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Jeff Bezos stellt Blue Origin-IPO in Aussicht: Droht der SpaceX-Aktie mehr ernstzunehmende Konkurrenz?


Jeff Bezos stellt Blue Origin-IPO in Aussicht: Droht der SpaceX-Aktie mehr ernstzunehmende Konkurrenz?

Ein Vierteljahrhundert lang hat Jeff Bezos seine Raketenfirma allein finanziert, nun spricht er erstmals offen über die Börse und verschiebt damit den Blick auf das Duell mit SpaceX.

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  • Jeff Bezos hält Börsengang von Blue Origin in einigen Jahren für sinnvoll
  • Erste externe Finanzierungsrunde brachte zehn Milliarden US-Dollar ein
  • Rakete New Glenn soll nach Explosion im Dezember wieder abheben
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Jeff Bezos hat vergangene Woche einen Börsengang seines Raumfahrtunternehmens Blue Origin so deutlich in Aussicht gestellt wie nie zuvor und damit die Frage aufgeworfen, wann SpaceX an der Börse einen ernstzunehmenden Herausforderer bekommt. Die Antwort fällt allerdings zurückhaltend aus: Bezos selbst spricht von mehreren Jahren bis zum Debüt auf dem Börsenparkett. Für die Aktie von Elon Musks Konzern ändert sich damit kurzfristig wenig, das Wettrennen um die Gunst der Anleger hat aber eine neue Perspektive bekommen.

Bezos rechnet mit dem Börsengang erst in einigen Jahren

Im Gespräch mit Bret Baier beim US-Sender Fox News sagte Bezos, Blue Origin werde eines Tages an die Börse gehen. Bis dahin dürften allerdings noch mehrere Jahre vergehen, es ergebe aber wahrscheinlich Sinn, Blue Origin irgendwann als Publikumsgesellschaft zu führen. Reuters wertet die Äußerungen als bislang klarstes Signal für einen möglichen Börsengang. Den Hintergrund bildet ein Strategiewechsel: Blue Origin hat 2026 erstmals seit der Gründung im Jahr 2000 Geld von externen Investoren eingesammelt, insgesamt zehn Milliarden US-Dollar. Wie Investing.com berichtet, hat die Runde das Unternehmen mit rund 130 bis 140 Milliarden US-Dollar bewertet. Bezos selbst hat nach eigenen Angaben bislang 28 Milliarden US-Dollar in Blue Origin gesteckt.

Frisches Kapital nimmt den Zeitdruck heraus

Gerade diese Finanzierungsrunde spricht allerdings gegen einen schnellen Gang aufs Parkett. Bezos sieht die finanzielle Zukunft von Blue Origin inzwischen mit einiger Klarheit und schließt weitere Mittel von außen nicht aus. Darin dürfte der eigentliche Kern der Botschaft liegen: Solange private Geldgeber bereit sind, Milliarden zu einer derart hohen Bewertung beizusteuern, fehlt der Druck, sich den Offenlegungspflichten und der täglichen Bewertung durch die Börse zu unterwerfen. Die Aussage zum Börsengang ist damit eher ein Bekenntnis zur langfristigen Richtung als ein Fahrplan. Ob der Weg dorthin tatsächlich frei wird, hängt ohnehin weniger an den Kapitalmärkten als an der Technik.

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Ohne New Glenn fehlt die Börsengeschichte

Denn das wichtigste Produkt steht derzeit am Boden. Am 28. Mai explodierte die Schwerlastrakete New Glenn bei einem Triebwerkstest auf der Startrampe in Florida, nur Tage vor ihrem vierten Flug. Blue Origin führte das Unglück auf ein Problem am Hauptsauerstoffventil eines der sieben BE-4-Triebwerke zurück. Bezos bekräftigte im Interview, die Rakete im Dezember wieder starten zu lassen. An dem Termin hängt mehr als ein einzelner Flug: Blue Origin hält milliardenschwere Aufträge der NASA und der US Space Force, darunter Arbeiten für das Mondprogramm Artemis. Zudem setzt der ebenfalls von Bezos gegründete Konzern Amazon bei seinem Satellitennetz Leo auch auf New Glenn.

Was der Vorstoß für die SpaceX-Aktie bedeutet

Für Anleger der SpaceX-Aktie ist der Abstand zum Rivalen auch an der Börse unübersehbar. SpaceX ging im Juni mit einem Rekordvolumen von 75 Milliarden US-Dollar an die NASDAQ, die Emission bewertete das Unternehmen mit 1,77 Billionen US-Dollar. Die rund 140 Milliarden US-Dollar für Blue Origin entsprechen davon nur einem Bruchteil. Reuters sieht SpaceX trotz des wiedererwachten Anlegerinteresses an der Raumfahrt klar als dominierenden Akteur. Einzuordnen ist die Ankündigung deshalb nüchtern: Dem Papier droht kurzfristig keine neue Konkurrenz um Anlegergeld, weil ein Börsengang von Blue Origin Jahre entfernt ist. Langfristig entstünde mit einem zweiten großen, reinen Raumfahrtwert aber ein direkter Vergleichsmaßstab für die Bewertung von SpaceX.

Der Dezember wird zur Nagelprobe

Bis dahin richtet sich der Blick auf Florida. Gelingt New Glenn im Dezember die Rückkehr in den Flugbetrieb, gewinnt die Börsenperspektive von Blue Origin an Substanz, und der Wettbewerb mit SpaceX um Startaufträge rückt wieder stärker in den Vordergrund. Verzögert sich der Start erneut, dürfte das Thema Börsengang dagegen vorerst in den Hintergrund treten.

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Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: JennLShoots / Shutterstock.com

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09.10.26 SpaceX Outperform RBC Capital Markets
09.10.26 SpaceX Outperform Bernstein Research
30.09.26 SpaceX Buy UBS AG
30.09.26 SpaceX Outperform Bernstein Research
29.09.26 SpaceX Buy Deutsche Bank AG

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