Rückschlag für Tech-Anleger: ASML, STMicro und SUSS MicroTech & Co. verlieren deutlich
Tiefrote Vorgaben aus dem internationalen Halbleiter- und KI-Sektor haben am Freitag auch bei deutschen und europäischen Branchentiteln ihre Spuren hinterlassen.
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Laut Marktexperte Stephen Innes sorgt neben Gewinnmitnahmen nach dem guten Lauf seit Jahresbeginn auch eine Korrektur bei gehebelten Anlageprodukten für KI-Investments für Druck. Dieser Prozess könnte nach seiner Einschätzung noch eine Weile andauern.
In New York hatte der Tech-Auswahlindex NASDAQ 100 am Donnerstag wegen erneuter Gewinnmitnahmen bei Halbleiteraktien rund 1,6 Prozent eingebüßt - diese gelten als Hauptprofiteure des Booms rund um Künstliche Intelligenz (KI). Vor dem Wochenende zeichnen sich noch heftigere Verluste ab. An den schwachen asiatischen Handelsplätzen stach der technologielastige japanische Nikkei 225 mit einem weiteren vierprozentigen Kursrutsch hervor.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sprach von einer anhaltenden Rotation im Markt aus dem Chipsektor heraus. Zudem fürchteten sich die Anleger davor, dass "der Anschein einer immer schneller rollenden Verkaufslawine im KI- und Chipsektor" andere Branchen in Mitleidenschaft ziehen könnte.
Der hohen Bewertungen im Technologiesektor sorgten zunehmend für Druck auf die Unternehmen, die hohen Investitionen in Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur, Halbleiter und Stromnetze mit entsprechend steigenden Umsätzen, Margen und Gewinnen zu rechtfertigen, ergänzte Sören Wiedau von der Weberbank.
Im DAX belegte der Halbleiterkonzern Infineon via XETRA mit einem weiteren Kursrückgang um 5,5 Prozent auf 61,15 Euro erneut den letzten Platz. Zu den größten Verlierern im MDAX zählten der Waferhersteller Siltronic (-6,75 Prozent, 82,95 Euro), die Chipindustrie-Ausrüster AIXTRON und SUSS MicroTec SE mit Abschlägen von 6,22 Prozent auf 37,56 Euro bzw. 5,84 Prozent auf 78,25 Euro.
Auch Infineon-Branchenkollege Elmos Semiconductor und der Technologiekonzern JENOPTIK präsentierten sich 4,73 Prozent schwächer bei 153,00 Euro bzw. 3,76 Prozent tiefer bei 38,40 Euro. Gleiches galt für den Laserspezialisten LPKF LaserElectronics, dessen Aktien als Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDAX 6,83 Prozent auf 15,00 Euro einbüßten.
Die Papiere von Siemens Energy und HOCHTIEF gerieten mit Verlusten von 2,72 Prozent auf 144,70 Euro bzw. 3,52 Prozent auf 449,60 Euro ebenfalls unter Druck. Der Energietechnikspezialist gilt wie der Baukonzern wegen des hohen Energiebedarfs durch den rasanten Ausbau von Rechenzentren als indirekter Profiteur des Booms rund um Künstliche Intelligenz.
Im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßten die Aktien des Chipindustrie-Ausrüsters ASML im Pariser Handel 3,83 Prozent auf 1.537,20 Euro ein, und im französischen CAC 40 führte Infineon-Rivale STMicroelectronics mit minus 6,86 Prozent bei 52,15 Euro die Verliererliste an. Der europäische Technologie-Index war mit einem Rückgang um 3 Prozent Schlusslicht im marktbreiten Stoxx Europe 600.
Derweil waren Softwaretitel vergleichsweise gefragt. Für SAP ging es im DAX um 0,36 Prozent bergauf auf 138,14 Euro, während Nemetschek SE aus dem MDAX nur 0,62 Prozent auf 55,80 Euro verloren. Einmal mehr bestätigte sich das Muster, dass die Branche bei Gewinnmitnahmen im KI-Bereich tendenziell von Umschichtungen innerhalb des Tech-Sektors profitiert.
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FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX)
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Bildquellen: ASML, Pavel Kapysh / Shutterstock.com
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