NVIDIA-Aktie dennoch leichter: Jensen Huang weist Gerüchte über Vera-Rubin-Verzögerung zurück
Nach Berichten über mögliche Produktionsprobleme meldet sich NVIDIA-Chef Jensen Huang in Tokio offenbar persönlich zu Wort.
Werte in diesem Artikel
- Jensen Huang weist in Tokio Spekulationen über Vera-Rubin-Verzögerungen zurück
- Berichte hatten zuvor Probleme bei einer zentralen Leiterplatte gemeldet
- Verzögerungsverdacht könnte Wettbewerbsdruck verschärfen
NVIDIA-Chef Jensen Huang hat sich auf einer Entwicklerveranstaltung in Tokio deutlich gegen Berichte über Produktionsprobleme beim KI-Beschleunigersystem der nächsten Generation, Vera Rubin, gestellt. Wie Investing.com unter Berufung auf Bloomberg berichtet, sagte er am Rande der Veranstaltung gegenüber Journalisten: "Vera Rubin ist bereits in Produktion. Riesige Produktionsmengen stehen bevor." Die Aussage richtet sich gegen einen Bericht des Analysehauses SemiAnalysis, das zuvor über Fertigungsschwierigkeiten bei einer speziellen Leiterplatte im KI-Server-Rack-System berichtet hatte. SemiAnalysis gilt als gut vernetzt in NVIDIAs Lieferkette, weshalb der Bericht über mögliche Verzögerungen besondere Aufmerksamkeit erregte.
Anleger können Huangs Worten bisher jedoch nicht viel abgewinnen: Die NVIDIA-Aktie notiert an der NASDAQ zeitweise bei 209,76 US-Dollar und damit 0,89 Prozent unter dem Vortagesschluss.
Wachsender Wettbewerbsdruck durch AMD
Für Anleger ist die Klarstellung dennoch relevant, weil ein glaubwürdiger Verzögerungsverdacht den Wettbewerbsdruck verschärfen könnte. Sollte sich die Kyber-Verzögerung bestätigen, entstünde nach Einschätzung von SemiAnalysis ein Zeitfenster für Konkurrenten wie AMD, dessen MI350- und MI400-Beschleuniger im Highend-Segment aufholen sollen. Genau darin liegt der Grund, warum Huangs Dementi über den Tag hinaus wirkt: Anleger haben NVIDIAs jährlichen Produktzyklus in die vergleichsweise hohe Bewertung der Aktie eingepreist, und jede Unsicherheit über den nächsten Technologiesprung trifft diese Prämie unmittelbar.
Tokio als Bühne für Japans KI-Ambitionen
Der Auftritt in Tokio ist auch politisch eingebettet. Japans Regierung hatte im Juni 2026 ein Investitionsprogramm im Umfang von umgerechnet rund 2,3 Billionen US-Dollar für die kommenden 14 Jahre vorgestellt, von dem ein erheblicher Teil in Halbleiter und künstliche Intelligenz fließen soll. Für einen Ausrüster wie NVIDIA, dessen Wachstum zunehmend auch von physischer KI und Robotik außerhalb klassischer Rechenzentren getragen wird, ist Japan damit ein strategisch bedeutsamer Absatzmarkt, unabhängig vom aktuellen Streit um einzelne Produktionslinien.
Ob sich Huangs Darstellung oder die Verzögerungsthese von SemiAnalysis als der treffendere Rahmen erweist, dürfte sich erst zeigen, wenn NVIDIA konkrete Auslieferungszahlen zu Vera Rubin und Rubin Ultra vorlegt. Ein möglicher nächster Fixpunkt ist die für August 2026 erwartete Quartalsvorlage, bei der Analysten das Management nach dem Zeitplan für das Kyber-Rack befragen könnten.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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