Edelmetall im Fokus

Goldpreis rutscht unter 4.000 US-Dollar: Ölpreisrally schürt neue Inflationssorgen bei der Fed

16.07.26 16:50 Uhr

Goldpreis fällt unter 4.000 US-Dollar: Ölpreisrally und Inflationssorgen bei der Fed belasten | finanzen.net

Der Goldpreis gerät ins Rutschen, während ein vierter Anstieg in Folge bei den Ölpreisen die Zinssenkungshoffnungen an die Fed dämpft.

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  • Der Goldpreis fällt unter die runde Marke von 4.000 US-Dollar.
  • Ein vierter Anstieg in Folge bei Rohöl schürt neue Inflationssorgen.
  • Fed-Vertreter mahnen trotz besserer Inflationsdaten weiter zur Vorsicht.

Der Goldpreis ist am Donnerstag unter die runde Marke von 4.000 US-Dollar gesunken und zeigt sich aktuell 1,55 Prozent tiefer bei 3.995,83 US-Dollar, während eine anhaltende Ölpreisrally die Sorge vor neu anziehender Inflation befeuert und die Zinssenkungshoffnungen an die US-Notenbank dämpft.

Schwächere US-Erzeugerpreise nehmen der Fed kurzzeitig Druck

Die US-Erzeugerpreise für Juni 2026 fielen laut den erst gestern veröffentlichten Daten um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, während der Konsens von unveränderten Preisen ausgegangen war. Ein solcher Rückgang gilt als Signal für nachlassenden Preisdruck und würde der Federal Reserve theoretisch mehr Spielraum für niedrigere Zinsen verschaffen, was normalerweise den US-Dollar schwächt und Gold als zinslosen Vermögenswert attraktiver macht.

Ölpreisrally überschattet die guten Inflationsnews

Anleger blicken derzeit jedoch kaum auf die rückwärtsgewandten Preisdaten, denn die erneute Eskalation im Nahen Osten treibt Rohöl bereits die vierte Handelssitzung in Folge nach oben. Die USA setzten laut Berichten den fünften Tag in Folge Angriffe auf iranische Ziele fort, US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Militäroperationen so lange zu verstärken, bis Teheran die Angriffe auf die Handelsschifffahrt einstellt und die Straße von Hormus wieder öffnet. Steigende Ölpreise nähren die Sorge, dass höhere Energiekosten erneut auf die Inflation durchschlagen und den Handlungsspielraum der Fed einschränken könnten.

Fed bleibt trotz besserer Daten wachsam

Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte in seiner Kongressanhörung am Mittwoch, dass die Notenbank am Inflationsziel von 2 Prozent festhält und bereit wäre, die Zinsen anzupassen, sollte sich der Preisdruck als hartnäckiger erweisen. Sorgen, wonach hohe Investitionen in künstliche Intelligenz allein die Inflation anheizen könnten, wies er zurück. Auch Fed-Gouverneurin Lisa Cook erklärte, sie würde weitere geldpolitische Schritte unterstützen, sollte die Inflation erhöht bleiben, während New Yorks Fed-Präsident John Williams die aktuellen Zinsen als angemessen positioniert einstufte, um die Inflation zurück zum Zielwert zu führen.

Sicherer Hafen gegen Zinssorgen: Was hinter der Gegenbewegung steckt

Dass Gold trotz der Aussicht auf länger hohe Zinsen zulegt, deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach dem Edelmetall als Absicherung gegen die geopolitische Eskalation im Nahen Osten den Gegenwind von der Zinsseite derzeit übersteigt. Aus Sicht der australischen Bank ANZ hängt die weitere Reaktion der Fed davon ab, ob die Notenbank den Anstieg der Energiepreise als vorübergehenden Angebotsschock einstuft oder als Entwicklung, die auf die breite Inflation überschwappen könnte, schreibt Investing.com.

Ob sich die Ölpreisrally über die kommenden Handelstage fortsetzt, dürfte darüber entscheiden, welche Lesart sich in der Fed durchsetzt und wie viel Spielraum der Notenbank für Zinssenkungen bleibt.

Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

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