Aktien von Samsung, SK hynix und Softbank stürzen ab: Wird der KI-Boom zum Risiko?
Neben Zweifeln an der Finanzierung des KI-Booms verunsichert Anleger der chinesische Speicherhersteller CXMT. Wie gefährlich ist die Konkurrenz tatsächlich für die Branchenriesen?
Werte in diesem Artikel
- Zweifel an Finanzierung des KI-Booms belasten Chipwerte in Asien
- Fortschritte des chinesischen Herstellers CXMT verunsichern Speicheranleger
- Samsungs Rekordgewinn im dritten Quartal bremst Ausverkauf nicht
Die Aktien von Samsung und SK hynix geraten am Dienstag massiv unter Druck. Auslöser sind Zweifel an der Finanzierung des KI-Booms und Sorgen vor chinesischer Konkurrenz bei Speicherchips.
Samsung und andere Chipwerte unter Druck
Samsung, der südkoreanische Elektronik- und Halbleiterkonzern, gehört zusammen mit SK hynix zu den zentralen Lieferanten von High-Bandwidth-Memory für KI-Rechenzentren.
An der Börse in Seoul verloren Samsung-Titel letztlich 7,39 Prozent auf 232.000 KRW, für SK hynix ging es um 10,09 Prozent auf 1.443.000 KRW abwärts. Auch andere Branchenvertreter brachen ein: In Tokio verloren Kioxia Holdings 13,28 Prozent auf 15.180 JPY, Advantest rutschte letztlich um 2,91 Prozent auf 40.400 JPY ab und SoftBank Group zeigte sich 8,5 Prozent tiefer bei 5.310 JPY.
Finanzierungssorgen rund um den KI-Boom
Die Technologiewerte folgen dabei den Vorgaben der Wall Street, wo Chipaktien nach Aussagen von Broadcom-CEO Hock Tan nachgaben. Auf der DBS Asia Future Forward Conference in Singapur warnte er am Montag, die Finanzierung könne zum größten Engpass der KI-Branche werden, und stellte die langfristige Wirtschaftlichkeit verlustreicher KI-Labore infrage. Viele Anleger hätten "keine Ahnung", worin sie investierten, es sei fast wie in einem Casino. Intel-CEO Lip-Bu Tan verwies auf derselben Konferenz auf Engpässe bei Speicher, Lieferketten und Strom.
Chinesischer Konkurrent CXMT sorgt für Verunsicherung
Hinzu kommt die Sorge vor mehr Wettbewerb durch den chinesischen Speicherhersteller CXMT, der Fortschritte bei einer neuen, dichteren DRAM-Architektur gemeldet hat. Darauf basierende Server-Speichermodule will das Unternehmen bis Ende 2026 einführen.
Gewinnmitnahmen oder Überreaktion?
Gegenüber CNBC sagte Vey-Sern Ling von UBP, Anleger suchten nach Anlässen für Gewinnmitnahmen bei den in diesem Jahr stark gestiegenen KI- und Speicherwerten. Phillip Wool von Rayliant Global Advisors hält die Reaktion für überzogen: CXMT habe noch keine Massenfertigung nachgewiesen und liege beim Marktanteil hinter den Koreanern. Bei HBM sei deren Dominanz ohnehin unangefochten. Der Ausverkauf zeige vor allem eine fragile Stimmung gegenüber KI-Investitionen.
Was der Kursrutsch für Anleger bedeutet
Entscheidend ist, wo die Konkurrenz ansetzt. Die von CXMT angekündigten Module sind klassischer Server-Arbeitsspeicher, nicht das gestapelte HBM, mit dem Samsung und SK hynix die Hersteller von KI-Beschleunigern beliefern. An den aktuellen Zahlen der Koreaner ändert die Meldung damit wenig. Sie wirft aber die Frage auf, wie lange die außergewöhnlich hohen Margen im konventionellen Speichergeschäft halten, wenn ein zusätzlicher Anbieter Volumen liefert. Zugleich zeigt der Kursrutsch trotz Rekordgewinn, wie eng die Speicherwerte inzwischen an die Stimmung gegenüber KI-Investitionen hängen. Broadcom-Chef Tan sieht die Nachfrage nach KI-Chips zwar noch mindestens zwei Jahre über dem Angebot, die Finanzierung der Rechenzentren bleibt aber der wunde Punkt.
Claudia Stephan, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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