ROUNDUP/Gedämpfte Nachfrage: Bilfinger wird etwas vorsichtiger - Aktie verliert


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MANNHEIM (dpa-AFX) - Der Industriedienstleister Bilfinger (Bilfinger SE) hat auch im zweiten Quartal die Zurückhaltung der Kunden wegen des Konflikts am Persischen Golf zu spüren bekommen. Für das Gesamtjahr dämpfte der Konzern deshalb etwas die Erwartungen. Während der Konzern die Jahresziele für Umsatz und freien Barmittelzufluss am Mittwoch bestätigte, peilt er nun bei der operativen Marge (Ebita-Marge) das untere Ende der ausgegebenen Spanne an. Das kam an der Börse nicht gut an. Die Aktie verlor im frühen Handel um rund 6,8 Prozent auf 74,90 Euro. Damit hat das Papier seit dem Jahreswechsel rund 30 Prozent an Wert verloren.

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"Unser Marktumfeld war im zweiten Quartal von geopolitischer Unsicherheit geprägt", erläuterte Unternehmenschef Thomas Schulz zur Vorlage der Geschäftszahlen laut Mitteilung. Der Vorstand rechne aber für die zweite Jahreshälfte mit einer Belebung der Nachfrage.

Im Mittleren Osten habe der anhaltende Konflikt unmittelbar die Geschäftstätigkeiten vor Ort gedämpft, teilte das Unternehmen mit. Zudem hielten sich Unternehmen in Europa wegen der gestiegenen Energiepreise mit Investitionen zurück. Doch der Konzern setzt auch auf neues Geschäft beim Wiederaufbau im Nahen Osten. Bilfinger befinde sich bereits in konkreten Gesprächen mit Kunden, hieß es. Dies betreffe sowohl den Wiederaufbau von zerstörter Infrastruktur als auch die Wiederinbetriebnahme von Produktionsanlagen.

Auch zeichnete sich Ende des zweiten Quartals ein positiver Trend mit wachsendem Outsourcing-Potenzial in den Bereichen Chemie & Petrochemie, Energie, Öl & Gas sowie Pharma & Biopharma ab.

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Im zweiten Quartal legte der Umsatz um sieben Prozent auf 1,45 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Unternehmenswert (Ebita) stieg um 4 Prozent auf 77 Millionen Euro. Dazu trug auch der Sparkurs bei. Die entsprechende Marge ging aber von 5,5 auf 5,3 Prozent zurück. Mit seinen Kennziffern traf das Unternehmen in etwa die Erwartungen der Analysten. Der Auftragseingang schrumpfte indes um 16 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro.

Unter dem Strich legte der Gewinn dank einer günstigeren Steuerquote um 14 Prozent auf 54 Millionen Euro zu.

Für 2026 peilt das Unternehmen weiterhin ein Wachstum des Konzernumsatzes auf bis zu 5,9 Milliarden Euro an. Im schlechtesten Fall könnten die Erlöse aber auch auf dem Vorjahresniveau von gut 5,4 Milliarden verharren. Analysten haben im Schnitt knapp 5,7 Milliarden auf dem Zettel.

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Vom Erlös sollen 5,8 bis 6,2 Prozent als operatives Ergebnis (Ebita-Marge) hängen bleiben. Allerdings rechnet der Bilfinger-Vorstand aufgrund der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr nun damit, dass das Unternehmen im Gesamtjahr nur noch das untere Ende der Prognosespanne erreichen wird. Experten rechneten zuletzt mit 5,9 nach 5,5 Prozent im Vorjahr.

Im Dezember hatte das Bilfinger-Management Mittelfristziele bekannt gegeben. Demnach peilt Bilfinger bis 2030 im Schnitt ein jährliches Umsatzplus von 8 bis 10 Prozent an. Davon sollen als operative Marge 8 bis 9 Prozent übrigbleiben. Wachsen wollen die Mannheimer sowohl aus eigener Kraft als auch durch Zukäufe.

Bilfinger ist auf die Planung, Errichtung, Wartung, Modernisierung und Automatisierung von Industrie- und Energieerzeugungsanlagen spezialisiert./mne/men/stk

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Datum Rating Analyst
21.09.26 Bilfinger SE Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.09.26 Bilfinger SE Buy UBS AG
18.09.26 Bilfinger SE Buy Deutsche Bank AG
17.09.26 Bilfinger SE Buy Deutsche Bank AG
10.09.26 Bilfinger SE Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

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