Fusion von SpaceX und Tesla? Was ein Zusammenschluss für die Tesla-Aktie bedeuten könnte
Noch keine zwei Monate befindet sich SpaceX an der Börse, da werden schon Szenarien laut, der Musk-Konzern könne mit Tesla fusionieren. Was würde das für den E-Autobauer bedeuten?
Werte in diesem Artikel
- SpaceX ist frisch mit xAI fusioniert, nun wird auch eine Tesla-Fusion diskutiert
- RBC-Analyst Narayan erhöht Tesla-Kursziel wegen möglicher SpaceX-Übernahme
- JPMorgan hält eine Fusion für wahrscheinlich, aber nicht kurzfristig
SpaceX und xAI als Blaupause
Vor nicht einmal zwei Monaten ging Raumfahrt-Gigant SpaceX an die Börse und schrieb damit Geschichte. Das Unternehmen von Elon Musk wurde zudem erst vor Kurzem in den US-Techwerteindex NASDAQ 100 aufgenommen. Fast zeitgleich gab SpaceX bekannt, nun mit dem ebenso von Musk gegründetem KI-Unternehmen xAI fusioniert zu sein, womit xAI mittlerweile kein eigenständiges Unternehmen mehr ist, sondern vollständig integriert wurde.
Die Fusion kommt nicht von ungefähr: Ziel ist der Aufbau orbitaler Rechenzentren. Da die Entwicklung von KI riesige Energiemengen verschlingt, soll SpaceX mit der Installation von bis zu einer Million Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn die für xAI nötigen Rechenknoten liefern. So beantragte SpaceX bereits bei der US-Behörde FCC den entsprechenden Start der Satelliten.
Das neu fusionierte Unternehmen beinhaltet nun die KI-Software Grok, den Kurznachrichtendienst X sowie die Infrastruktur des "Colossus"-Supercomputers von xAI. Auf der anderen Seite steuert SpaceX Raketentechnologie, das Starlink-Netzwerk und die nötige Infrastruktur bei.
Wird Tesla Teil der nächsten Fusion?
Vor dem Hintergrund der kürzlich vollzogenen Integration kommt an der Wall Street bereits die Frage auf, ob und wann auch Tesla als weiteres Unternehmen des Musk-Kosmos mit SpaceX fusionieren könnte. Tatsächlich besteht schon seit längerem eine intensive Partnerschaft zwischen beiden Musk-Konzernen. Erst im März hatte der Chef des E-Autopioniers angekündigt, dass die beiden Unternehmen bei der Entwicklung einer Fabrik zusammenarbeiten würden, die jährlich Rechenhardware mit einer Leistung von einem Terawatt produzieren könne.
Für Louie DiPalma von William Blair besteht in dieser Ankündigung bereits eine "Andeutung" auf eine mögliche Übernahme von Tesla durch SpaceX, wie er in einem Bericht an Kunden schrieb, der MarketWatch vorliegt. Im Mai berichtete zudem CNBC, dass Musk selbst eine solche Möglichkeit bereits diskutiert habe. SpaceX-COO Gwynne Shotwell erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal, dass es außer Frage stehe, dass es "Synergien zwischen Tesla und SpaceX und unserer Zukunft gibt." Öffentlich bleibt SpaceX-Gründer Musk noch zurückhaltend, spricht jedoch davon, dass sich die Unternehmen "in Richtung einer Annäherung entwickeln" würden. Im SpaceX-IPO-Prospekt war zudem erkennbar, dass Tesla selbst einige SpaceX-Anteile hält.
RBC erhöht Kursziel wegen Übernahme-Fantasie
Doch warum sollten die beiden Musk-Konzerne eine Fusion anstreben? RBC-Analyst Tom Narayan sieht hier laut einer Analyse die operative Zusammenarbeit als Hauptgrund. Er hob erst vor Kurzem sein Kursziel für die Tesla-Aktie von 475 auf 500 US-Dollar an und gab als Grund für die Erhöhung das mögliche Übernahme-Szenario durch SpaceX an. So berücksichtige das neue Kursziel einen Aufschlag von bis zu 30 Prozent auf das aktuelle Kursniveau und eine Prämie von 15 Prozent auf den inneren Wert der Tesla-Aktie.
Der RBC-Analyst sieht mehrere Gründe für eine engere Verbindung der beiden Unternehmen. So verwies er laut MarketWatch auf das gemeinsame Terafab-Chip-Projekt, die Abhängigkeit von SpaceX von Teslas Megapack-Energiespeicherprodukten sowie die Zusammenarbeit der Unternehmen im Bereich des Trainings künstlicher Intelligenz. Eine Übernahme würde seiner Einschätzung nach am wahrscheinlichsten durch eine reine Aktientransaktion vonstattengehen, was Tesla "möglicherweise" einen Bewertungsaufschlag von 20 bis 30 einbringen könnte: "Der Vorstand von Tesla könnte einen Aufschlag befürworten, um den Verlust der Stimmrechtskontrolle zu rechtfertigen, zumal Musks Stimmrechtsanteil an dem fusionierten Unternehmen 50 Prozent übersteigen könnte", so der Experte.
Jenseits einer möglichen Übernahme durch SpaceX sieht Narayan Teslas vielversprechendsten Chancen in seinem Robotaxi-Bereich. Der Sektor umfasse ein Marktvolumen von 4,2 Billionen US-Dollar, wonach der E-Autobauer selbst bei einem nur kleinen Marktanteil enorm profitieren könne.
RBC hat im Übrigen vor Kurzem auch Börsenneuling SpaceX in die Bewertung aufgenommen und veranschlagt ein Kursziel von 225 US-Dollar bei einer Overweight-Bewertung.
JPMorgan: Fusion wahrscheinlich, aber nicht in Sicht
Auch JPMorgan-Analyst Doug Anmuth kann sich eine Fusion von Tesla und SpaceX vorstellen und hält ebenfalls eine Aktientransaktion für das wahrscheinlichste Szenario. Dennoch hat er auch drei mögliche Alternativen aufgetan. Statt der Integration von Tesla in SpaceX könnte sich Musk entscheiden beide Unternehmen zu einem völlig neuen zusammenzufassen. Dies biete die Möglichkeit einer saubereren "Fusion von Gleichgestellten". Allerdings könnte eine schrittweise oder teilweise Zusammenlegung die Risiken in Bezug auf regulatorische und governancebezogene Hürden verringern, gibt MarketWatch die Einschätzung des Experten wieder. Denkbar wäre laut Anmuth auch ein Bar- und Aktientransaktionsangebot, welches für Tesla-Aktionäre einen höheren Aufschlag bedeuten könnte, den ohnehin schon unter Druck stehenden freien Cashflow von SpaceX jedoch noch einmal zusätzlich belasten würde.
Bezüglich der Timeline einer möglichen Fusion geht der JPMorgan-Experte nicht von einem unmittelbar bevorstehenden Ereignis aus. Die Wahrscheinlichkeit steige jedoch "erheblich" in den nächsten ein bis zwei Jahren. "Wir gehen davon aus, dass die Umsetzung angesichts der Asymmetrie in der Unternehmensführung, der Bewertungslücke und der regulatorischen Komplexität hinter den optimistischsten Zeitplänen zurückbleiben wird", so Anmuth laut MarketWatch. Eine Fusion sei "schwierig zu realisieren".
Dies liege auch daran, dass SpaceX ein Rüstungsunternehmen sei, dessen Beziehungen zu anderen Unternehmen genauestens unter die Lupe genommen werden. Tesla unterhält derweil sehr enge Geschäftsbeziehungen zu China, was ebenso kartellrechtliche oder sicherheitspolitische Prüfungen auslösen könne, so Anmuth. Darüber hinaus gibt der Experte zu bedenken, dass Teslas wirtschaftlichen Fundamentaldaten zuletzt angespannt gewesen seien. Mehr Hinweise dürften die Quartalszahlen zum 2. Jahresviertel 2026 bieten, die am 22. Juli veröffentlicht werden.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Justin Sullivan/Getty Images, SpaceX
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 14.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG | |
| 13.07.26 | SpaceX Outperform | Bernstein Research | |
| 09.07.26 | SpaceX Buy | UBS AG | |
| 07.07.26 | SpaceX Buy | Deutsche Bank AG | |
| 07.07.26 | SpaceX Overweight | JP Morgan Chase & Co. |
