KOSPI und Nikkei brechen ein: Anleihe-Schock und Ausverkauf bei Halbleiterwerten belasten
Ein Ausverkauf am Anleihemarkt reißt den KOSPI und den Nikkei heftig nach unten und trifft die größten Speicherchiphersteller der Welt.
- Nikkei und KOSPI geben am Mittwoch deutlich nach
- Ausverkauf bei Chipwerten wie Samsung und SK hynix belastet Seoul und Tokio
- Ölpreise und Anleiherenditen steigen wegen der Sorgen um den Iran
Asiens Börsen rutschen zur Wochenmitte größtenteils tief in die roten Zahlen. Ein breiter Ausverkauf bei Halbleiterwerten trifft die Indizes in Seoul und Tokio besonders hart, während der Ölpreis und die Anleiherenditen wegen des andauernden Konflikts mit dem Iran weiter steigen. Der 60-tägige Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran lief am Montag aus, konkrete Gespräche über eine dauerhafte Lösung sind nach Angaben von US Präsident Donald Trump vom Dienstag derzeit nicht in Sicht.
Nikkei, KOSPI, Shanghai Composite und Hang Seng im Überblick
Am stärksten trifft es den südkoreanischen KOSPI, der zeitweise 5,52 Prozent auf 6.490,31 Punkte nachgibt. Der japanische Nikkei 225 verliert derweil 3,17 Prozent auf 65.323,02 Zähler. In China zeigt sich ein geteiltes Bild: Der Shanghai Composite gibt um 2,14 Prozent auf 3.904,95 Einheiten nach, während der Hang Seng in Hongkong nur 0,05 Prozent schwächer notiert bei 25.457,67 Punkten.
Chipwerte reißen Seoul und Tokio nach unten
Der Ausverkauf in Seoul geht vor allem von den beiden Indexschwergewichten Samsung Electronics und SK hynix aus, die deutlich nachgeben und den KOSPI so besonders kräftig belasten. Auch in Tokio drückt die Schwäche im Technologiesektor auf die Stimmung, Marktteilnehmer verweisen dabei auf schwache Vorgaben aus den USA. Die beiden südkoreanischen Speicherchipriesen gelten wegen ihrer engen Verzahnung mit der Nachfrage nach KI-Speicherchips als Stimmungsbarometer für den gesamten Technologiesektor, ein Ausverkauf bei einem der beiden Werte zieht damit schnell den breiten Markt mit nach unten.
Ölpreis und Anleiherenditen als Belastungsfaktoren
Der Konflikt mit dem Iran treibt neben den Sorgen um die Chipbranche die zweite Belastungslinie: Ein Barrel der Sorte Brent kostet am Mittwoch rund 92 US-Dollar und damit gut einen Prozentpunkt mehr als am Vortag, belastet von der Sorge vor Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen markierte am Dienstag den höchsten Stand seit 2007, die zehnjährige Rendite kletterte auf das höchste Niveau seit Ende Juli. Steigende Energiepreise, wachsende Staatsdefizite und die Schuldenaufnahme der Technologiebranche für KI-Investitionen nähren dabei die Inflationssorgen zusätzlich.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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