab fällt der Analystenkonsens hier mit Moderate Buy etwas zurückhaltender aus. Das durchschnittliche Kursziel von 86,42 US-Dollar entspricht einem Potenzial von knapp 70 Prozent.
Da sich das Netz noch im Aufbau befindet, stützt sich die Bewertung der AST SpaceMobile-Aktie stärker auf künftige Erwartungen als bei Rocket Lab oder Planet Labs. Verzögerungen beim Ausbau können sich deshalb besonders deutlich im Kurs niederschlagen. Hinzu kommt, dass mit Starlink auch große Anbieter auf den Markt für Satellitenverbindungen drängen.
SpaceX gibt den Takt für die Branche vor
SpaceX ging am 12. Juni an die NASDAQ, der Ausgabepreis lag bei 135 US-Dollar, der erste Kurs bei 150 US-Dollar. Aktuell bewerten 35 Analysten die Aktie im Schnitt mit Moderate Buy, das mittlere Kursziel beträgt 216,21 US-Dollar. Die Spanne der Einzelziele reicht allerdings von 75 bis 450 US-Dollar und zeigt, wie unterschiedlich die Experten das Potenzial einschätzen.
Operativ wächst SpaceX rasant, schreibt aber Verluste. Im zweiten Quartal bis Ende Juni stieg der Umsatz um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 541 Millionen US-Dollar. Von den Investitionen in Höhe von 18,37 Milliarden US-Dollar entfielen 15,83 Milliarden US-Dollar auf die KI-Sparte. Für den gesamten Sektor ist SpaceX damit zum Stimmungsbarometer geworden: Nachrichten vom Branchenprimus wirken sich häufig auch auf die Kurse kleinerer Raumfahrtwerte aus.
Was Anleger bei Space-Aktien beachten sollten
Raumfahrtaktien gelten als besonders schwankungsanfällig. Ihre Bewertungen beruhen zu einem großen Teil auf erwartetem künftigem Wachstum, während die Entwicklung neuer Raketen, Satelliten und Netze oft viele Jahre dauert. Technische Rückschläge wie ein gescheiterter Start oder ein verschobener Zeitplan können daher zu kräftigen Kursausschlägen führen.
Hinzu kommt der hohe Kapitalbedarf der Branche. Unternehmen, die noch stark investieren und nicht nachhaltig profitabel sind, finanzieren ihr Wachstum häufig über neue Aktien, was den Anteil bestehender Aktionäre verwässern kann. Die drei vorgestellten Titel unterscheiden sich zudem deutlich im Risikoprofil: Rocket Lab erzielt Erlöse über mehrere Geschäftsfelder, Planet Labs verkauft Daten an einen breiten Kundenkreis, AST SpaceMobile steht dagegen noch stärker am Anfang seiner Kommerzialisierung. Analystenkursziele sind Einschätzungen und keine Garantie, wie die weite Spanne bei SpaceX verdeutlicht.
Für die Stimmung im Sektor sind in den kommenden Wochen zwei Termine wichtig. Morgan Stanley erwartet laut investing.com den nächsten Starship-Testflug nicht vor dem 19. Oktober, Analyst Adam Jonas sieht ein mögliches Auffangen der Oberstufe als wichtigsten Kurstreiber seit dem Börsengang. Am 5. November legt SpaceX dann voraussichtlich seine nächsten Quartalszahlen vor.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf AST SpaceMobile A
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf AST SpaceMobile A
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: IM_photo / Shutterstock.com, Triff / Shutterstock.com
