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Prognosesenkung bei HSBC und BofA: Steht der Goldpreis vor der nächsten Korrektur?


Prognosesenkung bei HSBC und BofA: Steht der Goldpreis vor der nächsten Korrektur?

HSBC kürzt ihre Goldprognose nur leicht, doch eine andere Großbank zeichnet für das Schlussquartal ein deutlich düstereres Bild.

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  • HSBC senkt die Prognose für den Goldpreis 2026
  • Bank of America hält einen Rutsch bis auf 3.750 US-Dollar für möglich
  • Hohe Renditen und teures Öl bremsen Gold trotz schwacher US-Jobdaten
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HSBC nimmt die Erwartungen an den Goldpreis erneut zurück und trifft damit einen Markt, der seine Rally ohnehin neu bewertet. Zum Start in den Oktober senkte die britische Großbank ihre Prognose für den Jahresdurchschnitt 2026 von 4.560 auf 4.490 US-Dollar je Feinunze, für 2027 von 4.925 auf 4.825 US-Dollar, wie The Street berichtet. Zuletzt notierte Gold bei rund 4.170 US-Dollar je Feinunze und damit gut ein Viertel unter dem Rekord von knapp 5.595 US-Dollar vom 29. Januar 2026 (Stand: 12.10.2026).

HSBC kürzt in kleinen Schritten

Gemessen an der Höhe ist der Schnitt moderat: 70 US-Dollar für 2026, 100 US-Dollar für 2027. Größer war der Einschnitt im Juli 2026, als HSBC den Durchschnitt für 2026 bereits von 4.864 US-Dollar und die Schätzung für 2027 von 5.000 US-Dollar zurückgenommen hatte. Wichtig für die Einordnung: Die 4.490 US-Dollar sind ein Jahresdurchschnitt, kein Ziel zum Jahresende. Dieses hatte HSBC im Juli bei 4.750 US-Dollar angesetzt. Kurzfristig rechnet die Bank mit weiterem Druck, während sich der Preis einem möglichen Boden nähert. Bewegt sich Gold auf 4.000 US-Dollar zu oder darunter, dürften nach ihrer Einschätzung die Käufe der Notenbanken anziehen.

Genau diese Stütze ist allerdings keine Gewissheit. Die Analysten der Bank of America verweisen darauf, dass Zentralbanken im März dieses Jahres zu Nettoverkäufern wurden, als steigende Ölpreise Währungen und Leistungsbilanzen energieimportierender Länder belasteten. Im zweiten Quartal trennten sich die Notenbanken, angeführt von der Türkei, von rund 60 Tonnen Gold. Eine Wiederholung halten die Analysten für möglich, vor allem falls Privatanleger zugleich ETFs auf Gold abstoßen.

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Bank of America sieht Risiko unter 4.000 US-Dollar

In ihrem jüngsten Edelmetallausblick rechnet die Bank of America laut KitCo für das vierte Quartal mit einem Goldpreis von rund 4.000 US-Dollar im Schnitt, ein Rückgang bis auf 3.750 US-Dollar sei möglich. Die Nachfrage von Investoren habe zwar angezogen, trage aber nur ein Niveau um 4.000 US-Dollar. Für einen Preis näher an 5.000 US-Dollar müsse sie deutlich zulegen, was angesichts des Kriegs mit dem Iran derzeit unrealistisch erscheine. Das größte Risiko sehen die Analysten in der Positionierung: Viele Marktteilnehmer setzten trotz des Drucks auf spätere Kursgewinne, ein fragiles Gleichgewicht, das sich bei ausbleibender Lösung im Nahen Osten rasch auflösen könne.

Der zentrale Hebel ist der Ölpreis. Seit Rohöl im August 2026 über 90 US-Dollar je Barrel stieg, hat Gold nach Berechnung der Bank of America 8,3 Prozent verloren. Im Stressszenario, das nicht dem Basisfall entspricht, würde ein Ölpreis von 150 US-Dollar den Goldpreis 2027 auf durchschnittlich rund 3.500 US-Dollar drücken. Im Basisfall hält die Bank dagegen an ihrem optimistischen Ausblick fest und erwartet für einzelne Quartale 2027 wieder Durchschnittswerte von 5.000 US-Dollar.

Warum schwache US-Jobdaten den Goldpreis nicht stützen

Bemerkenswert ist, dass selbst schwächere Konjunkturdaten die Rally bislang nicht neu entfachen. Die US-Wirtschaft schuf im September 2026 nur 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, was die Erwartung einer weiteren Zinsanhebung der US-Notenbank Fed in naher Zukunft dämpfte. Die langfristigen Renditen bleiben dennoch hoch: Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentierte Anfang Oktober 2026 bei etwa 5,34 Prozent, der US-Dollar zeigte sich fest. Beides verteuert das zinslose Edelmetall relativ zu Anleihen und für Käufer außerhalb des Dollarraums. Gold steckt damit zwischen zyklischem Gegenwind aus Renditen und Währung auf der einen und struktureller Nachfrage von Notenbanken und Anlegern, die um die fiskalische Glaubwürdigkeit der USA fürchten, auf der anderen Seite.

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Wall Street rückt vom Ziel nicht ab, nur vom Tempo

Ein Abschied von der langfristigen Aufwärtsthese ist das jedoch nicht, eher eine Streckung des Zeitplans. Goldman Sachs sieht Gold zum Jahresende 2026 weiter bei 4.900 US-Dollar, UBS erwartet rund 4.600 US-Dollar im Dezember und 5.000 US-Dollar im März 2027. Die Deutsche Bank nennt ebenfalls 5.000 US-Dollar, Morgan Stanley erwartet 2027 Preise oberhalb dieser Marke. Wie sich die Gewichte verschieben, zeigt Wells Fargo: Das Haus senkte seine Spanne für das Jahresende 2026 von 5.300 bis 5.500 auf 4.900 bis 5.100 US-Dollar.

Der nächste belastbare Test ist die Marke von 4.000 US-Dollar. Dort treffen die Erwartung der HSBC, dass Notenbanken verstärkt zugreifen, und die Warnung der Bank of America vor einer raschen Auflösung von Positionen direkt aufeinander. Ob der Durchschnitt des vierten Quartals darüber oder darunter liegt, entscheidet, welche der beiden Lesarten trägt.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

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